Fort Lauderdale

22. September 2013 | Posted in:Beaches, Florida, News, NORTH AMERICA, USA

Meine Bedenken über die USA-Einreis mit einem One-Way-Ticket waren unnötig. Der Officer der Borderline Protection stellte mir – verglichen mit den wortkargen, deutschen Grenzbeamten – zwar massenhaft Fragen über meine Herkunft, meinen Job und Umstände des USA-Aufenthaltes, doch interessierte sich dann sehr für meine Reise als Ganzes, deren geplanten Verlauf und erwarteten Kosten. Ich hoffe ihn nun nicht auf dumme Gedanken gebracht zu haben… Jedenfalls wollte er unbedingt den Link zu meinem Reiseblog haben, so dass ich künftig wohl mit meinen Posts a la Bimini-Reiseticket-Tricks aufpassen muss. Für meine Weiterreisedokumente interessierte sich jedenfalls niemand!

In Fort Lauderdale / Miami hat sich seit meinem letzten Besuch 2011 außer den nun wieder abgebauten, riesigen „100 Jahre Fort Lauderdale“-Buchstaben nichts verändert. Immer noch verlockt der kilometerlange, tolle Strand, die dahinter liegende „Partymeile“ und unzähligen vielen heiße Mädels! Zugleich geht es hier wieder viel ruhiger und gelassener zu als auf der dominikanischen und haitianischen Insel.

Mit der 2-stündigen Verspätung des Fluges, konnte ich diesmal dafür das beeindrucken helle und ewig weite Lichtermeer der 6-Millionen-Metropolregion Floridas bestaunen. Zwar ist das energiepolitisch nicht so toll aber trotzdem nicht weniger schön anzusehen.

right now, it’s the busiest time of my life!

Obwohl Jean sich in der heißen Endphase des Tenure-Tracks befindet und ihm damit nach sieben Jahren als Assistent Professor die Chance bevorsteht, in Kürze eine Stelle als Professor auf Lebenszeit zu erhalten, wurde es noch ein langer Abend. Bis 3 Uhr nachts erhielt ich von ihm als „Reise-Meister“ und Mitglied im Travelers Century Club mit bereits über 139 besuchte Territorien der Welt (siehe Liste aller weltweit 321 Territorien) zahlreiche Tipps, neue Anregungen und Empfehlungen.

 

Neue Reiseroute und Prioritäten – Zeit Spanisch zu lernen!

Meine ursprüngliche Reise-Route ist damit bereits komplett passé. Das Argument, für meine Reise schnellstmöglich Spanisch lernen zu müssen, ist sehr treffend! Mit meinen drei- bis vierhundert Worten Spanisch plus Gestikulieren kann ich mittlerweile zwar einige begrenzte Small-Talk-Gespräche führen und nach dem Weg fragen, doch ein Jahr nur auf diesem Level zu kommunizieren, wäre schon bald recht eintönig und langweilig. Von mehreren Freunden und Langzeitreisenden habe ich daher bereits die Spanisch-Sprachschule in Antigua/Guatemala empfohlen bekommen. Da sich dieser Tipp mittlerweile jedoch bereits überall rumspricht und Antigua damit ggf. bereits zu überlaufen und touristisch ist, werde ich ggf. auf die Nachbarländer ausweichen. Die sündhaft billigen Flugpreise zwischen 30 und 70 Dollar haben mich jedenfalls für die Abkürzung meiner Route („skip the south states and mexiko! you can do that later!“) restlos überzeugt. Der Hauptstandort Fort Lauderdale der Billigfluggesellschaft Spirit Air ist einfach ideal, für einen Besuch der Länder El Salvador, Costa Rica oder Guatemala! Nach zwei bis drei Wochen in Florida werde ich daher einen kleinen Sprung in den Süden machen.

Eindeutig zu viel Gepäck!

Zuvor ist es allerdings absolut erforderlich mein bei der Abreise eigentlich nur 12kg schweres Gepäck um mindestens 50-70% zu reduzieren. Zwar wird mir das schwerfallen, meine Weiterreise jedoch ungemein vereinfachen. Vermutlich hatte ich bislang vergebens darauf spekuliert, dass mir bald etwas gestohlen wird. Nun muss ich also selbst entscheiden, was nicht weiter mitreisen darf… sehr spendabel und mit großem Vergnügen werde ich bis zur Weiterreise daher die üppig eingepackte Sonnencreme aufbrauchen, die an Floridas Stränden sicherlich gut investiert ist.

 

Erste Eindrücke aus den USA (trotz zweitem Besuch!)

Während Jean täglich (und in diesem Jahr bislang ausnahmslos *jeden!* Samstag und Sonntag) bis tief in der Nacht an der Uni arbeitet, freue ich mich über sein Angebot, zwischenzeitlich sein Auto für Ausflüge nutzen zu können. Am späten Sonntagabend (mittlerweile ist es 23 Uhr) treffe ich an der Uni immer noch über 14 fleißig arbeitende Architekturstudenten an, denen ich in Jean’s XXXL-Sakko (die Klimaanlage ist eisig kalt!!!) wohl etwas seltsam vorkomme. Naja, die USA und Deutschland sind eben doch recht verschieden! Während bei uns eher bald wieder die Heizungen anspringen, werden hier die Innenräume – für mich unverständlich – auf Tiefkühltruhentemperaturen heruntergekühlt und die Amerikanern ist das in kurzen Shorts immer noch zu heiß… ?! Das verstehe wer will! Meine Jacke schmeiße ich damit wohl besser nicht aus dem Gepäck! Beeindruckend ist auch die Übergröße von wirklich allem!!! Seien es die breiten Straßen, großzügigen Parkplätze oder 10kg Jumbo-Salatpackungen – hier ist einfach alles etwas größer als Zuhause. Und manchmal sogar wesentlich billiger! Für 20 US$ schleppten wir heute (am Sonntag haben in dieser touristischen Gegend trotzdem sehr viele Geschäfte geöffnet!) kiloweise frisches Obst und Gemüse aus einem Laden, das in Deutschland gut das dreifache gekostet hätte! Die verschwenderische Unart, jedes Kaufobjekt in eine eigene Plastiktüte zu verstauen, entspricht hier jedoch absolut nicht den deutschen, umweltbewussten Gepflogenheiten. Obwohl ich mich als Autofahrer auch immer wieder über billigen Sprit freue, sind hier Rohstoffe und Energie wohl doch einfach noch zu billig, um für ein bewussteres Verhalten zu sorgen.

 

Die nächsten Tage und Wochen in Florida

Nach 21 Tage recht schnellem Reisen, wird es in Florida vermutlich etwas langsamer und gemütlicher zugehen. Zu sehen und besuchen gibt es trotzdem genug! Neben Miami, Fort Lauderdale und einen Abstecher auf die Bahama-Insel Bimini, interessiert mich auch ein Besuch der Everglades Alligator Farm, des West Palm Beaches, der Florida Keys, die Nationalparks, die Jungle Island, das Kennedy Space Center, das Universal Orlando Resort, die Disney Themenparks und das EPCOT. Bei Gelegenheit werde ich einen Blick in den Lonly Planet werfen müssen, was es hier noch so alles zu erleben gibt. An Strandtagen wie heute bleibt hingegen immer mal wieder Zeit, etwas Spanisch zu lernen, den die USA soll eigentlich nur eine kurze Verschnaufspause vor der anstehenden Weiterreise sein.

 

Zu den Bildern aus Fort Lauderdale / Miami / Tampa / Clearwater von 2011

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