17. September 2013 | Posted in:Beaches, CARIBIC, DOMINICAN REPUBLIC, News

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Blick auf die Bahia de Samana

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Blick auf die Bahia de Samana

Spät abends von der elf-stündigen Reise aus Port-au-Prince wieder in Santo Domingo angekommen, bemerke ich, dass mir für die Erkundung des Nordens der Dominikanischen Republik nur noch 4 Tage verbleiben.

Dabei soll gerade die Reise in das gebirgige Hinterland, der Besuch einer Stadt im Landesinneren oder aber ein Besuch der zahlreichen Strände und Wasserfälle auf der Halbinsel Samaná sehr toll sein.
In Puerto Plata war so kurzfristig jedoch leider keine rentable Unterkunft unter 80$ mehr zu finden.
Mittlerweile habe ich mich mit den lukrativen Preisen um die 20 US$ für ein Einzelzimmer angefreundet und werde am Playa Bonita auf der Halbinsel Semana schließlich fündig. Damit steht fest, wo die Reise in wenigen Stunden hinführen wird. Mein Gepäck lasse ich wie die letzten sechs Tage auch diesmal wieder in Santo Domingo zurück und mache mich mit einer Minimalausstattung und neuer Kleidung auf den Weg. Für nur 320 RD$ (5,30 Euro) fährt Caribe Tours mehrmals täglich in das zwei Stunden entfernte Sanchez. Von hier aus kann man die letzten 17km zum Playa Bonita (in der Nähe von Las Terranes) mit einem lokalen Bus für ca. 50 RD$ zurücklegen.

Bewusstes Missverständnis um den Taxi-Preis

In Sanchez mit dem Bus angekommen, stürzen sich sofort die hektischen Taxifahrer auf die aussteigenden Gäste. Mit meinen wenigen Worten Spanisch war „Tranquillo!“ immerhin das richtige, um für etwas Ruhe zu sorgen. Verdächtig kam mir hingegen gleich vor, dass sich der Motorrad-Taxifahrer sofort auf meinen Preis „para 50 a Las Terranes?!?“ einließ, was dem Preis des Busses entsprach. Die „Spezifikationslücke“ wurde mir auch prompt bewusst, doch wartete ich mal ab, ob er tatsächlich so frech werden würde, mir für 17 Kilometer Motorradfahrt 50 US-Dollar statt 50 Dominikanische Peso (1 Euro) abknöpfen zu wollen.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Das bergige Hinterland auf der Halbinsel Samana.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Das bergige Hinterland auf der Halbinsel Samana.

 

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Die grüne vom Meer umgebene Landschaft der Halbinsel.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Die grüne vom Meer umgebene Landschaft der Halbinsel.

Nach vier Kilometer Fahrt durch das steile Gebirge mit einer atemberaubend tollen Landschaft und Ausblick auf die weiten Palmenstrände der Halbinsel begann er dann davon zu schwärmen, was man für 50USD heutzutage schönes erleben kann. Für mich jedenfalls höchste Zeit ihn zu korrigieren! Wohlwissend das 50USD überzogen zu viel ist und genervt von meiner ständigen Wiederholung „No Dollares – 50 Pesos!!!“ klingt sein neues Angebot „500 Pesos“ (ca. 12 USD) schon etwas vernünftiger, passt mir aber immer noch nicht. Bei so viel Frechheit, mir mitten im Nirvana überteuerte Fahrpreise andrehen zu wollen, schlage ich auch sein Angebot aus, mich für ca. 2 Euro zurück zur Busstation zu bringen und entscheide mich, die verbleibenden 13 Kilometer zu laufen. Nach der neunstündigen Busfahrt des vergangenen Tages und den 24km „Stadt-Spaziergang“ durch die Metropolregion um Port-au-Prince zwei Tage zuvor, bietet die Halbinsel Semana zum Wandern die richtige Umgebung für ein schönes Naturerlebnis. Nach neun Kilometern Wandern in der prallen Mittagssonne lasse ich es dann doch gut sein und nehme das freundliche Mitfahrangebot eines Motorradfahrers (derlei Angebote gab es zwischenzeitlich zahlreich!) an, der mich zum herrlichen Strand Playa Bonita brachte und letztlich nicht einmal Geld dafür annehmen wollte.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - 12km spazierte ich diese Straße nach Las Terrenas entlang.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – 12km spazierte ich diese Straße nach Las Terrenas entlang.

Playa Bonita

Dieser Strand trägt seinen Namen zurecht! Sand wie Puderzucker und klares, türkisblaues Wasser laden an diesem fast menschenleeren Strand zum Erholen ein – insb. nach langen Wanderungen…
Die Strandpromenade wurde künstlich begrünt und neben einigen Surfschulen und gemütlichen Kaffees grenzen zahlreiche luxuriöse Villen und Ferienwohnungen an den idyllischen Playa Bonita an.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - In der Nähe des Punta Bonita.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – In der Nähe des Punta Bonita.

Meine Unterkunft suche ich jedoch vergebens und auch keinem Anwohner sagt der Name des Hauses etwas – außer einem Motorrad-Taxifahrer, der zielgerichtet mit mir losfährt, ehe er mich nach 5 Minuten Fahrt durch zwei Dörfer plötzlich fragt, wo ich überhaupt hin möchte…
Nach langem Herumeiern findet er das angegebene Ziel dann doch noch und gibt sich anständigerweise mit zwei Dollar zufrieden. Tja – und da stehe ich alleine vor dem Tor zu einem recht großen, mehrere Ferienhäuser umfassendes Grundstück und keiner (auch kein Nachbar) ist zuhause. Naja, nicht ganz: ich betrete einfach das riesige Gelände (bin ja mit Uhrzeit angekündigt) und werde immerhin von zwei Hunden angeknurrt und von zwei grasenden Eseln neugierig verfolgt. Zeit für mich, in der Hängematte vor dem Gästehaus zu baumeln und die heutigen Erlebnisse mit meinem Notebook festzuhalten… bis ich plötzlich eine Holländerin aus dem Nachbarhaus rufen höre: „Matthias! Da bist du ja! Ich habe auf dich gewartet!“. Überrascht, sogar auf (fast) deutsch begrüßt zu werden, freue ich mich bei dem schwül-heißem und sonnigen Wetter über eine kalte Dusche im eigenen Bungalow und mache mich schlau, wie ich morgen preisgünstig zu den Wasserfälle „Las Cascadas Del Limón“ komme…

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita - Mein Zuhause für 2 Nächte am Playa Bonita.

DOMINICAN REPUBLIC / Las Terrenas / Cap Bonita – Mein Zuhause für 2 Nächte am Playa Bonita.

Mittlerweile sind auch die vier Nachbar-Bungalows bewohnt und meine 21-jährige, deutsche Nachbarin wurde von ihrem hungrigen, dominikanischen Freund gleich mal zum Einkaufen und Kochen geschickt! Ihre Beschwerden über das dominikanische Macho-Verhalten helfen dabei auch als deutsche, reiche Touristin nichts. Ein Jahr, so erzählt Laura, verbrachte sie im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahr bereits in der Dominikanischen Republik und regt sich immer noch besonders über den Status der Frauen auf dem Lande sowie die erlebte Korruption und teils heftige und schwere Kriminalität auf. Insbesondere durch den Polizeiberuf ihres dominikanischen Freundes hat sie schon von vielen krassen Situationen und Zuständen gehört. Während meine Erzählungen über Erlebtes schon ab und zu Freunde und Bekannte schockierten, berichtet Laura über Erlebnisse, die all das mit Leichtigkeit in den Schatten stellen. Ich hoffe, Horrorgeschichten dieser Art bleiben mir weiterhin erspart und ich feilsche stattdessen lieber mit harmlosen aber gaunerhaften Taxifahrern ums Geld…

 

Zu den weiteren Bildern aus Las-Terrenas / Cap Bonita

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