Tag 36 und Tag 37 – Ausflug nach West Palm Beach und Key West

USA / Key West - Der südlichste Punkt der USA

6. Oktober 2013 | Posted in Florida, News, USA | By

Mit dem Pool und dem Strand direkt vor der Haustüre, Fitnessraum und Sauna in der Lobby und Geschäfte und Banken direkt nebenan, ertappte ich mich mittlerweile selbst dabei, recht reisefaul und bequem geworden zu sein. Fast hätte ich sogar die letzten beiden Tagesausflüge nach West Palm Beach und Key West sein gelassen, da es auch in Fort Lauderdale einen langen, tollen Strand, viele Pubs und Bars, zahlreiche ultra-teure und exotische Villen und schöne Wassersträßchen gibt. Wozu also extra an einen anderen Ort fahren, der im Grunde gleichermaßen aussieht und es „Zuhause“ quasi bereits alles hat zum Glücklichsein…?! Und trotzdem bin ich nun sehr froh, mich doch wieder zum Reisen aufgerafft zu haben, den es hat sich gelohnt!!! Mit dem Bus und Tri-Rail-Zug ging es so am Samstag in das 78 km nördlich gelegene West Palm Beach.

Bereits bei der Ankunft in West Palm Beach war dieser reichen Stadt sofort anzumerken, dass sie sich von den bisher besuchten Cities Floridas abhob. Durch das kompakte Stadtzentrum mit vielen kleinen Shops und Bars, gepflasterten und verkehrsarmen Straßen, einen großen Wochenendmarkt und einem Flohmarkt wirkte West Palm Beach sehr europäisch und gemütlich.
Nach einem Spaziergang am langen Ufer und schönem Ausblick auf die Skyline überquerte ich eine Brücke zur vor West Palm Beach liegenden Halbinsel. Am Royal Palm Way reihte sich eine protzige Luxusvilla nach der anderen – alle im Besitz großer und namhafter Banken und Fond-Gesellschaften. Das Anwesen der Deutschen Bank wirkte hingegen der Villen so manch anderer reichen Gesellschaft fast schon ärmlich. Nach einer Stunde Spaziergang wurde der Anblick dieser reichen Villen jedoch zunehmend langweilig und es damit Zeit für einen Mittags-Snack und Besuch des Courthouse Museums zurück ins gemütliche Stadtzentrum zu laufen.

Fahrt zu den Florida Keys

Mit gesamten Gepäck ging es am nächsten morgen früh zur Mietwagenstation am Fort Lauderdaler Flughafen. Für nur 20$ lässt sich hier bereits ein günstiges Auto mieten, sofern man dies früh genug bucht bzw. kostenfrei und unverbindlich unter carrentals.com reserviert. Je nach Mietwagengesellschaft bekommt man für 8$ auch eine Flatrate des sog. Sun Passes zur bequemen Nutzung der gebührenpflichtigen Streckenabschnitten.

7 Mile Bridge nach Key West

7 Mile Bridge nach Key West

Die ca. 300 Kilometer und 4 Stunden lange Strecke zum südlichsten Punkt der USA – nach Key West – führte mit dem  Overseas Highway über 42 Brücken und zahlreiche verschiedene Inseln. Zwar war die Fahrt ganz gemütlich und die Umgebung nett anzusehen, doch besonders faszinierend fand ich die immer gleich gestalteten Brücken und gleich aussehenden Inselchen nicht. Wirklich zusammenreisen musste ich mich, auf den breiten Highway immer schön langsam und mit amerikanischer Gemütlichkeit zu fahren. Bei diesem Schneckentempo von typischerweise 55 bis 65 Mph (max. 110 kmh), oft sogar langzeitig nur 45 mph (70 kmh), hielt mich nur der peppige Radiosender vom Einschlafen ab. Bei einer so gut ausgebauten und relativ verkehrsarmen Strecke, hätte man in Deutschland den reinsten Spaß gehabt! Doch hier geht es leider sogar langsamer zu als in der Schweiz. Immer wieder entdeckt man hingegen Polizeiautos im hohen Gras oder hinter den Büschen versteckt. Ein guter Grund, sich besser dem Tempo anzupassen. Als mich ein Bus bei erlaubten 45 Mph mit 70 Mph überholte, nutzte ich die Gelegenheit, diesem unauffällig zu folgen und ihn als Indikator weiterer Polizeikontrollen zu nutzen.

Key West

Richtig begeistert war ich hingegen von Key West! Zwar wusste ich vorab von den zahlreichen Museen und Sehenswürdigkeiten, doch hätte nicht mit dieser Vielfalt dieser Attraktionen und Schönheit des Ortes gerechnet. Key West deckt dabei ein sehr breites Spektrum ab – von den typischen Sehenswürdigkeiten, wie dem Southernmost Point of USA, den Leuchtturm und das Fort Zachary Taylor locken auch die zahlreichen, lebhaften und touristischen Pubs zu einer Erfrischung ein. Auch Historisches und Kulturelles wie das Ernest Hemingway House, das von Harry S Truman häufig genutzte White Little House und das Mel Fisher Maritime Heritage Society & Museum gibt es hier zu erleben.

Southernmost Point of Continental USA / Only 90 Miles to Cuba

Southernmost Point of Continental USA / Only 90 Miles to Cuba

Teilweise kam ich mir in manchen Bereichen der Stadt jedoch vor, als sei ich plötzlich in einem Abenteuerpark gelandet. Die spielerisch und etwas stadtfremd wirkenden Gebäude-Fassaden sowie die Vielzahl der davor vorbei fahrenden Touri-Züge, wirkten wie ein künstlich erbautes Gebiet im Europapark (Freizeitpark bei Rust/Freiburg).

Freizeitpark-Feeling in Key West

Freizeitpark-Feeling in Key West

Doch nicht weit davon, lies sich in einem Park das fast menschenleere Fort Tylor besichtigen und das Meer am direkt daneben liegenden Strand genießen. Um all die interessanten Angebote Key Wests nutzen zu können, ist ein einzelner Tag schon fast etwas knapp aber gerade so ausreichend. Gegen 16/17 Uhr schließen leider bereits die meisten Museen, Parks und Strände. Für mich ohnehin höchste Zeit, mich auf den Rückweg zu machen, um Jean um 21 Uhr Jean vom Flughafen in Miami abzuholen.

Fort Taylor

Fort Taylor

Die rasante Fahrt zurück erlaubt immerhin noch einen kurzen Abstecher auf der 7-Miles-Bridge, um diese während des Sonnenuntergangs zu erleben. Letztlich ist diese aber auch nicht besonders ungewöhnlich und die Fahrt über die Keys erinnert mich sehr an die Gegend Cayo Coco im nur 145 km entfernten Kuba.
Richtig Spaß an der Rückfahrt machte auch der Besuch der Tankstelle!!! Die Spritpreise sind traumhaft und für diese acht Stunden lange Tour nicht mal eine Tankfüllung erforderlich. Bei gerade mal 3,23 US$ pro Gallone (= 63 Euro-Cent je Liter) hatte ich selten ein solches Vergnügen an einer Tankstelle. Das man dazu jedoch außer einer Kreditkarte (zur Vorab-Hinterlegung!) auch eine amerikanische Postleitzahl an der Zapfsäule eingeben muss, war für mich als Ausländer zunächst ungewohnt und auch problematisch. Trotz zugerufenem ZIP-Code eines anderen „Tankers“ wollte das in Kombi mit meiner Kreditkarte nicht ohne Hilfe des Servicepersonals funktionieren…

Mit Jean wieder in Fort Lauderdale angekommen, blieb bei einem kühlen Bier (der Supermarkt hat sogar sonntags bis 23 Uhr geöffnet!) und warmen „Sommerwind“ Zeit, auf dem Balkon den letzten Abend in Florida zu genießen. Zudem erhielt ich vom Reiseexperten Jean zahlreiche, nützliche Tipps für meinen Nicaragua-Besuch und die Weiterreise in Zentralamerika. Da 40% meines Gepäcks nun in Fort Lauderdale blieb, werde ich hier spätestens in einem Jahr wieder vorbeikommen. Auch die von Jean aus Venezuela mitgebrachte Flasche Rum teile und genieße ich am Ende meiner Reise lieber mit Freunden in Deutschland statt sie in Nicaragua alleine zu trinken…

Back in Fort Lauderdale

Um meine Abreise etwas aufregender zu gestalten, stand Jean heute morgen um 8:30 Uhr gemütlich Frühstück bruzzelnd in der Küche – zu diesem Zeitpunkt, an dem ich ihn bereits an der Uni hätte absetzen, mein Leihwagen zurück am Flughafen und ich beim Checkin hätte sein sollen. Nachdem ich vor zwei Jahren mit ihm bereits 3 Minuten nach Closed Boarding noch das Flugzeug für ein Wochenendausflug erreichte und er letzte Woche in letzter Minute seinen Flug nach Venezuela bekam, war das für mich keine Überraschung mehr. Am Flughafen angekommen, konnte ich mich damit immerhin über zwei leckere Wraps freuen, die letzten Postkarten aus den USA schreiben und nun im Flieger meine Erlebnisse der vergangenen beiden Tage festhalten. Der USA-Aufenthalt fühlte sich eher an wie eine „Pause“ von meiner „Welt-/Amerikareise“ und ich bin gespannt auf den „Wiedereinstieg“ mit meiner Reise in Lateinamerika…

Bildergalerien

  • Key West (97 pictures)
  • West Palm Beach (folgt)
  • Ernest Hemingway Musem (folgt)
  • Lighthouse Musem (folgt)

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Tag 35 – Die letzten Tage in Florida (für 2013)

USA - Fort Lauderdale - Jungle Island

4. Oktober 2013 | Posted in Florida, News, USA | By

Wegen des Government Shutdowns und dem wechselhaftem Wetter verlief meine Reise etwas anders als vorgesehen. Da das Wetter die letzten drei Tage fast stündlich zwischen knallender Sonne und starker Bewölkung und manchmal sogar kurzzeitigem Gewitter hin- und herwechselte, verbrachte ich die Tage bequemerweise in Jeans Appartement in Fort Lauderdale.

USA - Fort Lauderdale - Galt Ocean Drive

USA – Das launische Wetter in Fort Lauderdale änderte sich in den letzten Tagen stündlich von schaurigem Gewitter zu…

USA - Florida - Fort Lauderdale

USA – Florida – Fort Lauderdale:   … bestem Sonnenschein-Wetter

Mit einem Pool und dem Meer direkt vor der Haustüre, lies sich das launische Wetters somit leicht austricksen und nebenbei blieb damit auch Zeit, etwas Spanisch zu lernen und die ersten Postkarten zu schreiben.

Postcards from Fort Lauderdale

Postcards from Fort Lauderdale

Den Everglades Nationalpark werde ich damit vermutlich erst nächstes Jahr besuchen, sofern die USA bis dahin ihr Schuldenproblem wieder in den Griff bekommen hat und sich nicht immer noch von Nothaushalt zu Nothaushalt hangelt.

Nachdem heute hingegen endlich wieder ein durchgängig heißer und sonniger Tag war, hätten mir die unzuverlässigen Busse fast die schöne Bootstour mit der Jungle Queen vermasselt. In letzter Minute erreichte ich nach 5km langer Jogging-Strecke durch die heiße Mittagssonne gerade noch das Schiff und war glücklich, es noch knapp geschafft zu haben.

USA - Fort Lauderdale - Bootstour

USA – Fort Lauderdale – Bootstour

Zwar war der alte Schaufelraddampfer leider in Wartung und wir tuckerten daher nur mit einer kleineren Variante der Jungle Queen durch die vielen Kanäle und Wasserstraßen Fort Lauderdales – doch die dreistündige Fahrt war gleichermaßen toll und entspannend. Mit seinen über 320 Kilometern an Wasserstraßen wird Fort Lauderdale nicht ohne Grund auch das Venedig Amerikas genannt – wenngleich es bei weitem nicht an das historisch schöne Städtchen Italiens herankommt! Mit mehr als 14 Millionen Besucher dieser Tour gehört die Jungel Quenn Riverboat Tour jedoch definitiv zu den Must Haves eines Fort Lauderdale Besuchs. Auf der Fahrt beeindrucken bereits kurz nach dem verlassen des exklusiven Jachthafen die ersten Villen am Uferrand der so genannte Millionaire’s Row, während uns der Tourguide über Lautsprecher die Eigentümer und schwindelerregenden Preise dieser Residenzen nennt.

USA - Fort Lauderdale - Bootstour vorbei an teuren Luxusvillen

USA – Fort Lauderdale – Bootstour vorbei an teuren Luxusvillen

Dass vor jedem dieser exklusiven und schweineteuren Anwesen stets eine millionenschwere Jacht glänzt oder anderweitig gerade von Bediensteten auf Vordermann gebracht wird, überrascht nach einigen Bootskilometern weiter niemanden mehr und erzeugt gelegentlich nur noch ungläubiges Kopfschütteln. Währenddessen nennt uns der Tourguid fast zu jeder Villa interessante Fakten und Hintergründe, u.a. auch über den Drehort des Kino-Films zur Kultserie „Miami Vice“

USA - Skyline von Fort Lauderdale

USA – Skyline von Fort Lauderdale

Nach über einer Stunde Fahrt erreichen wir die Insel Jungle Queen Indian Village, wo neben einigen Snacks ein interessanter kleiner Zoo erwartet. Neben bunten Papageien, anderen exotischen Vögeln und Dilldappen, beeindruckte uns ein lebensmüder Entertainer mit einer gewagten Alligator-Show. Vor diesen scheinbar schwerfälligen und blitzschnellen zuschnappenden Viechern habe ich spätestens seit meinem Kuba-Besuch den größten Respekt und vom meisterhaften Umgang des Animateurs daher ebenso.

USA - Fort Lauderdale - Jungle Island

USA – Fort Lauderdale – Jungle Island – Raus aus dem Wasser mit dem faulen Alligator…!

USA - Fort Lauderdale - Jungle Island

USA – Fort Lauderdale – Jungle Island – Hand im Rachen des Alligators; klappt vermutlich nur auf Grund des überstreckten Halses.

Nach einem Abstecher am Strand wieder zuhause angekommen, steht nun auch mein Plan für die verbleibenden zwei Tage in Florida. Morgen geht es mit dem Tri-Trail-Zug zum West Palm Beach. Für Sonntag früh habe ich mir hingegen ein Auto gemietet und werde die 4-5 stündige Tour zu den Florida Keys und nach Key West unternehmen. Wenn es planmäßig läuft, fahre ich die selbe Strecke abends auch wieder zurück und werde Jean abends am Miami Airport von seiner Venezuela-Reise abholen. Da seine Familie auch in Miami eine Ferienwohnung besitzt, verkürzt das meine Fahrt am Sonntag etwas, ehe ich am Montag früh mein Auto wieder am Flughafen abgeben werde und hoffentlich reibungslos weiter nach Managua/Nicaragua fliegen werde.

Jean’s Empfehlungen zur Key West Tour:

  • Attention with the speed (police loves to stop cars there). It is also the road with the most accidents per mile in the USA. (Cubans drivers….)
  • The keys are pretty, however you don’t need to drive until the last one (Key West). It is not that special… Even more, Key West is a typical cruise ship stop for your future tours…

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Tag 31 – Planung der Weiterreise

Weiterreise

30. September 2013 | Posted in Florida, News, NORTH AMERICA, USA | By

Nach zwei Tagen auf den Bahamas und zwei weiteren Tagen im lebendigen Miami bin ich nun spätabends und todmüde wieder in Fort Lauderdale angekommen. Allmählich wird es Zeit, mich um meine Weiterreise zu kümmern. Mit Bedauern stelle ich bei den ersten Suchanfragen fest, dass sich die Preise über das Wochenende bereits um 30% erhöht haben.
Statt mein ursprünglich favorisiertes Nicaragua teste ich daher auch mal die Nachbarländer und siehe da – für nur 92 US$ Komplettpreis geht’s nach San Pedro Sula, die mit circa eine Million Einwohner zweitgrößte Stadt in Honduras. Doch ein kurzer Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes gefallen mir schon weniger. Zwar beeindrucken mich die Warnungen seit meinem Haiti-Besuch nicht mehr dermaßen stark doch die gleich zu Beginn, fett hervorgehobene Information

Aktuelle Hinweise. In Honduras breitet sich eine Dengue Epidemie aus. Die Zahl der Erkrankungen ist dreifach so hoch wie im Vorjahr.

sowie

Die Kriminalität in Honduras hat ein alarmierendes Ausmaß erreicht… hohe Gewaltbereitschaft auch unter Drogeneinfluss und eine geringe Hemmschwelle beim Gebrauch von SchusswaffenEntführungen und Überfälle unter Schusswaffengebrauch in San Pedro Sula, … nehmen zu. Besondere Besorgnis erregen gewalttätige Jugendbanden („maras“), denen sich nach Weltbankberichten in Honduras mittlerweile über 40.000 Jugendliche angeschlossen haben… Benutzung von Taxis und Überlandbussen ist nicht ungefährlich. Gelegentlich kommt es zu Überfällen durch die Taxifahrer selbst… „geklonte“ Taxis… Drogenschmuggel intensiviert… Banden- und Familienfehden sowie staatliche Polizei- und Armeeeinsätze… Polizeikontrollen durch „falsche Beamte“…

Laut Wikipedia (Link), www.curiosityaroused.com sowie www.boston.com hat die Stadt San Pedro Sula seit einigen Jahre und auch heute noch die weltweit höchste Mordrate und sich damit den Titel „Most Dangerous Cities In The World In 2013“ verdient. Bedenklich macht mich, dass meine nächsten und einige meiner bisherigen (Cali in Kolumbien auf Platz 11; San Juan in Puerto Rico auf Platz 25) Reiseziele sind nicht viel weiter unten auf der Liste zu finden sind. Manchmal gut, das gar nicht vorab zu wissen… 🙂

Nun gut! An ein paar Dollar mehr soll’s nicht scheitern. Also zurück zu meinem alten Plan, als nächstes die nur 160.000 Einwohner kleine Stadt Santiago de los Caballeros de León im 5.7 Mio. Einwohner großen Nicaragua zu besuchen. Wikitravel.org schreibt zur Stadt Leon sogar „Leon hat den Ruf eine der sichersten Städte in Zentralamerika zu sein“.

Also, überlege ich nicht lange weiter und schwuppdiwupp ist der Flug für 120 Euro am 7. Oktober auch schon gebucht. Nach 16 Tagen Florida wird es auch so langsam Zeit für die Weiterreise und für den Spanisch-Unterricht. Bis dahin gibt es aber auch in Florida noch so einiges zu erleben, so dass ich nun wohl zunächst ein gutes Mietwagenangebot für eine Tour nach Key West suchen werde…

… zumindest hoffe ich, dass mir der für Mitternacht erwartete Government Shutdown im USA Haushaltsstreit keinen Strich durch die Rechnung macht (siehe Der Countdown zum Shutdown läuft: In wenigen Stunden geht der US-Regierung das Geld aus…) und die Grenzbeamten sowie das Sicherheitspersonal am 7. Oktober auch am Flughafen anzutreffen sind. Newsseiten berichten bereits über die Zwangspause für Sightseeing-Höhepunkte, geschlossene Museen und Nationalparks. Meine für übermorgen geplante Tour zum Everglades Nationalpark werde ich damit wohl auf den nächsten Florida-Besuch verschieben müssen…

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Tag 28 – Kreuzfahrt zur Bahamas-Insel Bimini

USA / Miami / Cruise Boat - From Miami to Bimini (Bahamas)

27. September 2013 | Posted in BAHAMAS, Beaches, CARIBIC, Florida, Islands, News, USA | By

Woooowwwww!!!!! Die Kreuzfahrt nach Bimini… ATEMBERAUBEND!!!! Bereits der Sonnenaufgang im Miami bei meiner Ankunft mit dem Tri-Train hat mich fasziniert – doch es sollte noch viel besser werden! An diesem morgen um 5 Uhr aufzustehen, um mit Taxi, Bus und Bahn rechtzeitig am 40 km entfernten Ferry-Dock in Miami anzukommen, bereue ich keine Minute! Zwar bekam ich beim Check-In mein 5 Min. zuvor hungrig erworbenes, großes Sandwich gleich wieder abgenommen, da das Mitführen von Lebensmitteln und Getränken strikt und unter Androhung einer Strafe von 500 US$ verboten ist … trotzdem: die Entschädigung sollte kurz darauf erfolgen!

USA / Miami / Cruise Boat - Relaxen auf dem Sonnendeck mit Blick auf Miamis Skyline.

USA / Miami / Cruise Boat – Relaxen auf dem Sonnendeck mit Blick auf Miamis Skyline.

 

USA / Miami / Cruise Boat - Strahlender Sonnenschein auf Deck 10.

USA / Miami / Cruise Boat – Strahlender Sonnenschein auf Deck 10.

Die Ankunft erinnerte an eine Spezialagenten-Szene. „Achtung, eine weitere Person kommt rein…“, „ich sehe ihn!“, „er befindet sich im Flur!“, „ja, er ist nun drin“, … „hier kommt ein weiteres Auto mit vier Personen an – Ich schicke sie zu euch rüber…“ – was das soll?! Am Terminal des großen Kreuzfahrtschiffes befanden sich mehr Angestellte als Passagiere und sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Alle 2 Meter stand eine weitere Angestellte, grüßte und zeigte den Weg, damit sich auf den wenigen Zentimetern bis zur nächsten Angestellten ja nicht verirrt.

USA / Miami / Cruise Boat - Gäste beim Sonnenbad.

USA / Miami / Cruise Boat – Gäste beim Sonnenbad.

USA / Miami / Cruise Boat - Dieser armen Bahamerita (links) ist die Hose nach dem üppigem Frühstück bereits zu eng geworden.

USA / Miami / Cruise Boat – Dieser armen Bahamerita (links) ist die Hose nach dem üppigem Frühstück bereits zu eng geworden.

Währenddessen tanzte eine ultraheiße im knappen Bikini bekleidete „Bahamarita“ nach der nächsten an mir vorbei. Ich durfte gespannt sein, wie das auf dem Schiff erst sein wird… und konnte nur noch staunen! Hier geht es jedenfalls wesentlich freizügiger, und gelassener als in Nord-Europa zu 🙂 Auch meine Trauer um das abhanden gekommene Sandwich war schnell verlogen, als ich das lange Gratis-Buffet auf beiden Seiten des Party-Decks mit vielen frischen Früchten erblickte.

USA / Miami / Cruise Boat - Bye Bye Miami.

USA / Miami / Cruise Boat – Bye Bye Miami.

USA / Miami / Cruise Boat - Der DJ und seine Gäste sind bester Laune.

USA / Miami / Cruise Boat – Der DJ und seine Gäste sind bester Laune.

Und das alles für 0 US$ Ticketpreis!!! Jean ist ein Genie! (…an bestimmten Tagen ist dieser Trip jedoch auf regulär für 20US$, sonst ca. 120US$ zu haben und auch für diese Preise sehr zu empfehlen – siehe Link !). Die drei Stunden auf dem Schiff „Bimini Super Fast“ vergehen jedenfalls tatsächlich rasend schnell und um 12 Uhr ist Bimini zum Greifen nah…

 

Zu früh gefreut! Nur anschauen! „Nicht anfassen“!

Vierhundert Meter vor Bimini endet die Reise unerwartet abrupt und unglücklich! Das das große Schiff wegen des erst noch nicht (Zieltermin: Oktober 2013) fertiggestellten Docks nicht direkt bei der Insel anlegen kann, erfolgt der Weitertransport kurz vor der Küste i.d.R. durch zeitaufwendiges und geduldsames Umsteigen auf kleinere Boote. Wegen starken Wellengangs (auf dem großen Schiff kaum bemerkbar!) musste der Transfer jedoch leider plötzlich abgebrochen werden. Viele der amerikanischen Passagiere waren außer sich vor Wut. Das Schiff sollte nun fünf Stunden vor der Küste warten und dann wieder mit allen Gästen zurückfahren.

USA / Miami / Cruise Boat - Das Casino lockt einige Zocker zum Zeitvertreib an.

USA / Miami / Cruise Boat – Das Casino lockt einige Zocker zum Zeitvertreib an.

 

Als Ersatz gab es zum einen palettenweise Sandwiches und ein weiteres Gratis-Buffet. Zudem dürfen alle Gäste diese Reise erneut gratis unternehmen oder sich 80% des Geldes ausbezahlen lassen. Für mich war die Option sofort klar (80% von 0 US$ war wenig überzeugend!) und ich freute mich, das Vergnügen bald erneut für 0 US$ und dann sogar zusammen mit Jean zu haben. Denn was will man(n) mehr?! Es könnte Schlimmeres geben als bei knallender Sonne auf der Liege des Partydecks mit vollem Baum, heißen Salsa-Rhythmen und ebenso heißen Moves der Latinas* von den Wellen in ein sanftes Mittags-Nickerchen geschaukelt zu werden… Auch die ständigen Durchsagen „Ladies and Gentleman, we kindly remind you, that there is free lunch waiting for you on deck 10. Also good music and you can join our lottery…“ störten bei dieser Rundumzufriedenheit nur wenig.

USA / Miami / Cruise Boat - Heißes Sonnenbad auf Deck 10.

USA / Miami / Cruise Boat – Heißes Sonnenbad auf Deck 10.

Ob die Liege nun auf dem sonnigen Deck oder am Strand steht… kaum ein Unterschied. Nur die verlockende Abkühlung durch das glitzernde, königsblaue Meer hätte das noch perfekt gemacht! Ohne Digi-Cam und Reisepass wäre die Versuchung vermutlich groß genug gewesen, einfach von Board zu springen und zur Bahamas-Insel rüber zu schwimmen! Erfahrungen bei illegalen Einreisen habe ich ja spätestens seit meinem Kolumbien-Ecuador-Malheur 2012 mit dem gestohlenen Reisepass (Artikel über diese Extra-Story folgt irgendwann). Hier würde es sich wenigstens lohnen! Aber die zweite Gratis-Tour soll mir auch recht sein…
*) Für die weiblichen Leser: Muskulöse und halbnackte Amerikaner und Latinos liefen hier natürlich ebenfalls herum – eine Tour mit „Bimini Super Fast“ ist also für jeden das Richtige 😉 Und da alles (vermutlich bis auf diesen einen deutschen Schmarotzer :)) zahlende Gäste sind, bleibt angenehmerweise auch die übliche Belästigung und Geldbettelei durch „leichte Mädels“ erspart.

Immer wieder für Überraschungen gut

Vom vielen Essen und dem stundenlangen Sonnenbaden trotz wiederholender Gratis-Buffet-Durchsagen fast eingeschlummert und diese mittlerweile im Halbschlaf ignorierend, hätte ich diesen Moment in der heißen Sonne um Haaresbreite verschlafen! Die sprunghaften Bahamatianer! Nun also doch! Ausgewählte Passagiere (Einwohner und Touristen mit Hotelbuchung) dürfen das Boot verlassen. Eine Hotelbuchung habe ich zwar nicht, aber wer will das schon prüfen können. Erneut versammeln sich alle reisefertig in der Sports-Bar und sind gespannt ob es diesmal klappt. Schließlich mussten die rund 100 mit dem ersten Boot transportierten Kurzzeitbesucher wieder abgeholt werden. Und tatsächlich. Trotz wackeliger Angelegenheit konnte das kleine Boot am Schiff andocken und alle waren happy! Ein etwas angetrunkener und über 240 Pfund schwerer Amerikaner sorgte während der 30-minütigen Fahrt lautstark und etwas lallend immer wieder für gute Stimmung und Gelächter. Nur einigen Eltern ärgerten sich etwas über so manch unsittlichen Spruch – doch da sind die Amerikaner manchmal ja ohnehin etwas empfindlicher/spießiger.

Welcome at Binimi

Auf der Bahamas-Insel angekommen ging alles ganz flott. Pass gestempelt, zwei Schritte weiter ins Ferien-Ressort und mit dem kostenlosen Shuttle direkt zum Strand, um die letzte Sonnenstunde und den Sonnenuntergang zu genießen.

Sonnenuntergang in Bimini (Bahamas)

Sonnenuntergang in Bimini (Bahamas)

Meine kostenlose Hängematte für heute Nacht habe ich auf dem 20-minütigen Rückweg durch das große Ferienressort auch schon entdeckt! Warum die Ferienhäuser gut 500 US$ kosten, ist mir bei dem Anblick der zahlreichen „Villen“ nun klar.

BAHAMAS / Bimini - Hängematte

BAHAMAS / Bimini – Hängematte

Auch eine Pizza für 40 US$ aufwärts hat hier einen stolzen Preis. Zum Glück bin ich bereits papp-satt und genieße den restlichen Abend nun mit den verbleibenden Touristen an der Bar…

P.S.: Das mit dem vom Board springen und rüber schwimmen wäre eine schlechte Option gewesen! Mit dem Boot dauerte es 30 Minuten! Es waren demnach doch etwas mehr als nur ein paar hundert Meter. Wie gut dass mich meine Wertsachen von solchen Spontanitäten abhalten… 😉

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Tag 23 – Welcome to Miami!

Fort Lauderdale

22. September 2013 | Posted in Beaches, Florida, News, NORTH AMERICA, USA | By

Meine Bedenken über die USA-Einreis mit einem One-Way-Ticket waren unnötig. Der Officer der Borderline Protection stellte mir – verglichen mit den wortkargen, deutschen Grenzbeamten – zwar massenhaft Fragen über meine Herkunft, meinen Job und Umstände des USA-Aufenthaltes, doch interessierte sich dann sehr für meine Reise als Ganzes, deren geplanten Verlauf und erwarteten Kosten. Ich hoffe ihn nun nicht auf dumme Gedanken gebracht zu haben… Jedenfalls wollte er unbedingt den Link zu meinem Reiseblog haben, so dass ich künftig wohl mit meinen Posts a la Bimini-Reiseticket-Tricks aufpassen muss. Für meine Weiterreisedokumente interessierte sich jedenfalls niemand!

In Fort Lauderdale / Miami hat sich seit meinem letzten Besuch 2011 außer den nun wieder abgebauten, riesigen „100 Jahre Fort Lauderdale“-Buchstaben nichts verändert. Immer noch verlockt der kilometerlange, tolle Strand, die dahinter liegende „Partymeile“ und unzähligen vielen heiße Mädels! Zugleich geht es hier wieder viel ruhiger und gelassener zu als auf der dominikanischen und haitianischen Insel.

Mit der 2-stündigen Verspätung des Fluges, konnte ich diesmal dafür das beeindrucken helle und ewig weite Lichtermeer der 6-Millionen-Metropolregion Floridas bestaunen. Zwar ist das energiepolitisch nicht so toll aber trotzdem nicht weniger schön anzusehen.

right now, it’s the busiest time of my life!

Obwohl Jean sich in der heißen Endphase des Tenure-Tracks befindet und ihm damit nach sieben Jahren als Assistent Professor die Chance bevorsteht, in Kürze eine Stelle als Professor auf Lebenszeit zu erhalten, wurde es noch ein langer Abend. Bis 3 Uhr nachts erhielt ich von ihm als „Reise-Meister“ und Mitglied im Travelers Century Club mit bereits über 139 besuchte Territorien der Welt (siehe Liste aller weltweit 321 Territorien) zahlreiche Tipps, neue Anregungen und Empfehlungen.

 

Neue Reiseroute und Prioritäten – Zeit Spanisch zu lernen!

Meine ursprüngliche Reise-Route ist damit bereits komplett passé. Das Argument, für meine Reise schnellstmöglich Spanisch lernen zu müssen, ist sehr treffend! Mit meinen drei- bis vierhundert Worten Spanisch plus Gestikulieren kann ich mittlerweile zwar einige begrenzte Small-Talk-Gespräche führen und nach dem Weg fragen, doch ein Jahr nur auf diesem Level zu kommunizieren, wäre schon bald recht eintönig und langweilig. Von mehreren Freunden und Langzeitreisenden habe ich daher bereits die Spanisch-Sprachschule in Antigua/Guatemala empfohlen bekommen. Da sich dieser Tipp mittlerweile jedoch bereits überall rumspricht und Antigua damit ggf. bereits zu überlaufen und touristisch ist, werde ich ggf. auf die Nachbarländer ausweichen. Die sündhaft billigen Flugpreise zwischen 30 und 70 Dollar haben mich jedenfalls für die Abkürzung meiner Route („skip the south states and mexiko! you can do that later!“) restlos überzeugt. Der Hauptstandort Fort Lauderdale der Billigfluggesellschaft Spirit Air ist einfach ideal, für einen Besuch der Länder El Salvador, Costa Rica oder Guatemala! Nach zwei bis drei Wochen in Florida werde ich daher einen kleinen Sprung in den Süden machen.

Eindeutig zu viel Gepäck!

Zuvor ist es allerdings absolut erforderlich mein bei der Abreise eigentlich nur 12kg schweres Gepäck um mindestens 50-70% zu reduzieren. Zwar wird mir das schwerfallen, meine Weiterreise jedoch ungemein vereinfachen. Vermutlich hatte ich bislang vergebens darauf spekuliert, dass mir bald etwas gestohlen wird. Nun muss ich also selbst entscheiden, was nicht weiter mitreisen darf… sehr spendabel und mit großem Vergnügen werde ich bis zur Weiterreise daher die üppig eingepackte Sonnencreme aufbrauchen, die an Floridas Stränden sicherlich gut investiert ist.

 

Erste Eindrücke aus den USA (trotz zweitem Besuch!)

Während Jean täglich (und in diesem Jahr bislang ausnahmslos *jeden!* Samstag und Sonntag) bis tief in der Nacht an der Uni arbeitet, freue ich mich über sein Angebot, zwischenzeitlich sein Auto für Ausflüge nutzen zu können. Am späten Sonntagabend (mittlerweile ist es 23 Uhr) treffe ich an der Uni immer noch über 14 fleißig arbeitende Architekturstudenten an, denen ich in Jean’s XXXL-Sakko (die Klimaanlage ist eisig kalt!!!) wohl etwas seltsam vorkomme. Naja, die USA und Deutschland sind eben doch recht verschieden! Während bei uns eher bald wieder die Heizungen anspringen, werden hier die Innenräume – für mich unverständlich – auf Tiefkühltruhentemperaturen heruntergekühlt und die Amerikanern ist das in kurzen Shorts immer noch zu heiß… ?! Das verstehe wer will! Meine Jacke schmeiße ich damit wohl besser nicht aus dem Gepäck! Beeindruckend ist auch die Übergröße von wirklich allem!!! Seien es die breiten Straßen, großzügigen Parkplätze oder 10kg Jumbo-Salatpackungen – hier ist einfach alles etwas größer als Zuhause. Und manchmal sogar wesentlich billiger! Für 20 US$ schleppten wir heute (am Sonntag haben in dieser touristischen Gegend trotzdem sehr viele Geschäfte geöffnet!) kiloweise frisches Obst und Gemüse aus einem Laden, das in Deutschland gut das dreifache gekostet hätte! Die verschwenderische Unart, jedes Kaufobjekt in eine eigene Plastiktüte zu verstauen, entspricht hier jedoch absolut nicht den deutschen, umweltbewussten Gepflogenheiten. Obwohl ich mich als Autofahrer auch immer wieder über billigen Sprit freue, sind hier Rohstoffe und Energie wohl doch einfach noch zu billig, um für ein bewussteres Verhalten zu sorgen.

 

Die nächsten Tage und Wochen in Florida

Nach 21 Tage recht schnellem Reisen, wird es in Florida vermutlich etwas langsamer und gemütlicher zugehen. Zu sehen und besuchen gibt es trotzdem genug! Neben Miami, Fort Lauderdale und einen Abstecher auf die Bahama-Insel Bimini, interessiert mich auch ein Besuch der Everglades Alligator Farm, des West Palm Beaches, der Florida Keys, die Nationalparks, die Jungle Island, das Kennedy Space Center, das Universal Orlando Resort, die Disney Themenparks und das EPCOT. Bei Gelegenheit werde ich einen Blick in den Lonly Planet werfen müssen, was es hier noch so alles zu erleben gibt. An Strandtagen wie heute bleibt hingegen immer mal wieder Zeit, etwas Spanisch zu lernen, den die USA soll eigentlich nur eine kurze Verschnaufspause vor der anstehenden Weiterreise sein.

 

Zu den Bildern aus Fort Lauderdale / Miami / Tampa / Clearwater von 2011

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