Tag 28 – Kreuzfahrt zur Bahamas-Insel Bimini

USA / Miami / Cruise Boat - From Miami to Bimini (Bahamas)

27. September 2013 | Posted in BAHAMAS, Beaches, CARIBIC, Florida, Islands, News, USA | By

Woooowwwww!!!!! Die Kreuzfahrt nach Bimini… ATEMBERAUBEND!!!! Bereits der Sonnenaufgang im Miami bei meiner Ankunft mit dem Tri-Train hat mich fasziniert – doch es sollte noch viel besser werden! An diesem morgen um 5 Uhr aufzustehen, um mit Taxi, Bus und Bahn rechtzeitig am 40 km entfernten Ferry-Dock in Miami anzukommen, bereue ich keine Minute! Zwar bekam ich beim Check-In mein 5 Min. zuvor hungrig erworbenes, großes Sandwich gleich wieder abgenommen, da das Mitführen von Lebensmitteln und Getränken strikt und unter Androhung einer Strafe von 500 US$ verboten ist … trotzdem: die Entschädigung sollte kurz darauf erfolgen!

USA / Miami / Cruise Boat - Relaxen auf dem Sonnendeck mit Blick auf Miamis Skyline.

USA / Miami / Cruise Boat – Relaxen auf dem Sonnendeck mit Blick auf Miamis Skyline.

 

USA / Miami / Cruise Boat - Strahlender Sonnenschein auf Deck 10.

USA / Miami / Cruise Boat – Strahlender Sonnenschein auf Deck 10.

Die Ankunft erinnerte an eine Spezialagenten-Szene. „Achtung, eine weitere Person kommt rein…“, „ich sehe ihn!“, „er befindet sich im Flur!“, „ja, er ist nun drin“, … „hier kommt ein weiteres Auto mit vier Personen an – Ich schicke sie zu euch rüber…“ – was das soll?! Am Terminal des großen Kreuzfahrtschiffes befanden sich mehr Angestellte als Passagiere und sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Alle 2 Meter stand eine weitere Angestellte, grüßte und zeigte den Weg, damit sich auf den wenigen Zentimetern bis zur nächsten Angestellten ja nicht verirrt.

USA / Miami / Cruise Boat - Gäste beim Sonnenbad.

USA / Miami / Cruise Boat – Gäste beim Sonnenbad.

USA / Miami / Cruise Boat - Dieser armen Bahamerita (links) ist die Hose nach dem üppigem Frühstück bereits zu eng geworden.

USA / Miami / Cruise Boat – Dieser armen Bahamerita (links) ist die Hose nach dem üppigem Frühstück bereits zu eng geworden.

Währenddessen tanzte eine ultraheiße im knappen Bikini bekleidete „Bahamarita“ nach der nächsten an mir vorbei. Ich durfte gespannt sein, wie das auf dem Schiff erst sein wird… und konnte nur noch staunen! Hier geht es jedenfalls wesentlich freizügiger, und gelassener als in Nord-Europa zu 🙂 Auch meine Trauer um das abhanden gekommene Sandwich war schnell verlogen, als ich das lange Gratis-Buffet auf beiden Seiten des Party-Decks mit vielen frischen Früchten erblickte.

USA / Miami / Cruise Boat - Bye Bye Miami.

USA / Miami / Cruise Boat – Bye Bye Miami.

USA / Miami / Cruise Boat - Der DJ und seine Gäste sind bester Laune.

USA / Miami / Cruise Boat – Der DJ und seine Gäste sind bester Laune.

Und das alles für 0 US$ Ticketpreis!!! Jean ist ein Genie! (…an bestimmten Tagen ist dieser Trip jedoch auf regulär für 20US$, sonst ca. 120US$ zu haben und auch für diese Preise sehr zu empfehlen – siehe Link !). Die drei Stunden auf dem Schiff „Bimini Super Fast“ vergehen jedenfalls tatsächlich rasend schnell und um 12 Uhr ist Bimini zum Greifen nah…

 

Zu früh gefreut! Nur anschauen! „Nicht anfassen“!

Vierhundert Meter vor Bimini endet die Reise unerwartet abrupt und unglücklich! Das das große Schiff wegen des erst noch nicht (Zieltermin: Oktober 2013) fertiggestellten Docks nicht direkt bei der Insel anlegen kann, erfolgt der Weitertransport kurz vor der Küste i.d.R. durch zeitaufwendiges und geduldsames Umsteigen auf kleinere Boote. Wegen starken Wellengangs (auf dem großen Schiff kaum bemerkbar!) musste der Transfer jedoch leider plötzlich abgebrochen werden. Viele der amerikanischen Passagiere waren außer sich vor Wut. Das Schiff sollte nun fünf Stunden vor der Küste warten und dann wieder mit allen Gästen zurückfahren.

USA / Miami / Cruise Boat - Das Casino lockt einige Zocker zum Zeitvertreib an.

USA / Miami / Cruise Boat – Das Casino lockt einige Zocker zum Zeitvertreib an.

 

Als Ersatz gab es zum einen palettenweise Sandwiches und ein weiteres Gratis-Buffet. Zudem dürfen alle Gäste diese Reise erneut gratis unternehmen oder sich 80% des Geldes ausbezahlen lassen. Für mich war die Option sofort klar (80% von 0 US$ war wenig überzeugend!) und ich freute mich, das Vergnügen bald erneut für 0 US$ und dann sogar zusammen mit Jean zu haben. Denn was will man(n) mehr?! Es könnte Schlimmeres geben als bei knallender Sonne auf der Liege des Partydecks mit vollem Baum, heißen Salsa-Rhythmen und ebenso heißen Moves der Latinas* von den Wellen in ein sanftes Mittags-Nickerchen geschaukelt zu werden… Auch die ständigen Durchsagen „Ladies and Gentleman, we kindly remind you, that there is free lunch waiting for you on deck 10. Also good music and you can join our lottery…“ störten bei dieser Rundumzufriedenheit nur wenig.

USA / Miami / Cruise Boat - Heißes Sonnenbad auf Deck 10.

USA / Miami / Cruise Boat – Heißes Sonnenbad auf Deck 10.

Ob die Liege nun auf dem sonnigen Deck oder am Strand steht… kaum ein Unterschied. Nur die verlockende Abkühlung durch das glitzernde, königsblaue Meer hätte das noch perfekt gemacht! Ohne Digi-Cam und Reisepass wäre die Versuchung vermutlich groß genug gewesen, einfach von Board zu springen und zur Bahamas-Insel rüber zu schwimmen! Erfahrungen bei illegalen Einreisen habe ich ja spätestens seit meinem Kolumbien-Ecuador-Malheur 2012 mit dem gestohlenen Reisepass (Artikel über diese Extra-Story folgt irgendwann). Hier würde es sich wenigstens lohnen! Aber die zweite Gratis-Tour soll mir auch recht sein…
*) Für die weiblichen Leser: Muskulöse und halbnackte Amerikaner und Latinos liefen hier natürlich ebenfalls herum – eine Tour mit „Bimini Super Fast“ ist also für jeden das Richtige 😉 Und da alles (vermutlich bis auf diesen einen deutschen Schmarotzer :)) zahlende Gäste sind, bleibt angenehmerweise auch die übliche Belästigung und Geldbettelei durch „leichte Mädels“ erspart.

Immer wieder für Überraschungen gut

Vom vielen Essen und dem stundenlangen Sonnenbaden trotz wiederholender Gratis-Buffet-Durchsagen fast eingeschlummert und diese mittlerweile im Halbschlaf ignorierend, hätte ich diesen Moment in der heißen Sonne um Haaresbreite verschlafen! Die sprunghaften Bahamatianer! Nun also doch! Ausgewählte Passagiere (Einwohner und Touristen mit Hotelbuchung) dürfen das Boot verlassen. Eine Hotelbuchung habe ich zwar nicht, aber wer will das schon prüfen können. Erneut versammeln sich alle reisefertig in der Sports-Bar und sind gespannt ob es diesmal klappt. Schließlich mussten die rund 100 mit dem ersten Boot transportierten Kurzzeitbesucher wieder abgeholt werden. Und tatsächlich. Trotz wackeliger Angelegenheit konnte das kleine Boot am Schiff andocken und alle waren happy! Ein etwas angetrunkener und über 240 Pfund schwerer Amerikaner sorgte während der 30-minütigen Fahrt lautstark und etwas lallend immer wieder für gute Stimmung und Gelächter. Nur einigen Eltern ärgerten sich etwas über so manch unsittlichen Spruch – doch da sind die Amerikaner manchmal ja ohnehin etwas empfindlicher/spießiger.

Welcome at Binimi

Auf der Bahamas-Insel angekommen ging alles ganz flott. Pass gestempelt, zwei Schritte weiter ins Ferien-Ressort und mit dem kostenlosen Shuttle direkt zum Strand, um die letzte Sonnenstunde und den Sonnenuntergang zu genießen.

Sonnenuntergang in Bimini (Bahamas)

Sonnenuntergang in Bimini (Bahamas)

Meine kostenlose Hängematte für heute Nacht habe ich auf dem 20-minütigen Rückweg durch das große Ferienressort auch schon entdeckt! Warum die Ferienhäuser gut 500 US$ kosten, ist mir bei dem Anblick der zahlreichen „Villen“ nun klar.

BAHAMAS / Bimini - Hängematte

BAHAMAS / Bimini – Hängematte

Auch eine Pizza für 40 US$ aufwärts hat hier einen stolzen Preis. Zum Glück bin ich bereits papp-satt und genieße den restlichen Abend nun mit den verbleibenden Touristen an der Bar…

P.S.: Das mit dem vom Board springen und rüber schwimmen wäre eine schlechte Option gewesen! Mit dem Boot dauerte es 30 Minuten! Es waren demnach doch etwas mehr als nur ein paar hundert Meter. Wie gut dass mich meine Wertsachen von solchen Spontanitäten abhalten… 😉

Bildergalerien

READ MORE

Tag 27 – Wochenend-Trip zur Bahamas-Insel Bimini

26. September 2013 | Posted in BAHAMAS, Beaches, CARIBIC, Islands, News | By

Für unfassbare 0 US$ organisierte der Reisefuchs Jean uns ein unschlagbar billige Reise zur ca. 80km östlich von Miami liegenden und gerade mal 11km langen und 200m breiten Bahamas-Insel Bimini. Da seine Mutter sehr nervös vor einer bevorstehenden OP ist und Jean sie daher spontan eine Woche in Venezuela besuchen wird, werde ich die folgende Woche leider „alleine“ auf den Bahamas und in Florida verbringen. Jean buchte ersatzweise für „weitere“ 0 US$ eine neue Tour nach Bimini mit seiner gesamten Familie im Dezember. Der Preis relativiert sich jedoch durch das 500 US$ teure Appartement, desselben Anbieters. Mein Glück, dass ich mit einer Hängematte ausgestattet, gratis übernachten werde. In der Hoffnung, dass ein leckeres Sandwich dort auch für unter 50 US$ zu haben ist, mache ich mich auf den Weg, zwei ruhige Tage auf der Bahamas-Insel zu verbringen.

READ MORE

Tag 22 – ¡Adios Hispaniola!

21. September 2013 | Posted in CARIBIC, DOMINICAN REPUBLIC, News, Summary | By

Die vergangenen zwei Wochen in der Dominikanischen Republik und Haiti vergingen wie im Flug und waren eindeutig zu kurz. Da die Flüge in der Regel vorab günstiger zu buchen sind und ich zudem ein Weiterreiseticket für den Grenzübergang benötigte, musste ich zuhause bereits abschätzen, wie lange es mir hier wohl gefallen würde und wann die Reise weiter nach Fort Lauderdale gehen soll.

In 13 Tagen versuchte ich daher Eindrücke verschiedener Regionen der Insel zu gewinnen und besuchte auf der Insel insgesamt 13 Orte und legte dabei über 1700 km mit dem Bus und über 100 km zu Fuß zurück:

(A) Punta Cana / Playa Bavaro
(G) Santo Domingo / Colonial Zone
(C) Port-au-Prince / Carrefour / Petion-Ville / Haiti-Anreise
(D) Sanchez / Las Terrenas / Cap Bonita / El Limon / Samana
(E) Puerto Plata
(F) Santiago de los Caballeros

Bei so vielen Erlebnissen und Eindrücken in kurzer Zeit gelang es mir leider kaum, zu jeder Station etwas zu berichten. Insbesondere den „Rückstand“ der vier Internet- und Notebooklosen Tage in Haiti ist unaufholbar 😉 Trotzdem werde ich weiterhin versuche, auch online „am Ball zu bleiben“, um die gemachten Erfahrungen zu einem „Online-Reiseführer light“ mit vielen Bildern und nützlichen Informationen (siehe ABOUT) auszubauen.

Die mehrstündigen Busfahrten habe ich jedoch dazu genutzt, Fotos aus Haiti zu selektieren und zu kommentieren. Daher bin ich zuversichtlich in Kürze einige Stories hierzu nachliefern zu können.

READ MORE

Tag 22 – Fünf Stunden Rumlungern am Flughafen – Spirit Air lässt auf sich warten…

Santo Domingo Airport

21. September 2013 | Posted in Airports, CARIBIC, DOMINICAN REPUBLIC, News | By

Hm… ordnungsgemäße drei Stunden vor dem Abflug gebe ich mein Gepäck am Flughafen in Santo Domingo ab und erfahre, dass der Flug sich um mindestens zwei Stunden verschiebt. Dass dies bei der Billigairline Spirit Air immer mal wieder vorkommt und man sogar Glück hat, wenn die Flüge wegen technischen Defekten nicht ganz ausfallen, habe ich nun bereits von mehreren Amerikanern gehört. Nach europäischem Fluggastrecht gäbe es nun immerhin eine nette Entschädigung über 250 Euro. Die beste Alternative wäre ein Abstecher zum 11 km entfernten Touri-Strand Boca Chica:

Doch leider ist die Prozedur bei internationalen Flügen immer noch derart zeitraubend und umständlich, dass ich das Verpassen des Fluges besser nicht riskiere und in den abgedunkelten Wartebereichen dem verpassten Strand-Tag bei super tollem Wetter nachtrauern kann. Naja, Zeit für mich, einige Fotos auszusortieren und etwas Spanisch zu lernen.

READ MORE

Tag 19 – Ausflug zum Salto del Limon und nach Samana

DOMINICAN REPUBLIC / El Limon - Auch die Einheimischen sind beim Baden am Wasserfall anzutreffen.

19. September 2013 | Posted in CARIBIC, DOMINICAN REPUBLIC, News | By

Nach der gestrigen Wandertour mit insg. über 17 km Fußweg, war heute die Erkundung der Halbinsel Samana mit dem Guaguas (kleiner Van als Taxi-Bus) angesagt. Für nur 50 RD$ ging es am frühen morgen auf der Ladefläche eines Jeeps in das von Las Terrenas 12km entfernte El Limon zur Besichtigung der Wasserfälle „Las Cascadas Del Limón„.
Für 750 RD$ bieten hier zahlreiche Tourguides eine geführte Tour mit dem Pferd für die ca. 5 km lange Tour durch das gebirgige Naturschutzgebiet. Schneller oder bequemer voran kommt man damit jedoch nicht, denn in der Regel läuft ein Einheimischer Guide gemütlich nebenher!

DOMINICAN REPUBLIC / El Limon - Eine wunderschöne Landschaft. Abgesehen von den Palmen fast wie zuhause im Schwarzwald ;)

DOMINICAN REPUBLIC / El Limon – Eine wunderschöne Landschaft. Abgesehen von den Palmen fast wie zuhause im Schwarzwald 😉

Ich entschied mich für einen Spaziergang ohne Pferd und wurde die erste halbe Stunde einen vom Taxifahrer herbeigerufenen Tourguide verfolgt. Dieser nervte mich mit seinen Stories, dass diese im Wald gelegene, einsame Strecke nur in Begleitung mit einem Einheimischen zum Schutz der Natur und vor bösen Banditen betreten werden darf. Das war natürlich völliger Unsinn. Gerade diese Strecke ist ein typisches Touristenziel und damit trifft man tagsüber immer wieder Besuchergruppen an. Meine Einwände, ihn auf meiner Tour nicht dabei haben zu wollen, ignorierte mein nervender und unerwünschter Guide jedoch konsequent und meinte, es sei nicht möglich, hier alleine zu wandern. Erst als ich ihm glaubhaft machen konnte, dass er für die aufgezwängte und lästige Begleitung keinen Cent erwarten darf, entschied er sich endlich doch anders und erzählte mir plötzlich abenteuerliche Geschichten von seiner Großfamilie und fünf zu ernährenden Kindern. Vielleicht ein Fehler das zu tun, doch mit 100 RD$ hatte ich endlich meine Ruhe.

Verärgert war ich jedoch über den Taxifahrer, der mich auf Empfehlung meiner Vermieterin beim „Casa Nega“ absetzen sollte, von wo aus man über eine zweite/alternative Route zu den Wasserfällen wandern kann. Doch dieser hat zwar das Geld für die Fahrt eingestrichen, mich aber zusammen mit dem aufgehalsten Tourguide frech angelogen, angeblich vor dem Casa Nega zu stehen, das sich in Wirklichkeit 4 km weiter befand -> Hier kann man sich auf nichts verlassen!!!

Naja, der heutige Tagesausflug war trotzdem sehr schön und mit den beiden Gaunern (Taxifahrer und Tourguide) wieder mal kulturell lehrreich 😉

DOMINICAN REPUBLIC / El Limon - Badegäste vor dem Wasserfall El Limon.

DOMINICAN REPUBLIC / El Limon – Badegäste vor dem Wasserfall El Limon.

Den Rest des Tages fuhr ich mit Guaguas (Sammeltaxis) quer über das Halbinselchen. Von El Limon fahren regelmäßig Guaguas die 25 km lange Strecke nach Samana (für 75 RD$). Besonders viel zu bieten hat das kleine Städtchen zwar nicht, doch von hier aus bietet sich eine Bootstour zur Insel Cayo Levantado an. Für 90 RD$ kommt man mit dem Guagua von Samana auch wieder zurück ins ca. 35 km entfernte Sanchez. Von dort aus ging es mit einem weiteren Guagua (75 RD$) zurück in das 17 km entfernte Las Terrenas, um den Abend gemeinsam mit den deutschen und amerikanischen Nachbarn ausklingen zu lassen.

 

Bilder-Galerien

 

Preis-Informationen

57,60 Dominikanische Peso (DOP/RD$) = 1 EUR (18.09.2013)

 

50 RD$ Mit dem Guagua (Taxi-Bus) von Las Terrenas nach El Limon (13 km)
75 RD$ Mit dem Guagua (Taxi-Bus) von El Limon nach Samana (25 km)
90 RD$ Mit dem Guagua (Taxi-Bus) von Samana nach Sanchez (35 km)
325 RD$ Mit dem Bus (Caribe Tour) von Sanchez nach Santo Domingo (150 km, 2h Fahrt)
300 RD$ Mit dem Bus (Mini-Van) von Las Terrenas nach Puerta Plata (180 km, 4h Fahrt)
750 RD$ Tour mit dem Pferd zu den Wasserfällen „Las Cascadas Del Limón
50 RD$ Eintritt in das Naturschutzgebiet zu den Wasserfällen „Las Cascadas Del Limón
15 US$ Unterkunft pro Nacht im Einzel/Doppelzimmer/Bungalow „Fata Morgana“ (ist mit drei Betten ausgestattet)
20 US$ Bootstour von Samana zur Insel Cayo Levantado (Preis unverhandelt: daher ggf. auch billiger!)

READ MORE

Tag 20 – Besuch der Hafenstadt Puerto Plata

19. September 2013 | Posted in CARIBIC, Cities, DOMINICAN REPUBLIC, News | By

Gestern Abend überlegte ich lange hin- und her, für heute morgen wirklich den einzigen, bereits um 6:30 Uhr aus Las Terrenas abfahrenden Bus (300 RD$) nach Puerto Plata zu nehmen… und das frühe Aufstehen hat sich gelohnt!!!
Nach vierstündiger Fahrt (wegen ständigem Anhalten für die Mitnahme unzähliger Lieferungen, Säcke, etc.) überzeugte mich die ca. 130.000 Einwohner große Stadt zunächst nicht und ich hätte meine Reise fast schon voreilig nach Santo Domingo fortgesetzt. Doch der Besuch der Touristen-Information hat sich gelohnt! So viele interessante Sehenswürdigkeiten hätte ich hier im ersten Augenblick gar nicht vermutet. Also war meine erste Herausforderung, eine Unterkunft zu finden. Vorab fand ich im Internet nur wenige aber passable Angebote um die 25 Euro. Völlig ungläubig schaute ich daher auf die Preisangaben der Touri-Information: Hotelzimmer für nur 3 Euro?!?! Was man dafür bekommt, wollte ich nun wissen… Zwei Häuserecken vom Stadt-Zentrum entfernt besichtigte ich das erste „Hotel“. Naja – ein Badezimmer mitten im Hof war weniger meine Vorstellung von einem Hotel. Doch direkt im Gebäude daneben wurde ich fündig! Für 5 Euro ein Standardzimmer, für 10 Euro die Luxusvariante – unglaublich! Mein Gepäck im Zimmer deponiert, begann mir nun auch die Stadt zunehmend zu gefallen.

Nach einer Tour zum Malecon, dem Hafen und der Besichtigung der kleinen Festung Fortaleza San Felipe (ehemaliges Gefängnis und nun ein Museum, 100 RD$ Eintritt mit deutschem/schwäbischem Audio-Guide) ging es mit einem Motortaxi zur Seilbahnstation. Von dort aus gelangt man für 350 RD$ (inkl. Retour) auf den 793 Meter hohen Berg Pico Isabel de Torres. Auf dem Berg befindet sich neben einem kleinen botanischen Garten mit Lagune und einer Höhle, eine ?? Meter große Nachbildung der Christus-Statue Cristo Redentor aus Rio de Janeiro.

Ein Motortaxi brachte mich anschließend zurück ins Stadtzentrum. Auch hier sollte die Fahrt mit 100 RD$ zunächst doppelt so viel wie normal kosten und der Fahrer begann schon etwas von „lejo“ (weeeiiiittt) zu jammern als ich ihm mein Foto von der offiziellen Preisliste zeigte – danach nur noch ein „OK!“ und für 50 RD$ ging’s weiter 🙂

Für nur 50 RD$ Eintritt konnte man im Bernsteinmuseum zahlreiche Steinchen mit „konservierten“ Tierchen aus früheren Zeiten bestaunen. Da ich nach meinem Besuch versehentlich den falschen Ausgang nahm, rannte mir der Bernstein-Shop-Besitzer sogar verzweifelt und weit hinterher. An seinen teuren Angeboten hatte ich zwar kein Interesse, aber die Steinchen gefielen mir in der Tat sehr gut!

Nach einem Spaziergang durch das Stadtzentrum sollte es für heute nach diesem frühen Start auch gut sein. In meiner direkten Nachbarschaft lausche ich nebenher dem bereits über 2h lang andauernden Gottesdienst mit viel Gesang und (manchmal schräger) Live-Musik . Zwar verstehe ich außer den unzählige-male vorkommenden Hallelujahs, santos und gracias dios kein Wort, doch steigert sich der Redner so richtig in seinen „Auftritt“ hinein und schreit seit über einer Stunde bereits sehr emotional und nun allmählich erschöpft ins Mikrofon. Bequem, das neben dem Bloggen auf meinem Balkon mitverfolgen zu können 🙂

Für morgen bin ich mir noch unschlüssig, ggf. die nahegelegene Rumfabrik der Familie Brugal (eine der drei großen Rum-Marken des Landes), den Playa Dorada, Playa Long Beach oder eine andere Stadt (La Vega) im Zentrum der Dominikanischen Republik zu besuchen.

Übermorgen geht es – wenn die Einreise ohne Rückflugticket funktioniert – bereits weiter in die USA/Miami, wo ich erneut Prof. Jean besuchen werde und wo nach den vielen Ausflügen der letzten Tage eine etwas ruhigere Zeit folgen wird.

Bildergalerie

Preis-Informationen

57,60 Dominikanische Peso (DOP/RD$) = 1 EUR (18.09.2013)

300 RD$ Mit dem Bus (Mini-Van) von Las Terrenas nach Puerta Plata (180 km, 4h Fahrt)
100 RD$ Eintritt für die Festung / das Museum Fortaleza San Felipe
350 RD$ Fahrt (inkl. Retour) mit der Seilbahn auf den 793 Meter hohen Berg Pico Isabel de Torres (zur Nachbildung der Christus-Statue Cristo Redentor). Alternativ ist die Fahrt auch mit dem Taxi möglich.
ab 300 RD$ Unterkunft pro Nacht im zentrumsnahen Hotel San Miguel (Tel. 809-261-5505) oder Hotel Victoriano (500-1000 RD$, Tel. 809-580-9792)
50 RD$ Fahrt mit dem Motortaxi vom Stadtzentrum zur Seilbahnstation.
50 RD$ Eintritt für das Bernsteinmuseum (Museo del Ambar).

READ MORE

Tag 18 – Tour nach Las Terranes auf der Halbinsel Samana

Bucht der Halbinsel Samana

17. September 2013 | Posted in Beaches, CARIBIC, DOMINICAN REPUBLIC, News | By

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Blick auf die Bahia de Samana

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Blick auf die Bahia de Samana

Spät abends von der elf-stündigen Reise aus Port-au-Prince wieder in Santo Domingo angekommen, bemerke ich, dass mir für die Erkundung des Nordens der Dominikanischen Republik nur noch 4 Tage verbleiben.

Dabei soll gerade die Reise in das gebirgige Hinterland, der Besuch einer Stadt im Landesinneren oder aber ein Besuch der zahlreichen Strände und Wasserfälle auf der Halbinsel Samaná sehr toll sein.
In Puerto Plata war so kurzfristig jedoch leider keine rentable Unterkunft unter 80$ mehr zu finden.
Mittlerweile habe ich mich mit den lukrativen Preisen um die 20 US$ für ein Einzelzimmer angefreundet und werde am Playa Bonita auf der Halbinsel Semana schließlich fündig. Damit steht fest, wo die Reise in wenigen Stunden hinführen wird. Mein Gepäck lasse ich wie die letzten sechs Tage auch diesmal wieder in Santo Domingo zurück und mache mich mit einer Minimalausstattung und neuer Kleidung auf den Weg. Für nur 320 RD$ (5,30 Euro) fährt Caribe Tours mehrmals täglich in das zwei Stunden entfernte Sanchez. Von hier aus kann man die letzten 17km zum Playa Bonita (in der Nähe von Las Terranes) mit einem lokalen Bus für ca. 50 RD$ zurücklegen.

Bewusstes Missverständnis um den Taxi-Preis

In Sanchez mit dem Bus angekommen, stürzen sich sofort die hektischen Taxifahrer auf die aussteigenden Gäste. Mit meinen wenigen Worten Spanisch war „Tranquillo!“ immerhin das richtige, um für etwas Ruhe zu sorgen. Verdächtig kam mir hingegen gleich vor, dass sich der Motorrad-Taxifahrer sofort auf meinen Preis „para 50 a Las Terranes?!?“ einließ, was dem Preis des Busses entsprach. Die „Spezifikationslücke“ wurde mir auch prompt bewusst, doch wartete ich mal ab, ob er tatsächlich so frech werden würde, mir für 17 Kilometer Motorradfahrt 50 US-Dollar statt 50 Dominikanische Peso (1 Euro) abknöpfen zu wollen.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Das bergige Hinterland auf der Halbinsel Samana.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Das bergige Hinterland auf der Halbinsel Samana.

 

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Die grüne vom Meer umgebene Landschaft der Halbinsel.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Die grüne vom Meer umgebene Landschaft der Halbinsel.

Nach vier Kilometer Fahrt durch das steile Gebirge mit einer atemberaubend tollen Landschaft und Ausblick auf die weiten Palmenstrände der Halbinsel begann er dann davon zu schwärmen, was man für 50USD heutzutage schönes erleben kann. Für mich jedenfalls höchste Zeit ihn zu korrigieren! Wohlwissend das 50USD überzogen zu viel ist und genervt von meiner ständigen Wiederholung „No Dollares – 50 Pesos!!!“ klingt sein neues Angebot „500 Pesos“ (ca. 12 USD) schon etwas vernünftiger, passt mir aber immer noch nicht. Bei so viel Frechheit, mir mitten im Nirvana überteuerte Fahrpreise andrehen zu wollen, schlage ich auch sein Angebot aus, mich für ca. 2 Euro zurück zur Busstation zu bringen und entscheide mich, die verbleibenden 13 Kilometer zu laufen. Nach der neunstündigen Busfahrt des vergangenen Tages und den 24km „Stadt-Spaziergang“ durch die Metropolregion um Port-au-Prince zwei Tage zuvor, bietet die Halbinsel Semana zum Wandern die richtige Umgebung für ein schönes Naturerlebnis. Nach neun Kilometern Wandern in der prallen Mittagssonne lasse ich es dann doch gut sein und nehme das freundliche Mitfahrangebot eines Motorradfahrers (derlei Angebote gab es zwischenzeitlich zahlreich!) an, der mich zum herrlichen Strand Playa Bonita brachte und letztlich nicht einmal Geld dafür annehmen wollte.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - 12km spazierte ich diese Straße nach Las Terrenas entlang.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – 12km spazierte ich diese Straße nach Las Terrenas entlang.

Playa Bonita

Dieser Strand trägt seinen Namen zurecht! Sand wie Puderzucker und klares, türkisblaues Wasser laden an diesem fast menschenleeren Strand zum Erholen ein – insb. nach langen Wanderungen…
Die Strandpromenade wurde künstlich begrünt und neben einigen Surfschulen und gemütlichen Kaffees grenzen zahlreiche luxuriöse Villen und Ferienwohnungen an den idyllischen Playa Bonita an.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - In der Nähe des Punta Bonita.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – In der Nähe des Punta Bonita.

Meine Unterkunft suche ich jedoch vergebens und auch keinem Anwohner sagt der Name des Hauses etwas – außer einem Motorrad-Taxifahrer, der zielgerichtet mit mir losfährt, ehe er mich nach 5 Minuten Fahrt durch zwei Dörfer plötzlich fragt, wo ich überhaupt hin möchte…
Nach langem Herumeiern findet er das angegebene Ziel dann doch noch und gibt sich anständigerweise mit zwei Dollar zufrieden. Tja – und da stehe ich alleine vor dem Tor zu einem recht großen, mehrere Ferienhäuser umfassendes Grundstück und keiner (auch kein Nachbar) ist zuhause. Naja, nicht ganz: ich betrete einfach das riesige Gelände (bin ja mit Uhrzeit angekündigt) und werde immerhin von zwei Hunden angeknurrt und von zwei grasenden Eseln neugierig verfolgt. Zeit für mich, in der Hängematte vor dem Gästehaus zu baumeln und die heutigen Erlebnisse mit meinem Notebook festzuhalten… bis ich plötzlich eine Holländerin aus dem Nachbarhaus rufen höre: „Matthias! Da bist du ja! Ich habe auf dich gewartet!“. Überrascht, sogar auf (fast) deutsch begrüßt zu werden, freue ich mich bei dem schwül-heißem und sonnigen Wetter über eine kalte Dusche im eigenen Bungalow und mache mich schlau, wie ich morgen preisgünstig zu den Wasserfälle „Las Cascadas Del Limón“ komme…

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Mein Zuhause für 2 Nächte am Playa Bonita.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Mein Zuhause für 2 Nächte am Playa Bonita.

Mittlerweile sind auch die vier Nachbar-Bungalows bewohnt und meine 21-jährige, deutsche Nachbarin wurde von ihrem hungrigen, dominikanischen Freund gleich mal zum Einkaufen und Kochen geschickt! Ihre Beschwerden über das dominikanische Macho-Verhalten helfen dabei auch als deutsche, reiche Touristin nichts. Ein Jahr, so erzählt Laura, verbrachte sie im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahr bereits in der Dominikanischen Republik und regt sich immer noch besonders über den Status der Frauen auf dem Lande sowie die erlebte Korruption und teils heftige und schwere Kriminalität auf. Insbesondere durch den Polizeiberuf ihres dominikanischen Freundes hat sie schon von vielen krassen Situationen und Zuständen gehört. Während meine Erzählungen über Erlebtes schon ab und zu Freunde und Bekannte schockierten, berichtet Laura über Erlebnisse, die all das mit Leichtigkeit in den Schatten stellen. Ich hoffe, Horrorgeschichten dieser Art bleiben mir weiterhin erspart und ich feilsche stattdessen lieber mit harmlosen aber gaunerhaften Taxifahrern ums Geld…

 

Zu den weiteren Bildern aus Las-Terrenas / Cap Bonita

READ MORE

Tag 17 – Reise nach Haiti / Port-au-Prince

HAITI / Carrefour - Eine Gruppe Haitianer auf dem Weg zum Wasser schöpfen.

16. September 2013 | Posted in CARIBIC, Cities, HAITI, News, Summary | By

Auf meine Reise nach Haiti war ich sehr gespannt. Neben zahlreichen eindringlichen Warnungen über Entführung, Erpressung, Raub, Armut, schlimme Hygienezustände, Malaria, Dengue-Fieber, Cholera, schlechter Infrastruktur und fürchterlichen Bedingungen sowie vielerlei, besorgte Fragen wie „Willst du wirklich in dieses Krisengebiet?, Hast du keine Angst?, …“ war ich zunächst sehr verunsichert. Trotzdem! Einmal hier und so nahe dran, ist die Neugier einfach größer.
Über 9,8 Millionen Menschen leben in Haiti – damit muss mir ein viertägiger Kurzbesuch doch ebenfalls gelingen! Und ich bin sehr froh über diese Erfahrung, denn ich nahm das Land ganz anders wahr, als durch die Medien und zahlreichen Warnungen dargestellt…
Sicherlich sind die ersten Warnungen des Auswärtigen Amtes und anderen offiziellen Stellen keinesfalls zu vernachlässigen und durch Vorkommnisse begründet. Auf Grund der eindringlichen Warnungen ließ ich sogar mein gesamtes Gepäck in Santo Domingo (Hauptstadt der benachbarten Dominikanische Republik) zurück und reiste nur mit einer Kreditkarte, Reisepass, Bad-Utensilien, Fotoapparat und Wechselkleidung in das benachbarte Haiti.

HAITI / Anreise mit CARIBE TOUR - Auf der Strecke ins benachbarte Haiti lässt sich zwischendurch immer wieder ein toller Ausblick auf die gebirgige Landschaft genießen.

HAITI / Anreise mit CARIBE TOUR – Auf der Strecke ins benachbarte Haiti lässt sich zwischendurch immer wieder ein toller Ausblick auf die gebirgige Landschaft genießen.

HAITI / Port-au-Prince - Stadtbus

HAITI / Port-au-Prince – Stadtbus

Nach der elf-stündigen Busfahrt (siehe Bildergalerie Anreise) mit Caribe Tour (davon 2 Stunden zäher Stadtverkehr in Port-au-Prince) kam ich gegen 21 Uhr und völlig orientierungslos in der dunklen Hauptstadt Port-au-Prince an – freudig empfangen von wartenden Taxifahrern. Total misstrauisch blieb mir mitten in der Nacht leider ohnehin keine andere Wahl, als eines der halsabschneiderischen Angebote anzunehmen. Dafür wurde ich sogar zum nächsten Geldautomaten chauffiert, der mir dummerweise nur große Scheine ausgab. Letztlich kannte der Taxifahrer den Weg auch nicht besser als ich, zumal die Straßennamen teils nicht angeschrieben waren und die Wege durch so manche Schotterpiste führte. Mit telefonischer Hilfe gelang es dann doch noch und ich war verblüfft über das luxuriöse Ausmaß meines Gasthauses.

Meine erste Couchsurfing Erfahrung

In Port-au-Prince unvorbereitet auf gut Glück eine Unterkunft zu finden, stellte ich mir schwierig vor. Also erinnerte ich mich an die Empfehlung und interessanten Erzählungen meiner Exfreundin Marloes, die sie mit Couchsurfing schon vielerorts auf der Welt gemacht hatte und mir als Starthilfe sogar kurzfristig eine erste positive Referenz schrieb 🙂 Wenige Minuten nach meiner ersten Anfrage durfte ich mich auch schon über Nataschas Angebot freuen, in einem ihrer vier Gästezimmer übernachten zu dürfen. Als Direktorin einer Schule schien sie mir sehr vertrauenswürdig für meinen ersten Couchsurfing-Versuch und erwies sich als einen richtigen „Glücksgriff“!!!

HAITI / Port-au-Prince: Mein

HAITI / Port-au-Prince: Mein „kleiner Fan“ – die Adoptivtochter meiner Gastgeberin

Spät abends vor ihrer Villa angekommen, war ich erstaunt über das große Haus und ihr vermeintlicher Ehemann stellte sich zugleich als Hausmeister heraus, der uns beiden kurz darauf ein kühles Bier bereitstellte. Mit Natascha mich zudem fließend in Deutsch unterhalten zu können, hätte ich vorab ebenso wenig vermutet und freute mich sehr über ihre interessanten Informationen über Haiti, ihre Schule und ihren deutschen Adoptiveltern. Sogar im deutschen Fernsehen hatte sie mit ihren Eltern bereits einen Auftritt und Preis für ihr großes Engagement in Haiti erhalten. Das dazugehörige Video hat mich sehr beeindruckt. In ihrer Küche lernte ich zunehmend mehr Leute kennen: eine Haushälterin, eine Babysitterin, eine zweite und dritte „Babysitterin“ für die Kontrolle der Hausaufgaben sowie die beiden Adoptivkinder. Mehrere Hausangestellte zu beschäftigen sei hier nicht unüblich. In einem laut auswärtigem Amt ärmsten und am wenigsten entwickelten Land der westlichen Hemisphäre hätte ich damit zunächst nicht gerechnet. Doch andererseits ist die Beschäftigung auch nicht mit deutschen Preisen zu vergleichen.

Besichtigung der Schule und Umgebung in Carrefour-Feuilles

Gespannt war ich bereits auf den folgenden Tag, an dem Natascha mich zu ihrer Schule in Carrefour-Feuilles, einem armen Viertel im Südosten von Port-au-Prince, bringen wollte. In dieser werden über 300 Kinder von mehr als 17 Lehrern unterrichtet. Durch das Erdbeben wurde die alte Schule zerstört, wobei zwanzig Kinder ums Leben kamen.

Willkommens-Gruß in der haitianischen MEVA-Schule

Willkommens-Gruß in der nach dem Erdbeben wieder neu aufgebauten, haitianischen MEVA-Schule

Mit Hilfe der Organisation HaitiCare (Nataschas deutsche Paten/Adoptiveltern sind Gründer dieser Organisation) und großem eigenem Engagement, kümmert sich Natascha seither um den Aufbau der Schule. Beeindruckt davon, wo sie die ganze Energie her nimmt, betreibt Natascha mit 30 Mitarbeitern zudem eine Kinderkrippe, einen Kindergarten, kümmert sich um ein Waisenhaus und die Ausbildung der Jugendlichen in einer Kirche. Zur Erinnerung: Zwei Adoptivkinder versorgt sie nebenher ebenfalls… Bei so viel Engagement bekomme ich als „Nur-Ein-Jahr-Reisender“ ein richtig schlechtes Gefühl und freue mich, am nächsten Tag zumindest zeitweise Gelegenheit „zum Anpacken und Mithelfen“ zu finden.

Gemeinnütziges Projekt – Aufbau einer Wasserfilteranlage

In Nataschas MEVA-Schule (La Maison des entfants du Village de l’Avenir – Haus der Kinder im Dorf der Hoffnung) in Carrefour angekommen, werde ich von einem arbeitenden, Karlsruher Studenten empfangen. Als angehender Bauingenieur kümmert er sich zusammen mit drei weiteren deutschen Studenten um den Aufbau einer großen Wasserfilteranlage. Bereits seit einigen Wochen sind die Studenten im Rahmen der Karlsruher Hochschulgruppe „engineers without borders“ für dieses Projekt (Details siehe Projektseite) vor Ort aktiv und bemühen sich mit den vorhandenen Mitteln und auftreibaren Material um die Fertigstellung der Anlage. 300 Gallonen Regenwasser sollen damit bald gefiltert werden können.

HAITI / Port-au-Prince / Carrefour - Das ist der 300-Gallonen-Tank, der von den

HAITI / Port-au-Prince / Carrefour – Das ist der 300-Gallonen-Tank, der von den „Engineers without Borders“ aus Karlsruhe zu einer Wasserfilteranlage umgebaut wird und den 300 Schülern frisches Trinkwasser bereitstellen soll.

HAITI / Port-au-Prince / Carrefour - Zusägen des Unterbaus auf dem Podest zur besseren Druckverteilung des schweren Wassertanks

HAITI / Port-au-Prince / Carrefour – Zusägen des Unterbaus auf dem Podest zur besseren Druckverteilung des schweren Wassertanks

Doch es steht noch viel Arbeit an und so freuen sich die drei Studenten über jegliche Mithilfe. In den kommenden vier Stunden lerne ich daher einiges hinzu und helfe bei der brütenden Hitze fleißig mit. Dass die fünf Einheimischen derweil zuschauend daneben stehen während die deutschen Gastarbeiter schwere Steine durch die Gegend tragen, kommt mir reichlich ineffektiv vor. Immerhin für ein Foto greifen werden sie kurzzeitig selbst aktiv und greifen zur Schaufel.

Tour durch Carrefour

Sehr gespannt war ich auf meine erste Tour durch die Stadt, nachdem ich am Vorabend leider erst im dunklen Haiti angekommen bin und damit noch nichts von der Stadt gesehen hatte. Als Tourist wurde ich zwar überall sehr seltsam beäugt und vermutlich fragte sich so mancher Einheimischer, was ich hier überhaupt mache, doch für mich war das eine ganz interessante Gegend! Je weiter ich in die Wohngegend bergaufwärts erforschte, desto wilder wurden die labyrinthartigen Gässchen und Wege rund um die willkürlich platzierten Häuser, Zelte und Blechhütten. Oftmals glaubte ich mich bereits in einer Sackgasse zu befinden und war jedesmal erneut überrascht, durch welche Häuserschlucht oder Treppe entlang einer weitere Wohnküche ich plötzlich auf das Vordach des nächsten Nachbars und von dort aus weiter kommen konnte! Neugierig und gewissermaßen spielerisch sprang ich so von Reissack zu Reissack auf manch seltsamen Trampelpfad oder durch die Regenrinne eng bebauter Häuser entlang, bis ich nach über einer Stunde nicht enden wollender Wohngegend dann doch irgendwann genug hatte und es Zeit für die Rückkehr zum Lunch wurde. Jedenfalls ein abenteuerliches und schönes Erlebnis, durch die vielfältig und scheinbar willkürlich gebauten Wohngegend zu laufen!

HAITI - Wild bebaute Wohngegend in Carrefour

HAITI – Wild bebaute Wohngegend in Carrefour

Ausblick auf die Nachbarschaft im Stadteil Carrefour vom Dach der MEVA-Schule

Ausblick auf die Nachbarschaft im Stadteil Carrefour vom Dach der MEVA-Schule

HAITI - In den überall sehr vollen und lebhaften Straßen herrscht reger Handel und sind Einheimische beim

HAITI – In den überall sehr vollen und lebhaften Straßen herrscht reger Handel und sind Einheimische beim „Einkauf mit Köpfchen“ bzw. ausbalanciertem Transport auf dem Kopf anzutreffen

Tour durch Port-au-Prince / Petion-Ville

HAITI / Petion Ville

HAITI / Petion Ville

 

HAITI - Immer wieder eine Überraschung, wo mein Weg mich als nächstes hinführt... hier entlang einer wilden Müllkippe.

HAITI – Immer wieder eine Überraschung, wo mein Weg mich als nächstes hinführt… hier entlang einer wilden Müllkippe.

HAITI /

HAITI / „Neubau-Gegend“

 

About Haiti

Vor Ort war ich von der „Realität“ Haitis sehr überrascht und froh, das Land trotz immenser Sicherheits- und Reisewarnungen bereist und kurzzeitig erlebt zu haben. Sicherlich haben die eindringlichen Sicherheitswarnungen ihre Berechtigung und sind gut begründet. In Haiti angekommen, war ich jedoch nur wegen diesen zahlreichen Vorab-Warnungen anfänglich verunsichert und glücklich zu erfahren, dass die Wahrnehmung vor Ort eine andere ist. Ohne das Wissen über die Reisewarnungen und Sicherheitshinweise hätte ich mich vor Ort nicht un-/sicherer gefüllt, als in vielen der bisher bereisten Länder wie Kolumbien, Ecuador oder Ägypten. Auch dort herrscht ein gewisses, im Vergleich zu Deutschland selbstverständlich höheres Level an Kriminalität und erfordert eine höhere Aufmerksamkeit und ein ausgeprägteres Bewusstsein für die Umgebung, in der man sich gerade aufhält. Doch nur weil die Menschen in Haiti besonders arm dran sind, fördert das glücklicherweise nicht gleich die Kriminalität oder hemmt die Gewaltbereitschaft der allgemeinen Bevölkerung! So war in den Straßen Port-au-Princes überall reger Handel und Verkehr, doch Grund sich in den Menschenmassen unsicher zu fühlen, gab es nicht!

Kilometerlanger Marktplatz entlang des Straßenrandes

Kilometerlanger Marktplatz entlang des Straßenrandes

Eine sehr lebhafte Straße in Carrefour mit zahlreichen Obst- und Gemüseständen

Eine sehr lebhafte Straße in Carrefour mit zahlreichen Obst- und Gemüseständen

Zwar fällt man als (sehr seltener!) Tourist in den Straßen und Wohngebieten sofort auf, doch im Gegensatz zu Ägypten oder touristischen Gebieten anderer Länder, wird man in Haiti trotzdem nicht von Händlern, Taxifahrern und sonstigen Dienstleistern belagert, verfolgt oder anderweitig belästigt. Lediglich das ein oder andere vorbeilaufende Kind hält ab und zu erwartungsvoll seine Hand für eine Spende hin. Angesichts der Armut und dem niedrigen Lebensniveau war ich darüber überrascht, von keinem ein ungewolltes Geschäft/Kauf aufgeredet zu bekommen und nur sehr selten um Geld gebeten zu werden. Vielmehr waren die Haitianer auf den Märkten mit ihren eigenen Landsleuten beschäftigt und wunderten sich allenfalls über einen vorbei-spazierenden Touristen.

Trinkwasserproblem in Haiti

Trinkwasserproblem in Haiti

Auch den hygienischer Zustand hatte ich mir aus Bildern und Berichten schlimmer vorgestellt. Zwar ist die Trink-Wasserversorgung (insb. angesichts der Cholera-Warnung) ein regelrechtes Problem, so dass Wasser von den zahlreichen Wasserverkaufsstationen bezogen werden muss, doch beim Hygienezustand im Allgemeinen sah ich keinen spürbaren Unterschied zu bisher bereisten Ländern. Ganz im Gegenteil – von so einigen luxuriösen Wohnvierteln war ich regelrecht überrascht und auch in den ärmeren und wild bebauten Wohngegenden, begannen sich die Einwohner – trotz Armut und herbem Rückschlag durch das schwere Erdbeben – vielerorts wieder „wohnlicher“ einzurichten und das Aussehen des Eigenheims aufzupeppen.

HAITI - In der bunten Wohnsiedlung Petion-Ville herrscht reger

HAITI – In der bunten Wohnsiedlung Petion-Ville herrscht reger „Baum- und Renovierungsbetrieb“

HAITI - Bunt bemalte Häuser in der Wohngegend rund um Petion-Ville

HAITI – Bunt bemalte Häuser in der Wohngegend rund um Petion-Ville

Eigentlich hätte ich Haiti gerne noch ein paar Tage länger erlebt und weitere Orte bereist, doch während ich mit meinen wenigen Worten Spanisch in vielen Ländern bisher problemlos herum kam, fiel mir das in Haiti ausgesprochen schwer. Kaum einer sprach hier leider Englisch oder Spanisch und mit Kreolisch und Französisch konnte ich hingegen leider nicht viel anfangen. Während ich in Port-au-Prince mit „Freschly“ immerhin meine persönliche, kleine (sechsjährige) und dreisprachige Übersetzerin hatte, wäre das bei der Weiterreise in dieser untouristischen Gegend sicherlich eine große Herausforderung geworden.

Zudem war ich sehr überrascht über das stolze Preisniveau der Taxis, das sich angeblich nicht nur gegenüber Touristen auf diesem hohen Level befindet. Die Kombination aus mangelnden Sprachkenntnissen und somit dem Unvermögen mit den teuren Taxifahrern ordentlich verhandeln zu können sowie die allgemeine, nicht im besten Zustand befindliche Infrastruktur, machten mir die Entscheidung leicht, Haiti lieber erst in ein paar Jahren erneut und mit etwas mehr Zeit zu bereisen.

 

Bildergalerien

Anreise >> Anreise Anreise
Carrefour >> Carrefour Carrefour
EWB Projekt - Aufbau Wasserfilteranlage EWB Projekt - Aufbau Wasserfilteranlage EWB Projekt - Aufbau Wasserfilteranlage << EWB Projekt
Aufbau Wasserfilteranlage
Port-au-Prince / Petion Ville Port-au-Prince / Petion Ville << Port-au-Prince,
Petion Ville

READ MORE

Tag 13 – Ciao Santo Domingo / Aufbruch nach Haiti

DOMINICAN REPUBLIC / Santo Domingo - Tierfreunden wird der Straßenverkauf dieser gefangenen Fische nicht gefallen.

12. September 2013 | Posted in Capitals, CARIBIC, Cities, DOMINICAN REPUBLIC, HAITI, News | By

Die Hauptstadt Santo Domingo ist eine sehr touristische und sehenswerte Stadt mit vielen Museen und historischen Gebäuden. Außer einer kleinen Gruppe deutscher Touristen traf ich allerdings bislang nur Einheimische an. Vermutlich lassen sich die meisten Europäer doch eher von der Hurrikan-Session abschrecken, obwohl davon bislang außer den billigen Flugpreisen nichts wahrzunehmen war.

Bevor ich nun nach Haiti aufbreche (keine Ahnung, wie ich da hin kommen werde!) und ggf. wieder meine SD-Karte verliere (doch es gab einen ehrlichen Finder!!! Damit hatte ich nicht gerechnet!), habe ich meine Eindrücke aus Santo Domingo in den folgenden Bildergalerien festgehalten:

READ MORE

Tag 12 – Auf nach Santo Domingo und Haiti!

11. September 2013 | Posted in Capitals, CARIBIC, Cities, DOMINICAN REPUBLIC, HAITI, News | By

Zwei Tage Stadt-Tour in Santo Domingo

Morgen früh geht es nach dem Frühstück mit dem vierstündigen Express-Bus weiter nach Santo Domingo (Hauptstadt der Dominikanischen Republik). Dort angekommen, werde ich mich nach einer Stadttour und zwei Tagen Aufenthalt schlau machen, wie ich weiter nach Haiti reisen kann.

Haiti-Reisewarnungen

Zudem werde ich mein Gepäck in Santo Domingo deponieren und nur mit einer Minimalausstattung in das angrenzende Haiti reisen, denn das Auswärtige Amt spricht immer noch Reisewarnungen auf Grund sehr hoher Kriminalität, großer Armut, Cholera und miserabler Infrastruktur aus. Haiti war bereits vor dem Erdbeben das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und gehört zu den am wenigsten entwickelten Länder. Laut dem Auswärtige Amt ist das Kriminalitätsniveau in Haiti sehr hoch und Ausländer werden dort oftmals gezielt ausgeraubt, z.B. nach der Erledigung von Bankgeschäften. Auch Entführungen und Raubüberfälle sind laut AA ein großes Problem. Das Land leide zusätzlich an den verheerenden Folgen des Erdbebens von 2010, sowie an schweren Überschwemmungen, Überbevölkerung, Verelendung breiter Volksschichten, verbreiteten Krankheiten sowie schlechten hygienischen Verhältnissen. Der Empfehlung des Auswärtigen Amtes, mich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, kam ich daher vorsichtshalber nach. Die Dominikaner wollten mich mittels Horrorgeschichten ebenfalls abschrecken und als Geldquelle lieber im eigenen Land behalten. So warnte mich ein Kioskverkäufer, in Haiti höchstwahrscheinlich erschossen oder gekidnappt zu werden. Ich bin trotzdem zuversichtlich in einer Woche wieder heil in die Dominikanische Republik zurückzukehren und hoffe, meine Cholera-Impfung tut angesichts der medizinischen Reisewarnung ihr Bestes. Mal schauen, ob ich mein Gepäck und Zweit-Fotoapparat eine Woche lang in Haiti verteidigen kann…

Erste Couchsurfing-Erfahrung

Auf Empfehlung meiner Exfreundin werde ich zudem erstmals Couchsurfing ausprobieren und bin gespannt auf diese Erfahrung. Zu Gast bin ich zusammen mit vier weiteren Deutschen bei Natascha, einer jungen Lehrerin in Port-au-Prince, die schon häufig ausländische Gäste aufnahm und gleich über 4 Gästezimmer verfügt. Über ihre Einladung freue ich mich und bin gespannt…

READ MORE