Tag 28 – Kreuzfahrt zur Bahamas-Insel Bimini

USA / Miami / Cruise Boat - From Miami to Bimini (Bahamas)

27. September 2013 | Posted in BAHAMAS, Beaches, CARIBIC, Florida, Islands, News, USA | By

Woooowwwww!!!!! Die Kreuzfahrt nach Bimini… ATEMBERAUBEND!!!! Bereits der Sonnenaufgang im Miami bei meiner Ankunft mit dem Tri-Train hat mich fasziniert – doch es sollte noch viel besser werden! An diesem morgen um 5 Uhr aufzustehen, um mit Taxi, Bus und Bahn rechtzeitig am 40 km entfernten Ferry-Dock in Miami anzukommen, bereue ich keine Minute! Zwar bekam ich beim Check-In mein 5 Min. zuvor hungrig erworbenes, großes Sandwich gleich wieder abgenommen, da das Mitführen von Lebensmitteln und Getränken strikt und unter Androhung einer Strafe von 500 US$ verboten ist … trotzdem: die Entschädigung sollte kurz darauf erfolgen!

USA / Miami / Cruise Boat - Relaxen auf dem Sonnendeck mit Blick auf Miamis Skyline.

USA / Miami / Cruise Boat – Relaxen auf dem Sonnendeck mit Blick auf Miamis Skyline.

 

USA / Miami / Cruise Boat - Strahlender Sonnenschein auf Deck 10.

USA / Miami / Cruise Boat – Strahlender Sonnenschein auf Deck 10.

Die Ankunft erinnerte an eine Spezialagenten-Szene. „Achtung, eine weitere Person kommt rein…“, „ich sehe ihn!“, „er befindet sich im Flur!“, „ja, er ist nun drin“, … „hier kommt ein weiteres Auto mit vier Personen an – Ich schicke sie zu euch rüber…“ – was das soll?! Am Terminal des großen Kreuzfahrtschiffes befanden sich mehr Angestellte als Passagiere und sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Alle 2 Meter stand eine weitere Angestellte, grüßte und zeigte den Weg, damit sich auf den wenigen Zentimetern bis zur nächsten Angestellten ja nicht verirrt.

USA / Miami / Cruise Boat - Gäste beim Sonnenbad.

USA / Miami / Cruise Boat – Gäste beim Sonnenbad.

USA / Miami / Cruise Boat - Dieser armen Bahamerita (links) ist die Hose nach dem üppigem Frühstück bereits zu eng geworden.

USA / Miami / Cruise Boat – Dieser armen Bahamerita (links) ist die Hose nach dem üppigem Frühstück bereits zu eng geworden.

Währenddessen tanzte eine ultraheiße im knappen Bikini bekleidete „Bahamarita“ nach der nächsten an mir vorbei. Ich durfte gespannt sein, wie das auf dem Schiff erst sein wird… und konnte nur noch staunen! Hier geht es jedenfalls wesentlich freizügiger, und gelassener als in Nord-Europa zu 🙂 Auch meine Trauer um das abhanden gekommene Sandwich war schnell verlogen, als ich das lange Gratis-Buffet auf beiden Seiten des Party-Decks mit vielen frischen Früchten erblickte.

USA / Miami / Cruise Boat - Bye Bye Miami.

USA / Miami / Cruise Boat – Bye Bye Miami.

USA / Miami / Cruise Boat - Der DJ und seine Gäste sind bester Laune.

USA / Miami / Cruise Boat – Der DJ und seine Gäste sind bester Laune.

Und das alles für 0 US$ Ticketpreis!!! Jean ist ein Genie! (…an bestimmten Tagen ist dieser Trip jedoch auf regulär für 20US$, sonst ca. 120US$ zu haben und auch für diese Preise sehr zu empfehlen – siehe Link !). Die drei Stunden auf dem Schiff „Bimini Super Fast“ vergehen jedenfalls tatsächlich rasend schnell und um 12 Uhr ist Bimini zum Greifen nah…

 

Zu früh gefreut! Nur anschauen! „Nicht anfassen“!

Vierhundert Meter vor Bimini endet die Reise unerwartet abrupt und unglücklich! Das das große Schiff wegen des erst noch nicht (Zieltermin: Oktober 2013) fertiggestellten Docks nicht direkt bei der Insel anlegen kann, erfolgt der Weitertransport kurz vor der Küste i.d.R. durch zeitaufwendiges und geduldsames Umsteigen auf kleinere Boote. Wegen starken Wellengangs (auf dem großen Schiff kaum bemerkbar!) musste der Transfer jedoch leider plötzlich abgebrochen werden. Viele der amerikanischen Passagiere waren außer sich vor Wut. Das Schiff sollte nun fünf Stunden vor der Küste warten und dann wieder mit allen Gästen zurückfahren.

USA / Miami / Cruise Boat - Das Casino lockt einige Zocker zum Zeitvertreib an.

USA / Miami / Cruise Boat – Das Casino lockt einige Zocker zum Zeitvertreib an.

 

Als Ersatz gab es zum einen palettenweise Sandwiches und ein weiteres Gratis-Buffet. Zudem dürfen alle Gäste diese Reise erneut gratis unternehmen oder sich 80% des Geldes ausbezahlen lassen. Für mich war die Option sofort klar (80% von 0 US$ war wenig überzeugend!) und ich freute mich, das Vergnügen bald erneut für 0 US$ und dann sogar zusammen mit Jean zu haben. Denn was will man(n) mehr?! Es könnte Schlimmeres geben als bei knallender Sonne auf der Liege des Partydecks mit vollem Baum, heißen Salsa-Rhythmen und ebenso heißen Moves der Latinas* von den Wellen in ein sanftes Mittags-Nickerchen geschaukelt zu werden… Auch die ständigen Durchsagen „Ladies and Gentleman, we kindly remind you, that there is free lunch waiting for you on deck 10. Also good music and you can join our lottery…“ störten bei dieser Rundumzufriedenheit nur wenig.

USA / Miami / Cruise Boat - Heißes Sonnenbad auf Deck 10.

USA / Miami / Cruise Boat – Heißes Sonnenbad auf Deck 10.

Ob die Liege nun auf dem sonnigen Deck oder am Strand steht… kaum ein Unterschied. Nur die verlockende Abkühlung durch das glitzernde, königsblaue Meer hätte das noch perfekt gemacht! Ohne Digi-Cam und Reisepass wäre die Versuchung vermutlich groß genug gewesen, einfach von Board zu springen und zur Bahamas-Insel rüber zu schwimmen! Erfahrungen bei illegalen Einreisen habe ich ja spätestens seit meinem Kolumbien-Ecuador-Malheur 2012 mit dem gestohlenen Reisepass (Artikel über diese Extra-Story folgt irgendwann). Hier würde es sich wenigstens lohnen! Aber die zweite Gratis-Tour soll mir auch recht sein…
*) Für die weiblichen Leser: Muskulöse und halbnackte Amerikaner und Latinos liefen hier natürlich ebenfalls herum – eine Tour mit „Bimini Super Fast“ ist also für jeden das Richtige 😉 Und da alles (vermutlich bis auf diesen einen deutschen Schmarotzer :)) zahlende Gäste sind, bleibt angenehmerweise auch die übliche Belästigung und Geldbettelei durch „leichte Mädels“ erspart.

Immer wieder für Überraschungen gut

Vom vielen Essen und dem stundenlangen Sonnenbaden trotz wiederholender Gratis-Buffet-Durchsagen fast eingeschlummert und diese mittlerweile im Halbschlaf ignorierend, hätte ich diesen Moment in der heißen Sonne um Haaresbreite verschlafen! Die sprunghaften Bahamatianer! Nun also doch! Ausgewählte Passagiere (Einwohner und Touristen mit Hotelbuchung) dürfen das Boot verlassen. Eine Hotelbuchung habe ich zwar nicht, aber wer will das schon prüfen können. Erneut versammeln sich alle reisefertig in der Sports-Bar und sind gespannt ob es diesmal klappt. Schließlich mussten die rund 100 mit dem ersten Boot transportierten Kurzzeitbesucher wieder abgeholt werden. Und tatsächlich. Trotz wackeliger Angelegenheit konnte das kleine Boot am Schiff andocken und alle waren happy! Ein etwas angetrunkener und über 240 Pfund schwerer Amerikaner sorgte während der 30-minütigen Fahrt lautstark und etwas lallend immer wieder für gute Stimmung und Gelächter. Nur einigen Eltern ärgerten sich etwas über so manch unsittlichen Spruch – doch da sind die Amerikaner manchmal ja ohnehin etwas empfindlicher/spießiger.

Welcome at Binimi

Auf der Bahamas-Insel angekommen ging alles ganz flott. Pass gestempelt, zwei Schritte weiter ins Ferien-Ressort und mit dem kostenlosen Shuttle direkt zum Strand, um die letzte Sonnenstunde und den Sonnenuntergang zu genießen.

Sonnenuntergang in Bimini (Bahamas)

Sonnenuntergang in Bimini (Bahamas)

Meine kostenlose Hängematte für heute Nacht habe ich auf dem 20-minütigen Rückweg durch das große Ferienressort auch schon entdeckt! Warum die Ferienhäuser gut 500 US$ kosten, ist mir bei dem Anblick der zahlreichen „Villen“ nun klar.

BAHAMAS / Bimini - Hängematte

BAHAMAS / Bimini – Hängematte

Auch eine Pizza für 40 US$ aufwärts hat hier einen stolzen Preis. Zum Glück bin ich bereits papp-satt und genieße den restlichen Abend nun mit den verbleibenden Touristen an der Bar…

P.S.: Das mit dem vom Board springen und rüber schwimmen wäre eine schlechte Option gewesen! Mit dem Boot dauerte es 30 Minuten! Es waren demnach doch etwas mehr als nur ein paar hundert Meter. Wie gut dass mich meine Wertsachen von solchen Spontanitäten abhalten… 😉

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Tag 27 – Wochenend-Trip zur Bahamas-Insel Bimini

26. September 2013 | Posted in BAHAMAS, Beaches, CARIBIC, Islands, News | By

Für unfassbare 0 US$ organisierte der Reisefuchs Jean uns ein unschlagbar billige Reise zur ca. 80km östlich von Miami liegenden und gerade mal 11km langen und 200m breiten Bahamas-Insel Bimini. Da seine Mutter sehr nervös vor einer bevorstehenden OP ist und Jean sie daher spontan eine Woche in Venezuela besuchen wird, werde ich die folgende Woche leider „alleine“ auf den Bahamas und in Florida verbringen. Jean buchte ersatzweise für „weitere“ 0 US$ eine neue Tour nach Bimini mit seiner gesamten Familie im Dezember. Der Preis relativiert sich jedoch durch das 500 US$ teure Appartement, desselben Anbieters. Mein Glück, dass ich mit einer Hängematte ausgestattet, gratis übernachten werde. In der Hoffnung, dass ein leckeres Sandwich dort auch für unter 50 US$ zu haben ist, mache ich mich auf den Weg, zwei ruhige Tage auf der Bahamas-Insel zu verbringen.

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Tag 23 – Welcome to Miami!

Fort Lauderdale

22. September 2013 | Posted in Beaches, Florida, News, NORTH AMERICA, USA | By

Meine Bedenken über die USA-Einreis mit einem One-Way-Ticket waren unnötig. Der Officer der Borderline Protection stellte mir – verglichen mit den wortkargen, deutschen Grenzbeamten – zwar massenhaft Fragen über meine Herkunft, meinen Job und Umstände des USA-Aufenthaltes, doch interessierte sich dann sehr für meine Reise als Ganzes, deren geplanten Verlauf und erwarteten Kosten. Ich hoffe ihn nun nicht auf dumme Gedanken gebracht zu haben… Jedenfalls wollte er unbedingt den Link zu meinem Reiseblog haben, so dass ich künftig wohl mit meinen Posts a la Bimini-Reiseticket-Tricks aufpassen muss. Für meine Weiterreisedokumente interessierte sich jedenfalls niemand!

In Fort Lauderdale / Miami hat sich seit meinem letzten Besuch 2011 außer den nun wieder abgebauten, riesigen „100 Jahre Fort Lauderdale“-Buchstaben nichts verändert. Immer noch verlockt der kilometerlange, tolle Strand, die dahinter liegende „Partymeile“ und unzähligen vielen heiße Mädels! Zugleich geht es hier wieder viel ruhiger und gelassener zu als auf der dominikanischen und haitianischen Insel.

Mit der 2-stündigen Verspätung des Fluges, konnte ich diesmal dafür das beeindrucken helle und ewig weite Lichtermeer der 6-Millionen-Metropolregion Floridas bestaunen. Zwar ist das energiepolitisch nicht so toll aber trotzdem nicht weniger schön anzusehen.

right now, it’s the busiest time of my life!

Obwohl Jean sich in der heißen Endphase des Tenure-Tracks befindet und ihm damit nach sieben Jahren als Assistent Professor die Chance bevorsteht, in Kürze eine Stelle als Professor auf Lebenszeit zu erhalten, wurde es noch ein langer Abend. Bis 3 Uhr nachts erhielt ich von ihm als „Reise-Meister“ und Mitglied im Travelers Century Club mit bereits über 139 besuchte Territorien der Welt (siehe Liste aller weltweit 321 Territorien) zahlreiche Tipps, neue Anregungen und Empfehlungen.

 

Neue Reiseroute und Prioritäten – Zeit Spanisch zu lernen!

Meine ursprüngliche Reise-Route ist damit bereits komplett passé. Das Argument, für meine Reise schnellstmöglich Spanisch lernen zu müssen, ist sehr treffend! Mit meinen drei- bis vierhundert Worten Spanisch plus Gestikulieren kann ich mittlerweile zwar einige begrenzte Small-Talk-Gespräche führen und nach dem Weg fragen, doch ein Jahr nur auf diesem Level zu kommunizieren, wäre schon bald recht eintönig und langweilig. Von mehreren Freunden und Langzeitreisenden habe ich daher bereits die Spanisch-Sprachschule in Antigua/Guatemala empfohlen bekommen. Da sich dieser Tipp mittlerweile jedoch bereits überall rumspricht und Antigua damit ggf. bereits zu überlaufen und touristisch ist, werde ich ggf. auf die Nachbarländer ausweichen. Die sündhaft billigen Flugpreise zwischen 30 und 70 Dollar haben mich jedenfalls für die Abkürzung meiner Route („skip the south states and mexiko! you can do that later!“) restlos überzeugt. Der Hauptstandort Fort Lauderdale der Billigfluggesellschaft Spirit Air ist einfach ideal, für einen Besuch der Länder El Salvador, Costa Rica oder Guatemala! Nach zwei bis drei Wochen in Florida werde ich daher einen kleinen Sprung in den Süden machen.

Eindeutig zu viel Gepäck!

Zuvor ist es allerdings absolut erforderlich mein bei der Abreise eigentlich nur 12kg schweres Gepäck um mindestens 50-70% zu reduzieren. Zwar wird mir das schwerfallen, meine Weiterreise jedoch ungemein vereinfachen. Vermutlich hatte ich bislang vergebens darauf spekuliert, dass mir bald etwas gestohlen wird. Nun muss ich also selbst entscheiden, was nicht weiter mitreisen darf… sehr spendabel und mit großem Vergnügen werde ich bis zur Weiterreise daher die üppig eingepackte Sonnencreme aufbrauchen, die an Floridas Stränden sicherlich gut investiert ist.

 

Erste Eindrücke aus den USA (trotz zweitem Besuch!)

Während Jean täglich (und in diesem Jahr bislang ausnahmslos *jeden!* Samstag und Sonntag) bis tief in der Nacht an der Uni arbeitet, freue ich mich über sein Angebot, zwischenzeitlich sein Auto für Ausflüge nutzen zu können. Am späten Sonntagabend (mittlerweile ist es 23 Uhr) treffe ich an der Uni immer noch über 14 fleißig arbeitende Architekturstudenten an, denen ich in Jean’s XXXL-Sakko (die Klimaanlage ist eisig kalt!!!) wohl etwas seltsam vorkomme. Naja, die USA und Deutschland sind eben doch recht verschieden! Während bei uns eher bald wieder die Heizungen anspringen, werden hier die Innenräume – für mich unverständlich – auf Tiefkühltruhentemperaturen heruntergekühlt und die Amerikanern ist das in kurzen Shorts immer noch zu heiß… ?! Das verstehe wer will! Meine Jacke schmeiße ich damit wohl besser nicht aus dem Gepäck! Beeindruckend ist auch die Übergröße von wirklich allem!!! Seien es die breiten Straßen, großzügigen Parkplätze oder 10kg Jumbo-Salatpackungen – hier ist einfach alles etwas größer als Zuhause. Und manchmal sogar wesentlich billiger! Für 20 US$ schleppten wir heute (am Sonntag haben in dieser touristischen Gegend trotzdem sehr viele Geschäfte geöffnet!) kiloweise frisches Obst und Gemüse aus einem Laden, das in Deutschland gut das dreifache gekostet hätte! Die verschwenderische Unart, jedes Kaufobjekt in eine eigene Plastiktüte zu verstauen, entspricht hier jedoch absolut nicht den deutschen, umweltbewussten Gepflogenheiten. Obwohl ich mich als Autofahrer auch immer wieder über billigen Sprit freue, sind hier Rohstoffe und Energie wohl doch einfach noch zu billig, um für ein bewussteres Verhalten zu sorgen.

 

Die nächsten Tage und Wochen in Florida

Nach 21 Tage recht schnellem Reisen, wird es in Florida vermutlich etwas langsamer und gemütlicher zugehen. Zu sehen und besuchen gibt es trotzdem genug! Neben Miami, Fort Lauderdale und einen Abstecher auf die Bahama-Insel Bimini, interessiert mich auch ein Besuch der Everglades Alligator Farm, des West Palm Beaches, der Florida Keys, die Nationalparks, die Jungle Island, das Kennedy Space Center, das Universal Orlando Resort, die Disney Themenparks und das EPCOT. Bei Gelegenheit werde ich einen Blick in den Lonly Planet werfen müssen, was es hier noch so alles zu erleben gibt. An Strandtagen wie heute bleibt hingegen immer mal wieder Zeit, etwas Spanisch zu lernen, den die USA soll eigentlich nur eine kurze Verschnaufspause vor der anstehenden Weiterreise sein.

 

Zu den Bildern aus Fort Lauderdale / Miami / Tampa / Clearwater von 2011

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Tag 18 – Tour nach Las Terranes auf der Halbinsel Samana

Bucht der Halbinsel Samana

17. September 2013 | Posted in Beaches, CARIBIC, DOMINICAN REPUBLIC, News | By

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Blick auf die Bahia de Samana

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Blick auf die Bahia de Samana

Spät abends von der elf-stündigen Reise aus Port-au-Prince wieder in Santo Domingo angekommen, bemerke ich, dass mir für die Erkundung des Nordens der Dominikanischen Republik nur noch 4 Tage verbleiben.

Dabei soll gerade die Reise in das gebirgige Hinterland, der Besuch einer Stadt im Landesinneren oder aber ein Besuch der zahlreichen Strände und Wasserfälle auf der Halbinsel Samaná sehr toll sein.
In Puerto Plata war so kurzfristig jedoch leider keine rentable Unterkunft unter 80$ mehr zu finden.
Mittlerweile habe ich mich mit den lukrativen Preisen um die 20 US$ für ein Einzelzimmer angefreundet und werde am Playa Bonita auf der Halbinsel Semana schließlich fündig. Damit steht fest, wo die Reise in wenigen Stunden hinführen wird. Mein Gepäck lasse ich wie die letzten sechs Tage auch diesmal wieder in Santo Domingo zurück und mache mich mit einer Minimalausstattung und neuer Kleidung auf den Weg. Für nur 320 RD$ (5,30 Euro) fährt Caribe Tours mehrmals täglich in das zwei Stunden entfernte Sanchez. Von hier aus kann man die letzten 17km zum Playa Bonita (in der Nähe von Las Terranes) mit einem lokalen Bus für ca. 50 RD$ zurücklegen.

Bewusstes Missverständnis um den Taxi-Preis

In Sanchez mit dem Bus angekommen, stürzen sich sofort die hektischen Taxifahrer auf die aussteigenden Gäste. Mit meinen wenigen Worten Spanisch war „Tranquillo!“ immerhin das richtige, um für etwas Ruhe zu sorgen. Verdächtig kam mir hingegen gleich vor, dass sich der Motorrad-Taxifahrer sofort auf meinen Preis „para 50 a Las Terranes?!?“ einließ, was dem Preis des Busses entsprach. Die „Spezifikationslücke“ wurde mir auch prompt bewusst, doch wartete ich mal ab, ob er tatsächlich so frech werden würde, mir für 17 Kilometer Motorradfahrt 50 US-Dollar statt 50 Dominikanische Peso (1 Euro) abknöpfen zu wollen.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Das bergige Hinterland auf der Halbinsel Samana.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Das bergige Hinterland auf der Halbinsel Samana.

 

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Die grüne vom Meer umgebene Landschaft der Halbinsel.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Die grüne vom Meer umgebene Landschaft der Halbinsel.

Nach vier Kilometer Fahrt durch das steile Gebirge mit einer atemberaubend tollen Landschaft und Ausblick auf die weiten Palmenstrände der Halbinsel begann er dann davon zu schwärmen, was man für 50USD heutzutage schönes erleben kann. Für mich jedenfalls höchste Zeit ihn zu korrigieren! Wohlwissend das 50USD überzogen zu viel ist und genervt von meiner ständigen Wiederholung „No Dollares – 50 Pesos!!!“ klingt sein neues Angebot „500 Pesos“ (ca. 12 USD) schon etwas vernünftiger, passt mir aber immer noch nicht. Bei so viel Frechheit, mir mitten im Nirvana überteuerte Fahrpreise andrehen zu wollen, schlage ich auch sein Angebot aus, mich für ca. 2 Euro zurück zur Busstation zu bringen und entscheide mich, die verbleibenden 13 Kilometer zu laufen. Nach der neunstündigen Busfahrt des vergangenen Tages und den 24km „Stadt-Spaziergang“ durch die Metropolregion um Port-au-Prince zwei Tage zuvor, bietet die Halbinsel Semana zum Wandern die richtige Umgebung für ein schönes Naturerlebnis. Nach neun Kilometern Wandern in der prallen Mittagssonne lasse ich es dann doch gut sein und nehme das freundliche Mitfahrangebot eines Motorradfahrers (derlei Angebote gab es zwischenzeitlich zahlreich!) an, der mich zum herrlichen Strand Playa Bonita brachte und letztlich nicht einmal Geld dafür annehmen wollte.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - 12km spazierte ich diese Straße nach Las Terrenas entlang.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – 12km spazierte ich diese Straße nach Las Terrenas entlang.

Playa Bonita

Dieser Strand trägt seinen Namen zurecht! Sand wie Puderzucker und klares, türkisblaues Wasser laden an diesem fast menschenleeren Strand zum Erholen ein – insb. nach langen Wanderungen…
Die Strandpromenade wurde künstlich begrünt und neben einigen Surfschulen und gemütlichen Kaffees grenzen zahlreiche luxuriöse Villen und Ferienwohnungen an den idyllischen Playa Bonita an.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - In der Nähe des Punta Bonita.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – In der Nähe des Punta Bonita.

Meine Unterkunft suche ich jedoch vergebens und auch keinem Anwohner sagt der Name des Hauses etwas – außer einem Motorrad-Taxifahrer, der zielgerichtet mit mir losfährt, ehe er mich nach 5 Minuten Fahrt durch zwei Dörfer plötzlich fragt, wo ich überhaupt hin möchte…
Nach langem Herumeiern findet er das angegebene Ziel dann doch noch und gibt sich anständigerweise mit zwei Dollar zufrieden. Tja – und da stehe ich alleine vor dem Tor zu einem recht großen, mehrere Ferienhäuser umfassendes Grundstück und keiner (auch kein Nachbar) ist zuhause. Naja, nicht ganz: ich betrete einfach das riesige Gelände (bin ja mit Uhrzeit angekündigt) und werde immerhin von zwei Hunden angeknurrt und von zwei grasenden Eseln neugierig verfolgt. Zeit für mich, in der Hängematte vor dem Gästehaus zu baumeln und die heutigen Erlebnisse mit meinem Notebook festzuhalten… bis ich plötzlich eine Holländerin aus dem Nachbarhaus rufen höre: „Matthias! Da bist du ja! Ich habe auf dich gewartet!“. Überrascht, sogar auf (fast) deutsch begrüßt zu werden, freue ich mich bei dem schwül-heißem und sonnigen Wetter über eine kalte Dusche im eigenen Bungalow und mache mich schlau, wie ich morgen preisgünstig zu den Wasserfälle „Las Cascadas Del Limón“ komme…

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Mein Zuhause für 2 Nächte am Playa Bonita.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Mein Zuhause für 2 Nächte am Playa Bonita.

Mittlerweile sind auch die vier Nachbar-Bungalows bewohnt und meine 21-jährige, deutsche Nachbarin wurde von ihrem hungrigen, dominikanischen Freund gleich mal zum Einkaufen und Kochen geschickt! Ihre Beschwerden über das dominikanische Macho-Verhalten helfen dabei auch als deutsche, reiche Touristin nichts. Ein Jahr, so erzählt Laura, verbrachte sie im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahr bereits in der Dominikanischen Republik und regt sich immer noch besonders über den Status der Frauen auf dem Lande sowie die erlebte Korruption und teils heftige und schwere Kriminalität auf. Insbesondere durch den Polizeiberuf ihres dominikanischen Freundes hat sie schon von vielen krassen Situationen und Zuständen gehört. Während meine Erzählungen über Erlebtes schon ab und zu Freunde und Bekannte schockierten, berichtet Laura über Erlebnisse, die all das mit Leichtigkeit in den Schatten stellen. Ich hoffe, Horrorgeschichten dieser Art bleiben mir weiterhin erspart und ich feilsche stattdessen lieber mit harmlosen aber gaunerhaften Taxifahrern ums Geld…

 

Zu den weiteren Bildern aus Las-Terrenas / Cap Bonita

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