Weihnachtsmarkt, Schneeballschlacht und Schlittschuhlaufen in Guatemala City

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Juegos de Nieve. Schneespiele und Schneespaß in Zentralamerika

25. November 2013 | Posted in Capitals, Cities, GUATEMALA, News, NORTH AMERICA | By

Als ich mich heute früh in San Salvador mit dem Bus auf den Weg machte, hatte ich noch keine Ahnung, was mich im benachbarten Guatemala erwarten würde. Um 5 Uhr morgens hatte ich immerhin nochmal die Gelegenheit, San Salvador im schimmernden Sonnenaufgang bewundern zu dürfen, ehe die rasante Fahrt durch die schöne und gebirgige Landschaft begann.

EL SALVADOR / San Salvador - Auf dem Weg zum Busterminal am frühen morgen im Stadtviertel San Benito

EL SALVADOR / San Salvador – Auf dem Weg zum Busterminal am frühen morgen im Stadtviertel San Benito

Auf der kurvigen Strecke wurde man in Kombination mit dem ambitionierten Fahrstiel des Busfahrers derart hin- und hergeschleudert, dass mein Vordermann beim Schlafen sogar um Harresbreite auf dem Boden gelandet wäre. So wurde ich trotz kurzer Nacht wach gehalten und war glücklich, die bewundernswerte Umgebung auf der fünfstündigen Fahrt nicht verpasst zu haben.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - typischer Bus in Guatemala

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – typischer Bus in Guatemala

Obwohl mir eine deutsche und amerikanische Globtrotterin (beide sind bereits zwischen 2 und 10 Jahren auf Weltreise) prophezeite, mich in Guatemalas Hauptstadt schnell langweilen zu werden, bin ich vom Gegenteil überzeugt! Bereits die Anfahrt mit dem Bus ermöglichte einen atemberaubenden Panoramablick über die gesamte, sehr weitläufige Stadt und gab mir schon einen tollen Vorgeschmack auf die Erlebnisse der nächsten Tage. Wie auch in San Salvador kamen wir zunächst an den luxuriösen Wohngegenden und Villen vorbei. Mit der Erfahrung aus San Salvador lies ich mich davon jedoch nicht mehr so schnell blenden und war diesmal weniger überrascht, dass das Stadtbild im Zentrum ein anderes (typisch lateinamerikanisches) war. Trotzdem fühlte ich mich bereits bei der Anreise wie auf einer Tour durch einen riesigen Freizeitpark, da vieles spielerisch bunt und verschnörkelt wirkte.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Zwar ist es etwas bewölkt, doch pessimistischerweise gleich so viele Regenschirme aufzuhängen ist eindeutig übertrieben

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Zwar ist es etwas bewölkt, doch pessimistischerweise gleich so viele Regenschirme aufzuhängen ist eindeutig übertrieben

Am Busterminal angekommen war ich mittlerweile routinierter und suchte gleich die benachbarte Tankstelle auf, um mir ein paar guatemaltekische Quetzals (nichts zu Essen! So lautet nur die Währung) zu besorgen und zu wechseln. Während mein Vordermann in 100-GTQ-Schritten mehrmals Geld abhob, war ich froh, dass die Begrenzung scheinbar nur für seine Visa-Karte galt und nicht etwa am Geldautomat lag. Meine 100er-Banknoten (entspricht 12,50 US$) lies ich auch gleich kleiner wechseln, ehe der Gastwirt wie in San Salvador wieder die gesamte Nachbarschaft nach Wechselgeld abklappern muss. Mit einem dicken Bündel Geld (dummerweise zusammen getackert! Wer macht denn so etwas?!) zwängte ich mich in den vollen Bus und war erstaunt über den reibungslosen Ablauf und das übersichtliche Verkehrssystem. Während die Busfahrt in San Salvador regelmäßig eine nervige und lange Prozesdur (eine Stunde um vom gehobenen Wohnviertel San Benito ins Stadtzentrum zu kommen) war, ging es hier mit extra Busspuren zügig voran. Im Stadtzentrum angekommen, war auch das Hotel durch die praktische Nummerierung der Straßen und Avenidas leicht zu finden.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Da sind sie wieder: Meine Lieblingsverkäufer mit frischem Obst zum Spottpreis.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Da sind sie wieder: Meine Lieblingsverkäufer mit frischem Obst zum Spottpreis.

Gefreut habe ich mich insbesondere über die vielen Obstverkäufer und schlug an jeder Ecke erneut zu. Für gerade mal 5 Quetzals (ca. 60 Eurocent) gab es eine riesige Tüte mit frischem Obst (Ananas, Papaya, Gurken, Melonen, etc.). Nachdem mein Gepäck im Hotelzimmer verstaut war, machte ich mich daher sofort auf den Weg für ein Mittagessen.
Als ich zum zweiten mal von der gleichen Telefonverkäuferin auf ihr tolles Angebot angesprochen wurde, übte ich mein Spanisch, indem ich ihr erklärte, warum ich im Urlaub und insbesondere in Guatemala kein noch so günstiges Handy (12 Dollar mit 130 Freiminuten) benötige. Daraufhin bekam ich von ihr überraschend einen Lutscher geschenkt und sollte ihr „du hast schöne Augen“ auf deutsch übersetzen. Verwundert über die skurrile Situation, verabschiedete ich mich freundlich, um die Innenstadt zu erkunden.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Mein erster Eindruck auf der Toilette des Busbahnhofs: Selbst die Seife wird hier angekettet

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Mein erster Eindruck auf der Toilette des Busbahnhofs: Selbst die Seife wird hier angekettet

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Die Essensstände reihen sich in den Straßen eng aneinander und laden für 50 Euro-Cent zu einem herzhaften Snack ein

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Die Essensstände reihen sich in den Straßen eng aneinander und laden für 50 Euro-Cent zu einem herzhaften Snack ein

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - An den Straßenständen ist alles zu haben, was man so für den Alltag braucht...

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – An den Straßenständen ist alles zu haben, was man so für den Alltag braucht…

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - In so manchem Kleidungsgeschäft fällt die Suche nach der passenden Größe nicht besonders leicht

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – In so manchem Kleidungsgeschäft fällt die Suche nach der passenden Größe nicht besonders leicht

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Traditionelle Kleidung ist hier noch sehr verbreitet

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Traditionelle Kleidung ist hier noch sehr verbreitet

Obwohl ich nur 240 km von El Salvador aus weiterreiste, kommt mir die Kultur und das Aussehen der Einwohner hier ganz anders vor. Insbesondere habe ich das Gefühl, dass hier alle anderthalb Köpfe kleiner sind. Insbesondere die Frauen unterscheiden sich in ihrer Größe häufig nicht mehr besonders von ihren Kindern. Kinder rennen hingegen überall reichlich herum, um so manches Hausmütterchen zog gleich vier bis fünf Kinder hinter sich her. Auch stillende Mütter sitzen hier an jeder Ecke oder säugen ihr Baby sogar während dem Einkaufen oder Vorbeilaufen in der sehr lebendigen Einkaufsstraße.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Der gutgelaunte Mario verkauft den Kindern seine ominösen Pillen

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Der gutgelaunte Mario verkauft den Kindern seine ominösen Pillen

Trotz dem vielen Trubel in der kilometerlangen Shoppingmeile und Marktstraßen, geht es hier stressfreier als in deutschen Einkaufsstraßen (insb. im Vergleich zur Frankfurter My Zeil) zu und alle paar hundert Meter ziehen Entertainer ein großes Publikum an.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Der meiste Schnee ist leider bereit getaut; nur auf den Bäumen blieb noch etwas übrig...

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Der meiste Schnee ist leider bereit getaut; nur auf den Bäumen blieb noch etwas übrig…

Richtig überrascht war ich jedoch vor der Kathedrale! Hier erwartete mich unverhofft ein großer, stimmungsvoller Weihnachtsmarkt. Und erneut kam ich mir wie in einem riesigen Freizeitpark vor! Neben einer Tanzbühne mit vielen Zuschauer, einer Rundfahrt im Trecker und vielen weihnachtlich geschmückten Palmen und amerikanischen Weihnachtsliedern, war ein großes Schneeareal ein besonderes Highlight. Hier tobten sich Familien mit ihren kleinen Kindern bei einer Schneeballschlacht aus, mitten im 26 Grad warmen Guatemala.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Juegos de Nieve. Schneespiele und Schneespaß in Zentralamerika

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Juegos de Nieve. Schneespiele und Schneespaß in Zentralamerika

Auch die künstlichen Tannenbäume wurden liebevoll in weise Schneewatte eingehüllt. Ein paar Meter weiter staunte ich nicht schlecht, als ich die Eisbahn entdeckte. Mitten im Sommer (so fühlt es sich hier jedenfalls an!) zu Weihnachtsmusik mit den halbsogroßen Guatemalanern Schlittschuh zu laufen… das hätte ich heute morgen zumindest noch nicht erwartet! Und der ganze Spaß war sogar kostenlos. Nur eine ordentliche Geduld musste man aufbringen, da das organisatorische Talent eindeutig nicht zu den guatemaltekischen Stärken gehört. Während sich die Einheimischen am Rand der Eisbahn entlang taumelten, war die Eisfläche im Inneren hingegen spiegelglatt und unverbraucht.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Ein Foto mit dem Weihnachtsmann. Während es

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Ein Foto mit dem Weihnachtsmann. Während es „draußen“ 28 Grad heiß ist, trägt der bedachte Baum sogar Schnee…

GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Immerhin die Eisbahn ist recht authentisch und lädt zu einer Runde Schlittschuhlaufen vor der Catedral de Guatemala ein.

GUATEMALA / Guatemala Ciudad – Immerhin die Eisbahn ist recht authentisch und lädt zu einer Runde Schlittschuhlaufen vor der Catedral de Guatemala ein.

Bei dem starken Sonnenschein entstanden jedoch tiefe Pfützen und so wurde es für manchen Ungeübten zu einem sehr feuchten Erlebnis. Abwechslung boten weitere Hüpfburgen, Rodelbahnen und unzählig viele Essensstände. Eine Organisatorin sagte mir, dieses Event wird jedes Jahr ausgerichtet und dauert circa 30 Tage. Ein Spaß für jeden, der in der Vorweihnachtszeit hier zufällig vorbei kommen sollte!

 
1 - EL SALVADOR / San Salvador - Auf dem Weg zum Busterminal am frühen morgen im Stadtviertel San Benito
2 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Ein See inmitten der hügeligen Landschaft nahe der Grenze zu El Salvador
3 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Die farbenfrohen Busse in Guatemala
4 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Mein erster Eindruck auf der Toilette des Busbahnhofs: Selbst die Seife wird hier angekettet
5 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Zwar ist es etwas bewölkt, doch pessimistischerweise gleich so viele Regenschrime aufzuhängen ist eindeutig übertrieben
6 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Da sind sie wieder: Meine Lieblingsverkäufer mit frischem Obst zum Spottpreis.
7 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Die Chips fallen hier etwas größer aus und werden mit Guacamole beschmiert
8 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Die Essensstände reihen sich in den Straßen eng aneinander und laden für 50 Euro-Cent zu einem herzhaften Snack ein
9 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Traditionelle Kleidung ist hier noch sehr verbreitet
10 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - An den Straßenständen ist alles zu haben, was man so für den Alltag braucht...
11 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - In so manchem Kleidungsgeschäft fällt die Suche nach der passenden Größe nicht besonders leicht
12 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad
13 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad
14 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Auch die kleinen sind hier mit Hüten interessant bekleidet.
15 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Obstverkäuferinnen begegnen einem hier an jeder Ecke
16 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Iglesia de San Francisco
17 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Eine Einheimische in traditioneller Kleidung
18 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Iglesia de San Francisco
19 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Zuckerwatteverkäufer sind hier keine Seltenheit
20 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Mario verkauft den Kindern seine ominösen Pillen
21 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Edificio de Correos (Postamt)
22 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Juegos de Nieve. Schneespiele und Schneespa? in Zentralamerika
23 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Eine kleine Schneepiste auf dem Weihnachtsmarkt
24 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Mit dem Trekker über den Weihnachtsmarkt
25 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Eine große Bühne vor der Catedral de Guatemala bietet Gelegenheit zu einem Tänzchen
26 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Eine große Bühne vor der Catedral de Guatemala bietet Gelegenheit zu einem Tänzchen
27 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Der Weihnachtsmarkt gleicht eher einem großen Freizeitpark
28 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Weihnachten in Guatemala. Naja, Winterstiefel sehen anders aus und der Tannenbaum neben der Palme und bei 28 Grad bringt das heimische Weihnachtsgefühl auch nicht näher.
29 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Ein Foto mit dem Weihnachtsmann. Während es "draußen" 28 Grad heiß ist, trägt der bedachte Baum sogar Schnee...
30 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Der meiste Schnee ist leider bereit getaut; nur auf den Bäumen blieb noch etwas übrig...
31 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Auch ohne Schnee lässt es sich hier rodeln.
32 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Immerhin die Eisbahn ist recht authentisch und lädt zu einer Runde Schlittschuhlaufen vor der Catedral de Guatemala ein.
33 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Eisvergnügen im heißen Zentralamerika
34 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Die meisten Eisläufer hangeln sich jedoch bevorzugt an der Bande entlang
35 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Der Nationalpalast
36 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Streetart
37 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Streetart
38 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Hm, die Farbe reichte scheinbar nicht für beide Türen
39 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad
40 - GUATEMALA / Guatemala Ciudad - Streetart

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Tag 63 – Unser Wohnviertel steht im Rauch

NICARAGUA / LEON - Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

2. November 2013 | Posted in Cities, NICARAGUA | By

NICARAGUA / LEON - Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

NICARAGUA / LEON – Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

Heute war eine super Gelegenheit die Nachbarschaft der gesamten „Zone“ kennenzulernen. Eigentlich wollte ich gemütlich ausschlafen, als Gastmutter Marianella hektisch an meine Tür klopfte, irgendetwas von Fuminar/Rauch und „2 Minutos“ rief und das ich meine Wertsachen packen solle. Draußen vor dem Haus stand auch bereits die gesamte Nachbarschaft mit ihren Wertsachen oder zitternden Haustieren unter dem Arm, während eine Ecke weiter ein paar Jungs mit Insektenvernichtungsspray das gesamte Wohnviertel in eine Rauchwolke einhüllten. Nachdem was ich bislang alles über die Situation und jüngste Geschichte Nicaraguas gehört habe, bezweifle ich, dass das Zeugs gesund für die Anwohner ist, doch die Eindämmung der aktuellen Dengue-Epedemie hat wohl Vorrang. Über die anhaltende Ausbreitung von Dengue in Mittelamerika berichten nicht nur die hiesigen Fernsehsender, sondern mittlerweile bereits deutsche Medien, wie gestern bspw. der Artikel auf Spiegel Online.

NICARAGUA / LEON - Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

NICARAGUA / LEON – Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

In Nicaragua haben sich mit der neuen Dengue-Variante wohl schon über 2000 Personen infiziert und die ersten Todesfälle wurde bereits berichtet. Im benachbarten Honduras haben sich sogar über 15 000 Menschen mit dem durch Mosquitos übertragenen Fieber angesteckt. Da es keine Impfung gegen Dengue gibt, bleibt leider nur die Prävention mittels Mosquito-Spray wie sie mit der heutigen Ausräucherung der Wohnhäuser sogar im großen Stil betrieben wurde. Obwohl ich seit dem Dengue- und Malaria-Risikogebiet Haiti auf lästige Mückensprays verzichtete, kaufte ich mir hier gestern vorsorglich doch eine neue Dose (ist hier mit gerade mal 4 Euro sogar recht billig!). Gemessen an den zahlreichen Mückenstichen, überzeugte mich die Wirkung jedoch nicht. Alternative Produkte gab es leider eh nicht. Daher fragte ich meine Spanischlehrerin neugierig, wie die Nicaraguaner mit Dengue umgehen. Auch für die Einheimischen stellt das klassische Dengue und insb. die aktuelle Dengue-Variante ein Risiko dar.

NICARAGUA / LEON - Die Nachbarschaft

NICARAGUA / LEON – Die Nachbarschaft

Statt Repellents glaubt sie jedoch, dass Mücken auch andere chemische Produkte wie Hautcreme oder Parfüm meiden. Mein Versuch mit Sonnencreme und Repellent beeindruckte die Mosquitos in meinem Haus jedoch scheinbar nicht. Ich bin gespannt, ob die heutige Nebelaktion eine Wirkung hat. In den Räumen riecht man Stunden nach dem Einräuchern immer noch das Insektenmittel. Einige Nachbarn stehen daher immer noch vor ihren Häusern herum. Stinksauer war ich allerdings drei Stunden später, als die Bande mit ihren „Nebelmaschienen“ in meinem Lieblingsrestaurant die Luft verpesteten und sich der Chemiecocktail auf meinem Essen setzte.

Daher kam Rudolphs Einladung gerade passend, gemeinsam einen Abstecher in die Stadt zu unternehmen. Der geschiedene Ehemann meiner Gastmutter besucht hier jedes Wochenende seinen Sohn. Typischerweise gibt es dann auch immer einen gemeinsamen Video-Nachmittag. Die zahlreichen DVD-Straßen-Verkaufsstände bieten dazu für nur 20 Cordoba (60 Euro-Cent) die neusten Kinofilme an. Als mir Rudolph auf der Fahrt zu seinem DVD-Verkäufer erklärte, dass er Jura-Professor für Menschenrechte an der hießigen Universität sei, konnte ich über diese Kombination (Filmpiraterie vs. Jura-Prof) nur schmunzeln. Hier in Nicaragua gibt es eben keine GEMA, GEZ & Co.

NICARAGUA / LEON - Mittagessen in der Markthalle

NICARAGUA / LEON – Mittagessen in der Markthalle

Auf dem Markt fand ich dafür zugleich die Gelegenheit, mein entgangenes Mittagessen nachzuholen, ohne erneut von den Fuzzis mit deren Chemiecocktail aus Insektenvernichtungsmittel gestört zu werden. Wieder zuhause angekommen und den Filmabend mit Spanisch-Untertitel als „Lerneinheit“ verbucht, läuft mittlerweile zum dritten Mal ein Karnevalls-Übungs-Umzug mit viel Trommelwirbel vor der Haustüre vorbei. Langweilig wird es hier nie 😉

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Tag 20 – Besuch der Hafenstadt Puerto Plata

19. September 2013 | Posted in CARIBIC, Cities, DOMINICAN REPUBLIC, News | By

Gestern Abend überlegte ich lange hin- und her, für heute morgen wirklich den einzigen, bereits um 6:30 Uhr aus Las Terrenas abfahrenden Bus (300 RD$) nach Puerto Plata zu nehmen… und das frühe Aufstehen hat sich gelohnt!!!
Nach vierstündiger Fahrt (wegen ständigem Anhalten für die Mitnahme unzähliger Lieferungen, Säcke, etc.) überzeugte mich die ca. 130.000 Einwohner große Stadt zunächst nicht und ich hätte meine Reise fast schon voreilig nach Santo Domingo fortgesetzt. Doch der Besuch der Touristen-Information hat sich gelohnt! So viele interessante Sehenswürdigkeiten hätte ich hier im ersten Augenblick gar nicht vermutet. Also war meine erste Herausforderung, eine Unterkunft zu finden. Vorab fand ich im Internet nur wenige aber passable Angebote um die 25 Euro. Völlig ungläubig schaute ich daher auf die Preisangaben der Touri-Information: Hotelzimmer für nur 3 Euro?!?! Was man dafür bekommt, wollte ich nun wissen… Zwei Häuserecken vom Stadt-Zentrum entfernt besichtigte ich das erste „Hotel“. Naja – ein Badezimmer mitten im Hof war weniger meine Vorstellung von einem Hotel. Doch direkt im Gebäude daneben wurde ich fündig! Für 5 Euro ein Standardzimmer, für 10 Euro die Luxusvariante – unglaublich! Mein Gepäck im Zimmer deponiert, begann mir nun auch die Stadt zunehmend zu gefallen.

Nach einer Tour zum Malecon, dem Hafen und der Besichtigung der kleinen Festung Fortaleza San Felipe (ehemaliges Gefängnis und nun ein Museum, 100 RD$ Eintritt mit deutschem/schwäbischem Audio-Guide) ging es mit einem Motortaxi zur Seilbahnstation. Von dort aus gelangt man für 350 RD$ (inkl. Retour) auf den 793 Meter hohen Berg Pico Isabel de Torres. Auf dem Berg befindet sich neben einem kleinen botanischen Garten mit Lagune und einer Höhle, eine ?? Meter große Nachbildung der Christus-Statue Cristo Redentor aus Rio de Janeiro.

Ein Motortaxi brachte mich anschließend zurück ins Stadtzentrum. Auch hier sollte die Fahrt mit 100 RD$ zunächst doppelt so viel wie normal kosten und der Fahrer begann schon etwas von „lejo“ (weeeiiiittt) zu jammern als ich ihm mein Foto von der offiziellen Preisliste zeigte – danach nur noch ein „OK!“ und für 50 RD$ ging’s weiter 🙂

Für nur 50 RD$ Eintritt konnte man im Bernsteinmuseum zahlreiche Steinchen mit „konservierten“ Tierchen aus früheren Zeiten bestaunen. Da ich nach meinem Besuch versehentlich den falschen Ausgang nahm, rannte mir der Bernstein-Shop-Besitzer sogar verzweifelt und weit hinterher. An seinen teuren Angeboten hatte ich zwar kein Interesse, aber die Steinchen gefielen mir in der Tat sehr gut!

Nach einem Spaziergang durch das Stadtzentrum sollte es für heute nach diesem frühen Start auch gut sein. In meiner direkten Nachbarschaft lausche ich nebenher dem bereits über 2h lang andauernden Gottesdienst mit viel Gesang und (manchmal schräger) Live-Musik . Zwar verstehe ich außer den unzählige-male vorkommenden Hallelujahs, santos und gracias dios kein Wort, doch steigert sich der Redner so richtig in seinen „Auftritt“ hinein und schreit seit über einer Stunde bereits sehr emotional und nun allmählich erschöpft ins Mikrofon. Bequem, das neben dem Bloggen auf meinem Balkon mitverfolgen zu können 🙂

Für morgen bin ich mir noch unschlüssig, ggf. die nahegelegene Rumfabrik der Familie Brugal (eine der drei großen Rum-Marken des Landes), den Playa Dorada, Playa Long Beach oder eine andere Stadt (La Vega) im Zentrum der Dominikanischen Republik zu besuchen.

Übermorgen geht es – wenn die Einreise ohne Rückflugticket funktioniert – bereits weiter in die USA/Miami, wo ich erneut Prof. Jean besuchen werde und wo nach den vielen Ausflügen der letzten Tage eine etwas ruhigere Zeit folgen wird.

Bildergalerie

Preis-Informationen

57,60 Dominikanische Peso (DOP/RD$) = 1 EUR (18.09.2013)

300 RD$ Mit dem Bus (Mini-Van) von Las Terrenas nach Puerta Plata (180 km, 4h Fahrt)
100 RD$ Eintritt für die Festung / das Museum Fortaleza San Felipe
350 RD$ Fahrt (inkl. Retour) mit der Seilbahn auf den 793 Meter hohen Berg Pico Isabel de Torres (zur Nachbildung der Christus-Statue Cristo Redentor). Alternativ ist die Fahrt auch mit dem Taxi möglich.
ab 300 RD$ Unterkunft pro Nacht im zentrumsnahen Hotel San Miguel (Tel. 809-261-5505) oder Hotel Victoriano (500-1000 RD$, Tel. 809-580-9792)
50 RD$ Fahrt mit dem Motortaxi vom Stadtzentrum zur Seilbahnstation.
50 RD$ Eintritt für das Bernsteinmuseum (Museo del Ambar).

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Tag 17 – Reise nach Haiti / Port-au-Prince

HAITI / Carrefour - Eine Gruppe Haitianer auf dem Weg zum Wasser schöpfen.

16. September 2013 | Posted in CARIBIC, Cities, HAITI, News, Summary | By

Auf meine Reise nach Haiti war ich sehr gespannt. Neben zahlreichen eindringlichen Warnungen über Entführung, Erpressung, Raub, Armut, schlimme Hygienezustände, Malaria, Dengue-Fieber, Cholera, schlechter Infrastruktur und fürchterlichen Bedingungen sowie vielerlei, besorgte Fragen wie „Willst du wirklich in dieses Krisengebiet?, Hast du keine Angst?, …“ war ich zunächst sehr verunsichert. Trotzdem! Einmal hier und so nahe dran, ist die Neugier einfach größer.
Über 9,8 Millionen Menschen leben in Haiti – damit muss mir ein viertägiger Kurzbesuch doch ebenfalls gelingen! Und ich bin sehr froh über diese Erfahrung, denn ich nahm das Land ganz anders wahr, als durch die Medien und zahlreichen Warnungen dargestellt…
Sicherlich sind die ersten Warnungen des Auswärtigen Amtes und anderen offiziellen Stellen keinesfalls zu vernachlässigen und durch Vorkommnisse begründet. Auf Grund der eindringlichen Warnungen ließ ich sogar mein gesamtes Gepäck in Santo Domingo (Hauptstadt der benachbarten Dominikanische Republik) zurück und reiste nur mit einer Kreditkarte, Reisepass, Bad-Utensilien, Fotoapparat und Wechselkleidung in das benachbarte Haiti.

HAITI / Anreise mit CARIBE TOUR - Auf der Strecke ins benachbarte Haiti lässt sich zwischendurch immer wieder ein toller Ausblick auf die gebirgige Landschaft genießen.

HAITI / Anreise mit CARIBE TOUR – Auf der Strecke ins benachbarte Haiti lässt sich zwischendurch immer wieder ein toller Ausblick auf die gebirgige Landschaft genießen.

HAITI / Port-au-Prince - Stadtbus

HAITI / Port-au-Prince – Stadtbus

Nach der elf-stündigen Busfahrt (siehe Bildergalerie Anreise) mit Caribe Tour (davon 2 Stunden zäher Stadtverkehr in Port-au-Prince) kam ich gegen 21 Uhr und völlig orientierungslos in der dunklen Hauptstadt Port-au-Prince an – freudig empfangen von wartenden Taxifahrern. Total misstrauisch blieb mir mitten in der Nacht leider ohnehin keine andere Wahl, als eines der halsabschneiderischen Angebote anzunehmen. Dafür wurde ich sogar zum nächsten Geldautomaten chauffiert, der mir dummerweise nur große Scheine ausgab. Letztlich kannte der Taxifahrer den Weg auch nicht besser als ich, zumal die Straßennamen teils nicht angeschrieben waren und die Wege durch so manche Schotterpiste führte. Mit telefonischer Hilfe gelang es dann doch noch und ich war verblüfft über das luxuriöse Ausmaß meines Gasthauses.

Meine erste Couchsurfing Erfahrung

In Port-au-Prince unvorbereitet auf gut Glück eine Unterkunft zu finden, stellte ich mir schwierig vor. Also erinnerte ich mich an die Empfehlung und interessanten Erzählungen meiner Exfreundin Marloes, die sie mit Couchsurfing schon vielerorts auf der Welt gemacht hatte und mir als Starthilfe sogar kurzfristig eine erste positive Referenz schrieb 🙂 Wenige Minuten nach meiner ersten Anfrage durfte ich mich auch schon über Nataschas Angebot freuen, in einem ihrer vier Gästezimmer übernachten zu dürfen. Als Direktorin einer Schule schien sie mir sehr vertrauenswürdig für meinen ersten Couchsurfing-Versuch und erwies sich als einen richtigen „Glücksgriff“!!!

HAITI / Port-au-Prince: Mein

HAITI / Port-au-Prince: Mein „kleiner Fan“ – die Adoptivtochter meiner Gastgeberin

Spät abends vor ihrer Villa angekommen, war ich erstaunt über das große Haus und ihr vermeintlicher Ehemann stellte sich zugleich als Hausmeister heraus, der uns beiden kurz darauf ein kühles Bier bereitstellte. Mit Natascha mich zudem fließend in Deutsch unterhalten zu können, hätte ich vorab ebenso wenig vermutet und freute mich sehr über ihre interessanten Informationen über Haiti, ihre Schule und ihren deutschen Adoptiveltern. Sogar im deutschen Fernsehen hatte sie mit ihren Eltern bereits einen Auftritt und Preis für ihr großes Engagement in Haiti erhalten. Das dazugehörige Video hat mich sehr beeindruckt. In ihrer Küche lernte ich zunehmend mehr Leute kennen: eine Haushälterin, eine Babysitterin, eine zweite und dritte „Babysitterin“ für die Kontrolle der Hausaufgaben sowie die beiden Adoptivkinder. Mehrere Hausangestellte zu beschäftigen sei hier nicht unüblich. In einem laut auswärtigem Amt ärmsten und am wenigsten entwickelten Land der westlichen Hemisphäre hätte ich damit zunächst nicht gerechnet. Doch andererseits ist die Beschäftigung auch nicht mit deutschen Preisen zu vergleichen.

Besichtigung der Schule und Umgebung in Carrefour-Feuilles

Gespannt war ich bereits auf den folgenden Tag, an dem Natascha mich zu ihrer Schule in Carrefour-Feuilles, einem armen Viertel im Südosten von Port-au-Prince, bringen wollte. In dieser werden über 300 Kinder von mehr als 17 Lehrern unterrichtet. Durch das Erdbeben wurde die alte Schule zerstört, wobei zwanzig Kinder ums Leben kamen.

Willkommens-Gruß in der haitianischen MEVA-Schule

Willkommens-Gruß in der nach dem Erdbeben wieder neu aufgebauten, haitianischen MEVA-Schule

Mit Hilfe der Organisation HaitiCare (Nataschas deutsche Paten/Adoptiveltern sind Gründer dieser Organisation) und großem eigenem Engagement, kümmert sich Natascha seither um den Aufbau der Schule. Beeindruckt davon, wo sie die ganze Energie her nimmt, betreibt Natascha mit 30 Mitarbeitern zudem eine Kinderkrippe, einen Kindergarten, kümmert sich um ein Waisenhaus und die Ausbildung der Jugendlichen in einer Kirche. Zur Erinnerung: Zwei Adoptivkinder versorgt sie nebenher ebenfalls… Bei so viel Engagement bekomme ich als „Nur-Ein-Jahr-Reisender“ ein richtig schlechtes Gefühl und freue mich, am nächsten Tag zumindest zeitweise Gelegenheit „zum Anpacken und Mithelfen“ zu finden.

Gemeinnütziges Projekt – Aufbau einer Wasserfilteranlage

In Nataschas MEVA-Schule (La Maison des entfants du Village de l’Avenir – Haus der Kinder im Dorf der Hoffnung) in Carrefour angekommen, werde ich von einem arbeitenden, Karlsruher Studenten empfangen. Als angehender Bauingenieur kümmert er sich zusammen mit drei weiteren deutschen Studenten um den Aufbau einer großen Wasserfilteranlage. Bereits seit einigen Wochen sind die Studenten im Rahmen der Karlsruher Hochschulgruppe „engineers without borders“ für dieses Projekt (Details siehe Projektseite) vor Ort aktiv und bemühen sich mit den vorhandenen Mitteln und auftreibaren Material um die Fertigstellung der Anlage. 300 Gallonen Regenwasser sollen damit bald gefiltert werden können.

HAITI / Port-au-Prince / Carrefour - Das ist der 300-Gallonen-Tank, der von den

HAITI / Port-au-Prince / Carrefour – Das ist der 300-Gallonen-Tank, der von den „Engineers without Borders“ aus Karlsruhe zu einer Wasserfilteranlage umgebaut wird und den 300 Schülern frisches Trinkwasser bereitstellen soll.

HAITI / Port-au-Prince / Carrefour - Zusägen des Unterbaus auf dem Podest zur besseren Druckverteilung des schweren Wassertanks

HAITI / Port-au-Prince / Carrefour – Zusägen des Unterbaus auf dem Podest zur besseren Druckverteilung des schweren Wassertanks

Doch es steht noch viel Arbeit an und so freuen sich die drei Studenten über jegliche Mithilfe. In den kommenden vier Stunden lerne ich daher einiges hinzu und helfe bei der brütenden Hitze fleißig mit. Dass die fünf Einheimischen derweil zuschauend daneben stehen während die deutschen Gastarbeiter schwere Steine durch die Gegend tragen, kommt mir reichlich ineffektiv vor. Immerhin für ein Foto greifen werden sie kurzzeitig selbst aktiv und greifen zur Schaufel.

Tour durch Carrefour

Sehr gespannt war ich auf meine erste Tour durch die Stadt, nachdem ich am Vorabend leider erst im dunklen Haiti angekommen bin und damit noch nichts von der Stadt gesehen hatte. Als Tourist wurde ich zwar überall sehr seltsam beäugt und vermutlich fragte sich so mancher Einheimischer, was ich hier überhaupt mache, doch für mich war das eine ganz interessante Gegend! Je weiter ich in die Wohngegend bergaufwärts erforschte, desto wilder wurden die labyrinthartigen Gässchen und Wege rund um die willkürlich platzierten Häuser, Zelte und Blechhütten. Oftmals glaubte ich mich bereits in einer Sackgasse zu befinden und war jedesmal erneut überrascht, durch welche Häuserschlucht oder Treppe entlang einer weitere Wohnküche ich plötzlich auf das Vordach des nächsten Nachbars und von dort aus weiter kommen konnte! Neugierig und gewissermaßen spielerisch sprang ich so von Reissack zu Reissack auf manch seltsamen Trampelpfad oder durch die Regenrinne eng bebauter Häuser entlang, bis ich nach über einer Stunde nicht enden wollender Wohngegend dann doch irgendwann genug hatte und es Zeit für die Rückkehr zum Lunch wurde. Jedenfalls ein abenteuerliches und schönes Erlebnis, durch die vielfältig und scheinbar willkürlich gebauten Wohngegend zu laufen!

HAITI - Wild bebaute Wohngegend in Carrefour

HAITI – Wild bebaute Wohngegend in Carrefour

Ausblick auf die Nachbarschaft im Stadteil Carrefour vom Dach der MEVA-Schule

Ausblick auf die Nachbarschaft im Stadteil Carrefour vom Dach der MEVA-Schule

HAITI - In den überall sehr vollen und lebhaften Straßen herrscht reger Handel und sind Einheimische beim

HAITI – In den überall sehr vollen und lebhaften Straßen herrscht reger Handel und sind Einheimische beim „Einkauf mit Köpfchen“ bzw. ausbalanciertem Transport auf dem Kopf anzutreffen

Tour durch Port-au-Prince / Petion-Ville

HAITI / Petion Ville

HAITI / Petion Ville

 

HAITI - Immer wieder eine Überraschung, wo mein Weg mich als nächstes hinführt... hier entlang einer wilden Müllkippe.

HAITI – Immer wieder eine Überraschung, wo mein Weg mich als nächstes hinführt… hier entlang einer wilden Müllkippe.

HAITI /

HAITI / „Neubau-Gegend“

 

About Haiti

Vor Ort war ich von der „Realität“ Haitis sehr überrascht und froh, das Land trotz immenser Sicherheits- und Reisewarnungen bereist und kurzzeitig erlebt zu haben. Sicherlich haben die eindringlichen Sicherheitswarnungen ihre Berechtigung und sind gut begründet. In Haiti angekommen, war ich jedoch nur wegen diesen zahlreichen Vorab-Warnungen anfänglich verunsichert und glücklich zu erfahren, dass die Wahrnehmung vor Ort eine andere ist. Ohne das Wissen über die Reisewarnungen und Sicherheitshinweise hätte ich mich vor Ort nicht un-/sicherer gefüllt, als in vielen der bisher bereisten Länder wie Kolumbien, Ecuador oder Ägypten. Auch dort herrscht ein gewisses, im Vergleich zu Deutschland selbstverständlich höheres Level an Kriminalität und erfordert eine höhere Aufmerksamkeit und ein ausgeprägteres Bewusstsein für die Umgebung, in der man sich gerade aufhält. Doch nur weil die Menschen in Haiti besonders arm dran sind, fördert das glücklicherweise nicht gleich die Kriminalität oder hemmt die Gewaltbereitschaft der allgemeinen Bevölkerung! So war in den Straßen Port-au-Princes überall reger Handel und Verkehr, doch Grund sich in den Menschenmassen unsicher zu fühlen, gab es nicht!

Kilometerlanger Marktplatz entlang des Straßenrandes

Kilometerlanger Marktplatz entlang des Straßenrandes

Eine sehr lebhafte Straße in Carrefour mit zahlreichen Obst- und Gemüseständen

Eine sehr lebhafte Straße in Carrefour mit zahlreichen Obst- und Gemüseständen

Zwar fällt man als (sehr seltener!) Tourist in den Straßen und Wohngebieten sofort auf, doch im Gegensatz zu Ägypten oder touristischen Gebieten anderer Länder, wird man in Haiti trotzdem nicht von Händlern, Taxifahrern und sonstigen Dienstleistern belagert, verfolgt oder anderweitig belästigt. Lediglich das ein oder andere vorbeilaufende Kind hält ab und zu erwartungsvoll seine Hand für eine Spende hin. Angesichts der Armut und dem niedrigen Lebensniveau war ich darüber überrascht, von keinem ein ungewolltes Geschäft/Kauf aufgeredet zu bekommen und nur sehr selten um Geld gebeten zu werden. Vielmehr waren die Haitianer auf den Märkten mit ihren eigenen Landsleuten beschäftigt und wunderten sich allenfalls über einen vorbei-spazierenden Touristen.

Trinkwasserproblem in Haiti

Trinkwasserproblem in Haiti

Auch den hygienischer Zustand hatte ich mir aus Bildern und Berichten schlimmer vorgestellt. Zwar ist die Trink-Wasserversorgung (insb. angesichts der Cholera-Warnung) ein regelrechtes Problem, so dass Wasser von den zahlreichen Wasserverkaufsstationen bezogen werden muss, doch beim Hygienezustand im Allgemeinen sah ich keinen spürbaren Unterschied zu bisher bereisten Ländern. Ganz im Gegenteil – von so einigen luxuriösen Wohnvierteln war ich regelrecht überrascht und auch in den ärmeren und wild bebauten Wohngegenden, begannen sich die Einwohner – trotz Armut und herbem Rückschlag durch das schwere Erdbeben – vielerorts wieder „wohnlicher“ einzurichten und das Aussehen des Eigenheims aufzupeppen.

HAITI - In der bunten Wohnsiedlung Petion-Ville herrscht reger

HAITI – In der bunten Wohnsiedlung Petion-Ville herrscht reger „Baum- und Renovierungsbetrieb“

HAITI - Bunt bemalte Häuser in der Wohngegend rund um Petion-Ville

HAITI – Bunt bemalte Häuser in der Wohngegend rund um Petion-Ville

Eigentlich hätte ich Haiti gerne noch ein paar Tage länger erlebt und weitere Orte bereist, doch während ich mit meinen wenigen Worten Spanisch in vielen Ländern bisher problemlos herum kam, fiel mir das in Haiti ausgesprochen schwer. Kaum einer sprach hier leider Englisch oder Spanisch und mit Kreolisch und Französisch konnte ich hingegen leider nicht viel anfangen. Während ich in Port-au-Prince mit „Freschly“ immerhin meine persönliche, kleine (sechsjährige) und dreisprachige Übersetzerin hatte, wäre das bei der Weiterreise in dieser untouristischen Gegend sicherlich eine große Herausforderung geworden.

Zudem war ich sehr überrascht über das stolze Preisniveau der Taxis, das sich angeblich nicht nur gegenüber Touristen auf diesem hohen Level befindet. Die Kombination aus mangelnden Sprachkenntnissen und somit dem Unvermögen mit den teuren Taxifahrern ordentlich verhandeln zu können sowie die allgemeine, nicht im besten Zustand befindliche Infrastruktur, machten mir die Entscheidung leicht, Haiti lieber erst in ein paar Jahren erneut und mit etwas mehr Zeit zu bereisen.

 

Bildergalerien

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EWB Projekt - Aufbau Wasserfilteranlage EWB Projekt - Aufbau Wasserfilteranlage EWB Projekt - Aufbau Wasserfilteranlage << EWB Projekt
Aufbau Wasserfilteranlage
Port-au-Prince / Petion Ville Port-au-Prince / Petion Ville << Port-au-Prince,
Petion Ville

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Tag 13 – Ciao Santo Domingo / Aufbruch nach Haiti

DOMINICAN REPUBLIC / Santo Domingo - Tierfreunden wird der Straßenverkauf dieser gefangenen Fische nicht gefallen.

12. September 2013 | Posted in Capitals, CARIBIC, Cities, DOMINICAN REPUBLIC, HAITI, News | By

Die Hauptstadt Santo Domingo ist eine sehr touristische und sehenswerte Stadt mit vielen Museen und historischen Gebäuden. Außer einer kleinen Gruppe deutscher Touristen traf ich allerdings bislang nur Einheimische an. Vermutlich lassen sich die meisten Europäer doch eher von der Hurrikan-Session abschrecken, obwohl davon bislang außer den billigen Flugpreisen nichts wahrzunehmen war.

Bevor ich nun nach Haiti aufbreche (keine Ahnung, wie ich da hin kommen werde!) und ggf. wieder meine SD-Karte verliere (doch es gab einen ehrlichen Finder!!! Damit hatte ich nicht gerechnet!), habe ich meine Eindrücke aus Santo Domingo in den folgenden Bildergalerien festgehalten:

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Tag 12 – Auf nach Santo Domingo und Haiti!

11. September 2013 | Posted in Capitals, CARIBIC, Cities, DOMINICAN REPUBLIC, HAITI, News | By

Zwei Tage Stadt-Tour in Santo Domingo

Morgen früh geht es nach dem Frühstück mit dem vierstündigen Express-Bus weiter nach Santo Domingo (Hauptstadt der Dominikanischen Republik). Dort angekommen, werde ich mich nach einer Stadttour und zwei Tagen Aufenthalt schlau machen, wie ich weiter nach Haiti reisen kann.

Haiti-Reisewarnungen

Zudem werde ich mein Gepäck in Santo Domingo deponieren und nur mit einer Minimalausstattung in das angrenzende Haiti reisen, denn das Auswärtige Amt spricht immer noch Reisewarnungen auf Grund sehr hoher Kriminalität, großer Armut, Cholera und miserabler Infrastruktur aus. Haiti war bereits vor dem Erdbeben das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und gehört zu den am wenigsten entwickelten Länder. Laut dem Auswärtige Amt ist das Kriminalitätsniveau in Haiti sehr hoch und Ausländer werden dort oftmals gezielt ausgeraubt, z.B. nach der Erledigung von Bankgeschäften. Auch Entführungen und Raubüberfälle sind laut AA ein großes Problem. Das Land leide zusätzlich an den verheerenden Folgen des Erdbebens von 2010, sowie an schweren Überschwemmungen, Überbevölkerung, Verelendung breiter Volksschichten, verbreiteten Krankheiten sowie schlechten hygienischen Verhältnissen. Der Empfehlung des Auswärtigen Amtes, mich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, kam ich daher vorsichtshalber nach. Die Dominikaner wollten mich mittels Horrorgeschichten ebenfalls abschrecken und als Geldquelle lieber im eigenen Land behalten. So warnte mich ein Kioskverkäufer, in Haiti höchstwahrscheinlich erschossen oder gekidnappt zu werden. Ich bin trotzdem zuversichtlich in einer Woche wieder heil in die Dominikanische Republik zurückzukehren und hoffe, meine Cholera-Impfung tut angesichts der medizinischen Reisewarnung ihr Bestes. Mal schauen, ob ich mein Gepäck und Zweit-Fotoapparat eine Woche lang in Haiti verteidigen kann…

Erste Couchsurfing-Erfahrung

Auf Empfehlung meiner Exfreundin werde ich zudem erstmals Couchsurfing ausprobieren und bin gespannt auf diese Erfahrung. Zu Gast bin ich zusammen mit vier weiteren Deutschen bei Natascha, einer jungen Lehrerin in Port-au-Prince, die schon häufig ausländische Gäste aufnahm und gleich über 4 Gästezimmer verfügt. Über ihre Einladung freue ich mich und bin gespannt…

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Tag 1 – Ankunft in Puerto Rico

PUERTO RICO - Old San Juan - Aussicht von der Terrasse.

31. August 2013 | Posted in CARIBIC, Cities, News, PUERTO RICO | By

Der neunstündige Flug war eine prima Gelegenheit etwas Schlaf der letzten Nächte nachzuholen. Die langen Nächte der letzten Woche kommen mir nun jedoch zu gute und der sechsstündige Zeitunterschied bleibt fast unbemerkt. Hingegen deutlich spürbar war der gewaltige Temperaturunterschied zwischen der eiskalten Condor-Maschine und dem feucht-heißen San Juan! Die meisten Touris zogen sich daher noch gleich am Flughafen um.

Für nur 75 Cent brachte uns (fünf Mädels aus Freiburg, Nürnberg, Hamburg und Zürich wählten dieselbe Unterkunft und sprachen idealerweise auch noch fließend spanisch) ein Bus in die Altstadt San Juans und bot auf der 50-minütigen Fahrt durch die Hauptstadt Puerto Ricos eine erstklassige und preiswerte Sightseeingtour!

Im Appartement angekommen, bietet die Terrasse der sechsten Etage einen herrlichen Blick auf den Hafen San Juans und auf die ablegenden Kreuzfahrtschiffe während die benachbarte Bar mit heißen Salsa-Rhythmen einen schönen Ausklang des heutigen Tages garantiert…

PUERTO RICO - Old San Juan - Aussicht von der Terrasse. Im Hintergrund ein ablegendes Kreuzfahrtschiff.

PUERTO RICO – Old San Juan – Aussicht von der Terrasse. Im Hintergrund ein ablegendes Kreuzfahrtschiff.

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GERMANY – Frankfurt am Main

GERMANY – Frankfurt am Main

18. August 2013 | Posted in Allgemein, Cities, EUROPE, GERMANY | By

GERMANY - Frankfurt am Main - Blick auf die Frankfurter Skyline von der Aussichtsplattform des Main Towers im Sommer 2013.

Zwei Jahre lang wohnte ich in der fünft-größten Stadt Deutschlands (nach Berlin, Hamburg, München und Köln) mit ihren derzeit rund 680.000 Einwohnern. Vor meinem Good-Bye aus Frankfurt bot das vergangene Wochenende eine gute Gelegenheit, eine kleine Sight-Seeing-Tour zu unternehmen. Die Eindrücke von der Frankfurter Skyline und einer Reihe weiterer schöner Sehenswürdigkeiten habe ich in der folgenden Fotogalerie dargestellt:

PLACES > EUROPE > GERMANY > Frankfurt-am-Main

 

 

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GERMANY – Bad Homburg

GERMANY - Bad Homburg

16. Juni 2013 | Posted in Allgemein, Cities, EUROPE, Events, GERMANY, News | By

GERMANY - Bad Homburg

GERMANY – Bad Homburg

Typischerweise wird die jährliche Distriktkonferenz vom Rotary-Club des amtierenden Distrikt-Governors ausgerichtet.
Somit fand die diesjährige Konferenz in der gemütlichen Kur- und Kongressstadt Bad Homburg vor der Höhe statt.

Bekannt ist Bad Homburg u.a. für sein Casino, das Mutter von Monte Carlo genannt wird. Auch wenn die rund 60.000 Einwohner große Kurstadt mit dem Motto Champagnerluft und Tradition für sich wirbt und der stellvertretende Bürgermeister uns den Hintergrund des Slogans bei seiner Eröffnungsrede erläuterte, ist mir die besagte Champagnerluft bei meinem Besuch zumindest entgangen.

Dafür war im Rahmenprogramm jedoch eine interessante Führung durch das Schloss, den Kurpark und das Casino geboten.
Einige Eindrücke dieser Tour habe ich festgehalten und präsentiere die Bilder auf der folgenden Seite:

PLACES > EUROPE > GERMANY > Bad Homburg vor der Höhe

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GERMANY – Frankfurt am Main – JPMCC 2013

GERMANY / Frankfurt am Main - JP Morgan Corporate Challenge Chase 2013

12. Juni 2013 | Posted in Cities, EUROPE, Events, GERMANY, News | By

GERMANY / Frankfurt am Main - JPMCCC 2013

Der Frankfurter J.P. Morgan Corporate Challenge Chase ist immer wieder ein tolles und geselliges Event. In diesem Jahr nahmen über 68.700 Mitarbeiter von 2.782 verschiedenen Unternehmen an dem 5,6 km langen Firmenlauf und der größte Laufveranstaltung Deutschlands durch die Frankfurter City teil. Die ersten rannten mit etwas mehr als 16 Min. bereits durchs Ziel. Mit meinen 28 Min. war ich auch dieses Jahr recht glücklich und der Hürdenlauf um die zahlreichen Teilnehmer war wie immer ein großer Spaß! Der riesenlange Tisch mit Bananen beeindruckt mich jedes Jahr erneut (siehe Foto 30). Unser Grillfest am Mainufer sorgte für einen gemütlichen Ausklang mit den Kollegen.

 

Link zur Bildergalerie:

PLACES > EUROPE > GERMANY > Frankfurt-am-Main JPMCCC 2013

 

 

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