Tag 74 – Abschied von meiner Gastfamilie in Leon

12. November 2013 | Posted in News, NICARAGUA | By

Nach fünf Wochen in Nicaraguas ehemaliger Hauptstadt Leon wird es Zeit aufzubrechen und etwas Neues kennenzulernen. Der vergangene Wochenendausflug in die ca. 2 Stunden entfernte Stadt Esteli war ein richtiger Genuss. Durch die Höhenlage von 840m ü.M. waren die Temperaturen dort sehr angenehm und erträglich, während Leon wie eine finnische Dampfsauna wirkt. Ein riesen Spaß war es auch, mit Marianella zu tauschen und mich selbst hinters Steuer zu setzen. Statt mit 60kmh herumzutuckern, brachte es der Jepp dann doch noch auf 120kmh und meine Langeweile war verflogen. Aus Marianellas Idee, auf dem Beifahrersitz etwas schlafen zu können, wurde jedoch nichts, denn sie wurde sichtlich nervös und schrie dauernd etwas von Kindern, Kühen, Schlaglöchern, Unfallstatistiken, durchgezogenen Linien, Gegenverkehr und anderen Gefahren.
Auch ihre Schwiegermutter wies mich gelegentlich auf Geschwindigkeitsbegrenzungen hin und dass das nicaraguanische Gesetz und auch für Ausländer gelte. Nach einer Zeit gaben sich meine Mitfahrerinnen jedoch damit ab und ich durfte sie auch auf den weiteren Touren durch die Gegend chauffieren.

Der Ausflug nach Esteli machte mir jedoch bewusst, dass ich schnellstmöglich in eine Stadt mit angenehmeren Klima ziehen sollte. Bevor es jedoch weitergeht, werde ich zunächst die nahegelegenen Vulkane besichtigen. So buchte ich gerade eben einen 2-Tages-Trip für Nicaraguas höchsten Vulkan San Christobal (1745m). Die Empfehlung, mindestens 7 Liter Wasser mitzuschleppen, lässt nicht auf eine entspannte Bergtour hoffen. Auch die Uhrzeiten (morgen geht’s um 6 Uhr los, übermorgen um 4 Uhr nachts) sind nicht gerade zum Ausschlafen gedacht.
Trotzdem freue ich mich schon auf den Ausflug und werde am Freitag gleich die nächste 2-Tages-Tour zum Vulkan Telica (1061m) unternehmen.
Am Sonntag steht dann das Vulcano-Boarding auf dem Vulkan Cerro Negro (728m) an, ehe es am Montag weiter nach Managua – Nicaraguas Hauptstadt – geht.

Zu gern hätte ich zuvor noch zwei gute Freunde aus Wiesbaden im benachbarten Honduras besucht, die im Rahmen einer Kreuzfahrt gerade von Insel zu Insel hopsen. Doch mit deren Reisetempo durch Mexiko, Beliz und Honduras kann ich aktuell leider nicht mithalten, da die Überlandfahrten hier wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Umso mehr freue ich mich über den Besuch eines guten Freundes aus meiner Freiburger Studienzeit. Das gemeinsame Spektakel in Kolumbien/Ecuador mit meinem gestohlenen Reisepass scheint er mittlerweile vergessen zu haben und traut sich ein neues Abenteuer mit Berni in Guatemala zu! 🙂

Grund für mich, spätestens am 27. November in Guatemalas Hauptstadt zu sein. Bei den vielen Warnungen und Berichten über die organisierte Kriminalität und Banden, die sich auf das Ausrauben von Reisebussen spezialisiert haben, hoffe ich, dass mein Gepäck ebenfalls ankommen wird. Andererseits habe ich mein Notebook und meine Kamera in den vergangenen fünf Wochen nicht vermisst und reise daher mittlerweile sehr entspannt 🙂

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Tag 63 – Unser Wohnviertel steht im Rauch

NICARAGUA / LEON - Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

2. November 2013 | Posted in Cities, NICARAGUA | By

NICARAGUA / LEON - Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

NICARAGUA / LEON – Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

Heute war eine super Gelegenheit die Nachbarschaft der gesamten „Zone“ kennenzulernen. Eigentlich wollte ich gemütlich ausschlafen, als Gastmutter Marianella hektisch an meine Tür klopfte, irgendetwas von Fuminar/Rauch und „2 Minutos“ rief und das ich meine Wertsachen packen solle. Draußen vor dem Haus stand auch bereits die gesamte Nachbarschaft mit ihren Wertsachen oder zitternden Haustieren unter dem Arm, während eine Ecke weiter ein paar Jungs mit Insektenvernichtungsspray das gesamte Wohnviertel in eine Rauchwolke einhüllten. Nachdem was ich bislang alles über die Situation und jüngste Geschichte Nicaraguas gehört habe, bezweifle ich, dass das Zeugs gesund für die Anwohner ist, doch die Eindämmung der aktuellen Dengue-Epedemie hat wohl Vorrang. Über die anhaltende Ausbreitung von Dengue in Mittelamerika berichten nicht nur die hiesigen Fernsehsender, sondern mittlerweile bereits deutsche Medien, wie gestern bspw. der Artikel auf Spiegel Online.

NICARAGUA / LEON - Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

NICARAGUA / LEON – Insektenbekämpfung im gesamten Wohnviertel zur Eindämmung der Dengue-Epedemie

In Nicaragua haben sich mit der neuen Dengue-Variante wohl schon über 2000 Personen infiziert und die ersten Todesfälle wurde bereits berichtet. Im benachbarten Honduras haben sich sogar über 15 000 Menschen mit dem durch Mosquitos übertragenen Fieber angesteckt. Da es keine Impfung gegen Dengue gibt, bleibt leider nur die Prävention mittels Mosquito-Spray wie sie mit der heutigen Ausräucherung der Wohnhäuser sogar im großen Stil betrieben wurde. Obwohl ich seit dem Dengue- und Malaria-Risikogebiet Haiti auf lästige Mückensprays verzichtete, kaufte ich mir hier gestern vorsorglich doch eine neue Dose (ist hier mit gerade mal 4 Euro sogar recht billig!). Gemessen an den zahlreichen Mückenstichen, überzeugte mich die Wirkung jedoch nicht. Alternative Produkte gab es leider eh nicht. Daher fragte ich meine Spanischlehrerin neugierig, wie die Nicaraguaner mit Dengue umgehen. Auch für die Einheimischen stellt das klassische Dengue und insb. die aktuelle Dengue-Variante ein Risiko dar.

NICARAGUA / LEON - Die Nachbarschaft

NICARAGUA / LEON – Die Nachbarschaft

Statt Repellents glaubt sie jedoch, dass Mücken auch andere chemische Produkte wie Hautcreme oder Parfüm meiden. Mein Versuch mit Sonnencreme und Repellent beeindruckte die Mosquitos in meinem Haus jedoch scheinbar nicht. Ich bin gespannt, ob die heutige Nebelaktion eine Wirkung hat. In den Räumen riecht man Stunden nach dem Einräuchern immer noch das Insektenmittel. Einige Nachbarn stehen daher immer noch vor ihren Häusern herum. Stinksauer war ich allerdings drei Stunden später, als die Bande mit ihren „Nebelmaschienen“ in meinem Lieblingsrestaurant die Luft verpesteten und sich der Chemiecocktail auf meinem Essen setzte.

Daher kam Rudolphs Einladung gerade passend, gemeinsam einen Abstecher in die Stadt zu unternehmen. Der geschiedene Ehemann meiner Gastmutter besucht hier jedes Wochenende seinen Sohn. Typischerweise gibt es dann auch immer einen gemeinsamen Video-Nachmittag. Die zahlreichen DVD-Straßen-Verkaufsstände bieten dazu für nur 20 Cordoba (60 Euro-Cent) die neusten Kinofilme an. Als mir Rudolph auf der Fahrt zu seinem DVD-Verkäufer erklärte, dass er Jura-Professor für Menschenrechte an der hießigen Universität sei, konnte ich über diese Kombination (Filmpiraterie vs. Jura-Prof) nur schmunzeln. Hier in Nicaragua gibt es eben keine GEMA, GEZ & Co.

NICARAGUA / LEON - Mittagessen in der Markthalle

NICARAGUA / LEON – Mittagessen in der Markthalle

Auf dem Markt fand ich dafür zugleich die Gelegenheit, mein entgangenes Mittagessen nachzuholen, ohne erneut von den Fuzzis mit deren Chemiecocktail aus Insektenvernichtungsmittel gestört zu werden. Wieder zuhause angekommen und den Filmabend mit Spanisch-Untertitel als „Lerneinheit“ verbucht, läuft mittlerweile zum dritten Mal ein Karnevalls-Übungs-Umzug mit viel Trommelwirbel vor der Haustüre vorbei. Langweilig wird es hier nie 😉

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Tag 44 – Chili-Shot-Wettbewerb im Vulcano Cafe

NICARAGUA / LEON - Ein Siegerfoto mit dem vorheringen Chilli-Rum-Contest-Winner

13. Oktober 2013 | Posted in NICARAGUA | By

Chili-Shot-Wettbewerb im Vulcano Cafe

Chili-Shot-Wettbewerb im Vulcano Cafe

Der gestrige Abend Abend im Vulcano Cafe endete sehr feurig!!! Nach dem donnerstäglichen Salsa-Abend im Olle Quemada, dem „le mejor de salsa“ im Via Via am Freitag und Oktoberfest am Samstag, begann der Tag zunächst sehr ruhig. Mit dem „Beach Shuttle“ und weiteren 20 Touristen ging es zu dem etwa 45 Minuten entfernt gelegenen Beach House.

Das LKW-Beach-Shuttle für Touris

Das LKW-Beach-Shuttle für Touris

Dort hatte ich es fast schon bereut, nicht gleich ein paar Dinge mehr zum Übernachten eingepackt zu haben. Eine wirklich sagenhaft eingerichtete Villa mit Hausbar, tollem Pool und gemütlich eingerichteten Chill-out-Areas sorgte für eine prima Stimmung. Selbst die heiße Sonne war hier durch den luftig-angenehmen Wind sehr erträglich. Die starken Wellen sorgten zugleich für riesen Spaß und waren für Surfer sicherlich ein Traum.

Das Beach House mit Pool

Das Beach House mit Pool

Sonnenuntergang am Strand

Sonnenuntergang am Strand

Beim Warten auf die Abfahrt lernte ich zwischenzeitlich Nina kennen und wir stellten nach fast einer halben Stunde fesselndem Gespräch und abenteuerlichen Stories über die bisherigen Urlaubserlebnisse total überrascht fest, dass wir uns das Gespräch in Englisch unnötig schwer machten. Bei anderen deutschen Touristen viel mir deren Herkunft in der Regel schon nach den ersten Worten in Englisch auf. Diesmal waren wir hingegen beide recht überrascht und hätten uns das Englisch sparen zu können 🙂 Nachdem wir von der schweizerischen Freundin des Beach-House-Eigentümers (Sandra) die ersten Nicarinas (der Nicaraguanische Caipirinah) zubereitet bekamen, forderte uns ein kleiner Hund penedrant zum Spielen auf, indem er unnachgiebig eine Plastikkanne vor uns abstellte, immer näher zuschob und in angespannter Haltung darauf wartete, dem Teil nachjagen zu dürfen.

Beach-Doggy der unermüdlich zum Spielen und Werfen der Plastikflasche aufforderte

Beach-Doggy der unermüdlich zum Spielen und Werfen der Plastikflasche aufforderte

Nach über einer Stunde war dann aber auch gut und er fand wohl ein anderes Opfer für sein unermüdliches Spielchen.

Nach Einbruch der Dunkelheit wieder in Leon im Vulcano Cafe angelangt, gesellten sich zwei Kanadierinnen und zwei Amerikaner an unseren Tisch und erzählten von den heute erlebten Hahnenkampf und Chili-Rum-Wettbewerb. Daran sehr interessiert nahm ich die Herausforderung recht unüberlegt und waghalsig an, ebenfalls beim feurigen Rum-Contest mitzumachen. Nicht wissend, dass dieser gleich aus drei und exakt fünf Sekunden auseinanderliegenden Runden besteht, war es zu spät, nochmal darüber nachzudenken.

Chilli-Rum-Wettbewerb

Chilli-Rum-Wettbewerb

Da ich die Tage zuvor beim Mittagessen zunehmend Gefallen an der pikanten Chilisoße fand und die Dosis daher täglich steigerte, stand mir zumindest ein gewisser Wettbewerbsvorteil zu. Letztlich war ich von dem Rum recht enttäuscht. Doch ein Blick in die Gesichter meiner beiden Mitbewerber erzeugte eine gewisse Schadenfreude 🙂 Zumindest die Australierin lachte eine ganze Weile nicht mehr und machte einen recht unglücklichen Eindruck. Als Gewinn erhielten jedoch alle Teilnehmer ein nettes Shirt, über das ich mich bei der anhaltenden Hitze mittlerweile sehr freue!

Das BigFoot-Shirt als Trost/Gewinn für die Teilnahme am Chili-Rum-Wettbewerb

Das BigFoot-Shirt als Trost/Gewinn für die Teilnahme am Chili-Rum-Wettbewerb

So lässt es sich bei dem Saunahaften Klima gut leben...

So lässt es sich bei dem Saunahaften Klima gut leben…

 

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Tag 40 – Spanisch und Salsa-Unterricht in Leon

Spanisch-Unterricht in Leon/Nicaragua

9. Oktober 2013 | Posted in News, NICARAGUA | By

Die gestrige Salsa-Privatstunde hat richtig Spaß gemacht. Zwar kenne ich durch den Frankfurter Ruedakurs und meine gelegentlichen Besuche im Orange Peel bereits einige kubanische Salsa-Figuren, doch das magere Salsa-Cubana-Wissen ist noch stark ausbaufähig. Den langjährig gelernten und sehr liebgewonnenen, geradlinigen New York Style zu vergessen, fällt mir hingegen nicht leicht. Doch meine 18-jährige Salsa-Lehrerin ermahnt mich gnadenlos, wenn ich doch wieder mal versuche, eine „nicht-existierende“ Figur einzubauen. Am Schluss der ersten Salsa-Stunde freute es mich jedoch, von ihr zu einem Extra-Tänzchen im New York Style aufgefordert zu werden.

NICARAGUA/Leon - Salsa Unterricht

NICARAGUA/Leon – Salsa Unterricht

Zum Spanisch-Unterricht wird das in den kommenden Tagen/Wochen der passende Ausgleich sein. Für gerade mal 33$ pro Woche ist sogar die Unterkunft direkt in der Salsa-Schule möglich. Allerdings fühle ich mich in der geselligen Touri-Gegend besser und zentraler aufgehoben und ziehe damit zunächst noch nicht um. Bei der Spanisch-Schule habe ich mich allerdings nach einer Unterkunft bei einer einheimischen Familie erkundigt. Leider sind zur Zeit so kurzfristig keine Plätze frei, doch ich bleibe zumindest auf der Warteliste. Für 50$ pro Woche ist auch das ein tolles Angebot und hilft sicherlich, das gelernte Spanisch täglich zu üben und dabei besser einzuprägen.

NICARAGUA/Leon - Spanisch Unterricht

NICARAGUA/Leon – Spanisch Unterricht

Die ersten beiden Spanisch-Stunden waren hingegen sehr herausfordernd. Obwohl ich mit dem aktuellen Wissen, kaum komplette Sätze bilden kann, lies meine junge aber sehr professionelle Spanisch-Lehrerin nicht locker, mich mit vielen Fragen zum Gespräch aufzufordern. Danach folgte ein sehr trockener Ausflug in die Grammatik, um im Turbo-Durchlauf das Bilden neun verschiedener Zeitformen kennenzulernen. So schnell lässt sich das leider nicht lernen und erfordert die nächsten Abende sicherlich noch einiges an Fleiß.

NICARAGUA/Leon - Spanisch Unterricht - Klassenräume

NICARAGUA/Leon – Spanisch Unterricht – Klassenräume

Umso ruhiger wird es damit sicherlich auf meinem Reiseblog werden, auch wenn die Tage in Leon mit dem Spanisch-Stammtisch, einem Oktoberfest, verschiedenen Ausflügen und vielen Bekanntschaften mit anderen Touris weiterhin recht erlebnisreich bleiben werden. Insbesondere begegnen mir hier täglich sehr viele individualreisende Australier. Die meisten Australier, die ich interessiert nach der Dauer und Route ihrer Reise fragte, planen eine mindestens acht- bis zwölfmonatige Tour durch Lateinamerika. So muss es sein!!!

Das kleine Hauskätzchen hat meine Spanisch-Notitzen zum Fressen gern!

Das kleine Hauskätzchen hat meine Spanisch-Notitzen zum Fressen gern!

Und ich stelle erneut fest, dass ich recht spät mit der Umsetzung meiner Reise begonnen habe und bin immer wieder ganz neidisch auf die tollen Erlebnisse, von denen ich dabei erzählt bekomme. Damit würde ich am liebsten selbst wieder loslegen, doch etwas mehr Durchhaltevermögen beim Lernen ist wohl leider erforderlich. Insbesondere nachdem mir das kleine, verspielte Hauskätzchen meine bisherigen Spanisch-Mitschriebe zerfetzte. Das Ärgern der am Boden umherumkriechenden Schildkröte war wohl zu langweilig.

Kätzchen auf der Jagd nach der Hausschildkröte

Kätzchen auf der Jagd nach der Hausschildkröte

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Tag 39 – Nicaragua / Leon

8. Oktober 2013 | Posted in News, NICARAGUA | By

Der gestrige Abend verlief ruhiger als gewollt. So lebhaft die Kleinstadt tagsüber auch ist, abends ist Leon bereits um 20Uhr wie leergefegt. Bis auf das vor jedem zweiten Haus sitzenden Sicherheitspersonal war ich fast die einzige Person auf der Straße. Zwar hatten einige Kneipen und Bars im Zentrum geöffnet, doch maximal zwei bis drei Gäste. Im der Touri-Bar, dem Volcano Cafe, traf ich letztlich eine Gruppe Australier. Das Salsa-Angebot fällt hier leider bescheidener aus als in vielen Städten Deutschlands. Gelegenheit zum Tanzen gibt es hier leider nur donnerstags. Für mich Grund genug, gleich heute ersatzweise die erste Privatstunde zu buchen. Mit 10 US$ ist das so günstig wie zu Studienzeiten bei Anne & Anichi in Freiburg. Sofern es mir gefällt, wird es nicht die letzte Stunde bleiben und der Preis damit sogar auf 7.50 Dollar pro Stunde fallen. Generell ist hier alles sehr billig und preiswert. Ein großes Mittagsessen mit Reis, Gemüse und wahlweise Puten- oder Rindfleisch kostet gerade mal 2,50 Euro. Begeistert war ich zudem, hier wieder die in Kolumbien so lieb gewonnenen, leckeren Frucht- und Milchshakes zu finden. Jedoch war es ein fataler Fehler, gleich einen Euro dafür zu bezahlen, denn kurz darauf hatte ich einen 1,5 Liter Bottich vor mir stehen.
Einige Meter weiter, kam ich zufällig am historischen Revolutions-Museum vorbei. Für 30 C$ (1 Euro) bekam ich nicht nur die Ausstellungsräume zu sehen, sondern zugleich eine Führung über das Wellblechdach mit schönem Ausblick auf den Parque Central de Leon und der angrenzenden Catedral de Leon. Die benachbarte Kathedrale besichtigte ich gleich im Anschluss. Für 50 C$ brachte uns ein junges Mädchen auf das Dach der Kathedrale und kündigte anschließend an, uns in 15 Minuten hier wieder abzuholen – eine seltsame Situation plötzlich auf einem gewölbten Kirchendach herum laufen zu dürfen, ohne Geländer, Absicherung oder sonstige Sicherheitsvorkehrungen aber dafür einige Stolpersteien. In Nicaragua läuft so etwas eben noch unbürokratisch und einfach ab! Mir sollte es recht sein, den tollen Ausblick auf die Stadt und Vulkane am Horizont genießen zu dürfen. Für weitere 50C$ gab es eine weitere, recht unspektakuläre Führung durch die leeren Kellergewölbe der Kathedrale. Darauf kann man jedoch getrost verzichten ohne etwas zu verpassen.
Auch mit einer Spanisch-Schule wurde ich mittlerweile fündig und werde gleich morgen früh mit dem Unterricht starten, ehe die heiße Mittagssonne das Lernen nur unnötig erschwert. Der erneute Jetlag von zwei Stunden, lässt mich momentan ohnehin bereits um 6 Uhr morgens wach sein und die Zeit damit sinnvoll gestalten.

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Tag 38 – Nicaragua – Der erste Eindruck

NICARAGUA / Anflug - Im Hintergrund der Vulkan San Christobal

7. Oktober 2013 | Posted in NICARAGUA | By

NICARAGUA / LEON

NICARAGUA / LEON

Recht geschmeidig verlief die Einreise in Nicaragua! Das Flugzeug war halbleer, so dass man sich seinen Lieblingsplatz aussuchen konnte, obwohl der Pilot darum bat, seine ausbalancierte Gewichtskalkulation nicht durch eigenmächtiges Umsetzen durcheinander zu bringen. Aber wer wollte, das schon kontrollieren…
Auch am Flughafen verlief alles recht harmonisch und sehr flott. Zum Glück hatte ich jedoch noch ein paar Dollar übrig, den die Einreise sollte mich 10 US$ kosten. Die Horde Taxifahrer hatte ich in den ruhigen USA fast schon vermisst!!! Doch hier am Airport von Managua waren sie nicht mal so penetrant, wie ich es aus anderen Ländern schon kannte, sondern akzeptierten auf Anhieb mein „Ne. Ich nehme den Bus!“. Nur einer warnte mich daraufhin vor den großen Gefahren für Touristen. Naja, damit glaubte ich klar zu kommen und fand gleich gegenüber den passenden Bus für gerade mal 10 Euro-Cent (3 Cordobas). Auch die Nicaraguaner waren sehr freundlich und hilfsbereit und wiesen mich rechtzeitig auf den erforderlichen Umstieg und die Nummer des nächsten Busses hin. So verlief alles reibungslos und mit einem kleinen Fernbus (für ungerade 51 Cordobas bzw 1,53 Euro) erreichte ich 2 Stunden nach dem Touch-Down mein Ziel, die 92 km von der Hauptstadt Managua entfernt gelegene Stadt Leon.

Dort empfing mich sogleich ein Australier, der nun in den „nicaraguanischen Hotelbetrieb“ wechselte und mir eine 6$ günstige Unterkunft anbot. Zum selben Preis hatte ich jedoch bereits ein anderes Angebot mit zahlreichen Empfehlungen und Referenzen angenommen. Ein freundlicher Fahrrad-Taxi-Fahrer brachte mich orientierungslosen Touristen samt nun nur noch 9 Kg schwerem Gepäck für 30 Cordoba (ca. 1 Euro) ins Stadtzentrum. Zwar unterbot ihn sein Konkurrent sogleich mit 33% billigeren 20 Cordoba, doch seine Strampelei waren es mir diese paar Cent mehr ebenfalls wert! Damit erhielt ich auch bereits meine erste Stadttour und die Stadt mit mir einen neuen Fan! Gelangweilt von den überall ähnlich aussehenden Gebäuden in Florida, bietet Leon mit seinen bunten und kreativen aber nicht kitschig oder überzogen wirkenden Häuschen das direkte Gegenteil.

NICARAGUA / Leon - Iglesia la Recoleccion

NICARAGUA / Leon – Iglesia la Recoleccion

Auch an historisch alten und sehr wuchtigen Kirchen mangelt es hier keinesfalls! Kaum bewundert man eine Kirche, so entdeckt man im Hintergrund schon gleich die nächste noch tollere! Im gesamten Stadtviertel trifft man auch immer wieder Marktverkäufer an und kann für 10 Cordoba beherzt ein Tütchen frisch zugeschnittenes Obst abgreifen. Der „Touri-Belästigungsfaktor“ ist hingegen gleich Null! Kein Verkäufer drängt hier ungefragt seine Waren oder auch nur ein Gespräch auf, sondern reagiert erst auf freundliche Anfrage. Das kenne ich aus anderen Ländern anders und freue mich über diese angenehme Zurückhaltung.

NICARAGUA / Leon - XXL-BBQ auf dem Marktplatz

NICARAGUA / Leon – XXL-BBQ auf dem Marktplatz

Vermisst hatte ich auch die Reggaeton-Beats – wie sie hier im Bus, auf der Straße und in vielen Bars üblich sind. Auch die ersten Salsa-Individualunterrichts-Angebote habe ich bereits entdeckt. Doch zuerst werde ich mich wohl der Mission „Spanisch lernen“ widmen! An Aktivitäten wird es hier jedenfalls keineswegs mangeln! Bereits am Flughafen bot eine Touristeninformation ein breites und vielfältiges Angebot an möglichen Unternehmungen an.

Aussicht beim Anflug auf Managua - Im Hintergrund der Vulkan San Christobal

Aussicht beim Anflug auf Managua – Im Hintergrund der Vulkan San Christobal

Insbesondere das „Volcano Boarding“ werde ich nicht auslassen! Schon beim Anflug hat mich der Vulkan San Christobal fasziniert und ihn mit über 93kmh auf einem Brett hinunterzusausen wird sicherlich ein einmalig tolles Erlebnis… Aber eines nach dem anderen! Nach dem ersten interessanten Stadtrundgang bin ich nun sehr auf das Nachtleben gespannt und werde mir in dieser tollen Stadt mit meinem Besuch viel Zeit lassen und den Aufenthalt wohl auch sehr genießen. Mit der erneuten Zeitverschiebung um 2 Stunden zum Abflugort Florida erhielt ich immerhin schon mal einen verlängerten Tag/Abend als schönes Willkommensgeschenk …

Erste Eindrücke

1 - NICARAGUA / Anflug  2 - NICARAGUA / Anflug - Im Hintergrund der Vulkan San Christobal  3 - NICARAGUA / Leon - Mit dem Fahrradtaxi durch die Straßen Leons  4 - NICARAGUA / Leon - Frisches Obst für 10 Cordoba (30 Euro-Cent)  5 - NICARAGUA / Leon - Iglesia la Recoleccion  6 - NICARAGUA / Leon  7 - NICARAGUA / Leon - Fussballspiel gegenüber der Universität  8 - NICARAGUA / Leon - Fussballspiel gegenüber der Universität 9 - NICARAGUA / Leon - Catedral de Leon 10 - NICARAGUA / Leon - Catedral de Leon  11 - NICARAGUA / Leon - Leon vor der Catedral de Leon 12 - NICARAGUA / Leon - Colegio Tridentino
13 - NICARAGUA / Leon - Markt  14 - NICARAGUA / Leon - XXL-BBQ auf dem Marktplatz 15 - NICARAGUA / Leon - Obstverkauf
16 - NICARAGUA / Leon - Iglesia el Calvario  17 - NICARAGUA / Leon 18 - NICARAGUA / Leon
19 - NICARAGUA / Leon - Salsa!  20 - NICARAGUA / Leon - Kitchen

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